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1878

Aus Jewiki
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Ereignisse

  • Herzl beginnt in Wien sein Jura-Studium und war dort für mehrere Jahre Mitglied der Studentenverbindung „Albia“.
  • Archibald Philip Primrose, 5th Earl of Roseberry (1847-1929), britischer Politiker, Schriftsteller, Direktor verschiedener Universitäten, 1894-1895 britischer Premierminister, heiratet Hannah, die einzige Tochter von Baron Meyer de Rothschild
  • Bulgarien. Im Jahr 1878 wurden im Unterschied zu Rumänien, wo sie bis nach dem Ersten Weltkrieg als meist Staatenlose der Willkür der Behörden preisgegeben waren, alle Juden eingebürgert. Nach 1878 gab es erstmals vereinzelte antisemitische Übergriffe.
  • Die „Alliance Israélite Universelle“ errichtet in Tunis eine erste Schule.




10.8.1878-26.6.1957: Alfred Döblin, geb. 10.8.1878 Stettin (aus einer bürgerlichen jüdischen Familie), gest. 26.6.1957 Emmendingen bei Freiburg, Baden (Baden-Württemberg); Schriftsteller, Nervenarzt in Berlin, früh schon Psychoanalytiker (fühlte sich nach eigener Aussage nur "unter Kindern und Irren" wohl); Sozialist, 1910 (mit Herwarth Walden) Mitgründer der expressionistischen Zeitschrift "Der Sturm" (zu deren wichtigsten Mitarbeitern er gehörte), trat 1918 aus der jüdischen Religionsgemeinschaft aus; 1933 emigrierte er über die Schweiz nach Paris und wurde französischer Staatsbürger; 1940 Flucht in die USA, blieb dort 1940-1945 und wurde dort 1941 katholisch; 1945 kehrte er als Kulturberater der französischen Militärregierung nach Deutschland zurück; 1946-1951 gab er die Literaturzeitschrift "Das goldene Tor" heraus; seit 1953 lebte er wieder in Paris; eigenwilliger und widerspruchsvoller, expressiver und revolutionärer Erzähler, der zuerst das Kollektivseelische und Naturelementare zu gestalten suchte, später zu theologischer Deutung neigte; Erzählungen: "Die Ermordung einer Butterblume", 1913; Romane: "Die drei Sprünge des Wang-Lun", 1915; "Wallenstein", 1920; "Berge, Meere und Giganten", 1924; "Berlin Alexanderplatz", 1929 (ein Welterfolg, verfilmt 1931); "Pardon wird nicht gegeben", 1935; "Südamerika-Trilogie", 1937-1948; "Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende", 1956; Epos: "Manas" (indischer Mythos), 1927; Essays; – zu seiner Einschätzung der Orthodoxie und des "wahren Judentums" vgl. den Brief an Nathan Birnbaum vom 8.2.1935; eine interessante Erkenntnis vermittelt auch der Brief an Birnbaum vom 28.7.1934 (Original Zionistisches Zentralarchiv Jerusalem): " ... [Die Schwätzer] ... sagen gewiss: in der Bibel steht, wer "Gott" ist, der Missbrauch des Wortes ist kein Argument. Ich habe schon früher viel in der Bibel gelesen (deutsch, ich kann leider nicht hebräisch, nicht einmal jiddisch, was mir heute bitter leid tut; ich würde, wenn ich könnte, nur jiddisch schreiben wollen [Döblin begann dann 1935 das Jiddische zu erlernen]), im letzten Jahr mehr als früher. Mein Gefühl und mein Denken deckt sich weit mit dem, was ich da lese; ich kann allem folgen ... aber wer sagt mir, dass die Frommen mit "Gott" nicht wie mit einem vertrauten oder ihnen sogar besonders zugänglichen Ding umgehen, dass sie also nicht Verletzer und Vernachlässiger des Geheimnisses des Urwesens sind? Und genug hat mir die Betrachtung in [? unleserlich] und Kabala [sic] in Westen und Osten gezeigt, dass hier niemand mehr die Schuhe vor "Ihm" auszieht (sie ziehen sie im Osten nur noch äusserlich aus). Aber es ist das Wichtigste, Elementarste, die Wahrheit und Realität des Urwesens unabgeschwächt auf alles Lebende wirken zu lassen, und weil man es sich bequem gemacht hat und man "fromm" geworden ist, nur weil man glaubt mit "Ihm" beinah auf Du und Du zu stehen, darum trenne ich mich von diesen Ahnungslosen; sie sind nicht "fromm" ... "; weitere Werke: Der unsterbliche Mensch (Essay), 1946; November 1918 (Roman), 1948-1950; Schicksalsreise (Autobiographie), 1949; 11 Bände ausgewählte Werke erschienen 1960 ff.; Theaterkritiken 1977



Bücher

  • Samuel Baeck, Geschichte des jüdischen Volkes und seiner Literatur vom babylonischen Exile bis auf die Gegenwart, Lissa 1878
  • Markus Hirsch Friedländer, Tiferet Jisrael: Schilderungen aus dem inneren Leben der Juden in Mähren in vormärzlichen Zeiten; ein Beitrag zur Cultur- und Sittengeschichte, Brünn 1878
  • J. Müller, Masechet Soferim. Der thalmudische Tractat der Schreiber, Leipzig 1878 (mit ausführlichem deutschen Kommentar)

Zeitungen und Zeitschriften

  • 1878: wird die erste jüdisch-sozialistische Zeitung in hebräischer Sprache „Ha-Emet“ („Die Wahrheit“) in Wien herausgegeben