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1876

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Ereignisse

  • 1876: "Gesetz über den Austritt aus der jüdischen Gemeinde" / Austrittsgesetz (Wahrung der Rechte religiöser Minderheiten; Mitwirkung Eduard Laskers), gab auch der Trennungsorthodoxie, also der strengsten Richtung innerhalb des religiösen Konservativismus, die, soweit sie als religiöse Minderheit in der Gesamtgemeinde sich nicht durchsetzen konnte, damit die formelle Möglichkeit zur Gründung von Separatgemeinden; grösste Trennungsgemeinden in Deutschland dann (die bereits zuvor bestehenden) "Adass Jisroel", Berlin, "Israelitische Religionsgesellschaft", Frankfurt/Main
  • 1876: Köln. Israelitische Waisenstiftung (Abraham Frank-Haus) gegründet
  • 1876: Ab 1876 werden Juden in Spanien trotz Niederlassungsverbot geduldet. In religiöser Hinsicht sind sie dennoch weiter diskriminiert, denn nach Artikel 11 der Verfassung von 1876 ist jede „religiöse Kundgebung“ ausser der katholischen verboten. 1909 wird Artikel 11 aufgehoben.
  • 1876: Jerusalems Bevölkerung. 12 000 Juden, 7 560 Muslime, 5 470 Christen
  • 1876: Fritz Goetz geboren, Journalist bei der Vossischen Zeitung
  • 1876: Sigmund Blau geboren, Journalist am "Prager Tagblatt"
  • 1876: Nachman Fellmann (in Meseritz?) geboren, er wanderte zu Beginn der 1880er Jahre mit seinem Vater David Fellmann nach Erez Israel ein, gründete mit seinem Bruder Chaim eine Weinfirma in Jaffa, war auch Gründungsmitglied und Kassierer des im Januar 1902 in Jaffa gegründeten zionistischen Vereins "Barkai"
  • 1876: Bernhard Kahn geboren in Oscarshamn (Schweden), führender Zionist, jüdischer Sozialpolitiker, 1904-1921 Generalsekretär des Hilfsvereins der deutschen Juden, seit 1924 Direktor der europäischen Abteilung des Joint
  • 13.1.1876–31.1.1935: Jakob Elias Poritzky, geb. in Lomza (Polen), gest. in Berlin, Schriftsteller, Novellist und Essayist, war bis 1914 Regisseur, dann Intendant in Karlsruhe, schrieb mehrere Bände Porträts, so über Heine, Dostojewski-Gorki, 1902, die Monographie über Franz Hemsterhuis, 1926, Romane wie Melancholie, 1928, Novellen und Dramen
  • 24.1.1876–18.10.1965: Oskar Beregi (Oszkár Beregi, auch: Oscar Beregi Sr.), geb. in Budapest, gest. in Hollywood, war ein ungarisch-jüdischer Schauspieler der Stummfilmzeit, der vor allem in den 20er und 30er Jahren in Ungarn, Österreich, Deutschland und den USA wirkte; er begann seine Karriere 1916 in Österreich-Ungarn mit einer Hauptrolle im Film "Mire megvénülünk"; es folgten weitere Stummfilme in Ungarn, bis er 1919, wie zahlreiche andere ungarische Filmschaffende, auf der Flucht vor dem kommunistischen Béla Kun-Regime mit seiner Familie nach Österreich übersiedelte; dort wirkte er u.a im Monumentalfilm "Die Sklavenkönigin" (1924) mit;ab 1926 trat er in mehreren Filmen in den USA auf, darunter in "The Love Thief", "The Flaming Forest" und "Butterflies in the Rain"; mit der Erfindung und Verbreitung des Tonfilms (ab 1927) war sein Wirkungsfeld aufgrund seiner sprachlichen Fähigkeiten eingeschränkt, und er agierte wieder vermehrt in ungarischen Filmen, spielte aber auch die Rolle des Dr. Baum in dem Fritz-Lang-Klassiker "Das Testament des Dr. Mabuse"; während des dritten Reiches sah er sich als Jude gezwungen, in die USA zu emigrieren, wo er 1953 noch einmal in dem Oscar-prämierten Film "Call Me Madam" in einer Nebenrolle zu sehen war; Oskar Beregi ist der Vater von Oscar Beregi Jr., der in den USA ebenfalls als Film- und Serienschauspieler wirkte; -- Filmographie: 1916 - Mire megvénülünk; 1917 - A Gólyakalifa; 1918 - Aranyember, Az; 1919 - Jön az öcsém; 1919 - Ave Caesar!; 1922 - William Ratcliff; 1924 – Ssanin; 1924 – Yiskor; 1924 - Die Sklavenkönigin; 1924 - Das Verbotene Land; 1925 - Der Fluch; 1926 - Butterflies in the Rain; 1926 - The Flaming Forest; 1926 - The Love Thief; 1927 - The Woman on Trial; 1928 - Andere Frauen; 1928 - Liebe im Mai; 1929 - Der Dieb im Schlafcoupée; 1931 - A Kék bálvány; 1933 - Rákóczi induló; 1933 - Iza néni; 1933 – Yiskor; 1933 - Das Testament des Dr. Mabuse (Fritz Lang); 1933 – Kísértetek vonata; 1953 - Call Me Madam
  • 26.1.1876–29.8.1935: Leo Winter (Lev Winter), geb. in Hroby bei Tabor/Böhmen, gest. in Prag, Politiker (Sozialist), war 1907-1918 Mitglied des österreichischen Reichsrates, 1919-1920 und 1925-1926 Wohlfahrtsminister der Tschechoslowakei, entwarf das Sozialversicherungsgesetz der CSR
  • 2.2.1876–25.12.1949: Guido Jung, 1919 Finanzexperte der italienischen Friedensdelegation, 1924 faschistischer Abgeordneter, Juli 1932 bis Januar 1935 Finanzminister
  • 1.3.1876–1.1.1943: Arthur Ruppin, Vater der zionistischen Besiedlung, Wegbereiter Tel Avivs und Begründer der jüdischen Sozialforschung. - Ruppin wurde in Deutschland (in Rawitsch bei Posen) in eine wohlhabende Familie geboren, die verarmte. Er musste deshalb im Alter von fünfzehn Jahren die Schule verlassen und arbeiten. 1899 schloss er das Gymnasium als externer Student ab, studierte Jura und Wirtschaft in Berlin und Halle, machte sein Doktorat und war einige Jahre an einem Gericht tätig. In dieser Zeit begann er auch seine soziologische Laufbahn, als er von 1902 bis 1907 das von ihm gegründete Berliner Büro für jüdische Statistik und Demographie leitete. Seine soziologischen Forschungen, die er auch bald veröffentlichte (u. a. „Darwinismus und Sozialwissenschaft“, 1903; „Die Juden der Gegenwart“, 1904), stärkten seine Verbindung zu den eigenen jüdischen Wurzeln; 1907 wurde er von der Jewish Agency nach Eretz Israel geschickt, um dort die Möglichkeiten für die Zionistische Siedlungsbewegung zu bewerten. Ein Jahr später übersiedelte er selbst nach Palästina, liess sich in Jaffa nieder und leitete das Palästinaamt (Eretz Israel Büro der Zionistischen Organisation, das für Landerwerb und den Aufbau von Siedlungen verantwortlich war). Ab diesem Zeitpunkt arbeitete Ruppin unermüdlich für die jüdische Besiedlung. Er wurde ein Befürworter des Praktischen Zionismus und glaubte, das unmittelbare Bedürfnis sei die Ansammlung von Grund und Boden und die systematische Besiedlung des Landes mit einer Vielzahl von urbanen und ländlichen Gemeinden. Dies war für Ruppin die Voraussetzung des Aufbaus des Staates. Ruppins Bemühungen, die mit der Zweiten Alijah zusammenfielen, bekräftigten die Bedeutung der jüdischen Arbeit und der jüdischen Siedlungen und boten den Pionieren offizielle Unterstützung. Ruppins Interesse galt dem Grunderwerb im ganzen Land. Er erreichte finanzielle Unterstützung für Ahuzat Bajit, dem späteren Tel Aviv, für den Landerwerb am Carmel, im Jisreel Tal und in Jerusalem. Er machte eine Reihe von Siedlungsmöglichkeiten bekannt, darunter den Kibbutz, den landwirtschaftlichen Betrieb und verschiedene Arten von Kooperativen. Ruppins demographischer und soziologischer Hintergrund war hilfreich für die Siedlungsplanung des Jischuw. Ruppin war anfangs ein Befürworter von Brith Schalom, der zwei Staaten in Palästina forderte. Nach den arabischen Aufständen von 1929 änderte er seine Meinung und bestand auf einem einzigen, jüdischen Staat. Ruppin war der Ansicht, die praktische Gelegenheit für die Verwirklichung dieses Zieles beruhte auf dem erfolgreichen Landerwerb und dem Siedlungsbau. Ab 1926 lehrte Ruppin Soziologie der Juden an der Hebräischen Universität (Lehrstuhl für „Soziologie des Jahrhunderts“; 1930/1931 Publikation seiner „Soziologie der Juden“). In seinen soziologischen Arbeiten versuchte Ruppin auf der Grundlage demographischer und empirisch-soziologischer Methoden auch antisemitische Vorurteile einer angeblichen jüdischen Dominanz bestimmter Berufszweige zu widerlegen; er zeigte sich Gedanken der Eugenik gegenüber aufgeschlossen und forderte für die neue Besiedlung Palästinas eine „Auslese des Menschenmaterials“. Die Anzusiedelnden sollten von besonderer „körperlicher, beruflicher und moralischer Beschaffenheit“ sein. Diese Ansichten führten teilweise zu einer Kritik des Rassismus. Ruppin verband seine akademischen Aktivitäten und Forschungen mit der Arbeit für das öffentliche Interesse. Er half bei der Ansiedlung der Massen deutscher Einwanderer während des Nationalsozialismus und bei der Integration der jemenitischen Juden. Ruppin starb 1943 in Jerusalem. 1945 erschienen „Erinnerungen“, herausgegeben von Schlomo Krolik
  • 6.3.1876: Hermann Struck (eigentlich Chaim Aaron ben David) in Berlin geboren, Radierer und Maler, seit 1922 in Haifa tätig, war einer der ersten Künstler in Deutschland, der sich thematisch (in Porträts, ostjüdische Menschen, Palästina-Landschaften) fast ausschliesslich Juden und dem Judentum zuwandte; virtuoser Beherrscher der graphischen Techniken, besonders der Radierung; verfasste "Die Kunst des Radierens" (1908); Zionist, später führendes Mitglied des Misrachi; er starb am 11. Januar 1944 in Haifa
  • 7.3.1876–nach 1958: Ludwig Wolff, Schriftsteller (Unterhaltungsromane)
  • 15.4.1876–6.1.1948: Raoul Auernheimer, Schriftsteller (Novellen, Lustspiele)
  • 18.5.1876–30.11.1940: Julius Flechtheim, Jurist (Handels- und Wirtschaftsrecht)
  • 27.5.1876–17.1.1947: Wilhelm Levison, Historiker (Mittlere Geschichte)
  • 7.6.1876–28.1.1942: Ernst Bruck, Jurist (Versicherungsrecht)
  • 13.7.1876–31.8.1966: Joseph Oppenheimer, Maler (Impressionist)
  • 16.7.1876–8.2.1946: Hans Hecht, Anglist
  • 17.7.1876–31.12.1951: Maksim M. Litwinow, geboren in Bialystok, eigentlich Meier Henoch Wallach, auch Finkelstein, sowjet-russischer Staatsmann, 1930 Volkskommissar des Äussern, 1934 Völkerbundsdelegierter
  • 31.8.1876–10.4.1942: Emil Faktor, Schriftsteller (Kritik, Gedichte), Chefredakteur des Berliner Börsen-Couriers 1916-1933
  • 9.11.1876–8.12.1938: Paul Mombert, Volkswirtschaftler (Bevölkerungstheorie)
  • 9.12.1876–20.8.1949: Ludwig Halberstaedter, Mediziner (Krebsforschung) in Jerusalem
  • 1876-1942: Werner Magnus, deutsch-jüdischer Botaniker

Bücher

  • Die erfolgreiche elfbändige „Geschichte der Juden“ (1853-1876) erscheint, verfasst von Heinrich Graetz (1817-1891) aus der Richtung des konservativen Judentums. Sie blieb lange das Standardwerk der jüdischen Geschichte, erlebte mehrere Auflagen und erschien auch in einer gekürzten Fassung (1887-1889) als „Volkstümliche Geschichte der Juden“. Graetz blieb einer ausgesprochen aufklärerisch-rationalistischen Sicht der Religionsgeschichte verhaftet und erklärte ihm nicht genehme Erscheinungen wie Esoterik, Mystik, insbesondere Kabbala und Chasidismus als abergläubische Abirrungen oder als Einflüsse aus der christlichen Umwelt.
  • Ignaz Goldziher, Mythos bei den Hebräern
  • Josef Kolkmann, Die Gesellschaftliche Stellung der Juden, Löbau 1876
  • Gerson Wolf, Geschichte der Juden in Wien, 1156-1876, Wien 1876
  • Markus Hirsch Friedländer, Kore Haddoroth: Beiträge zur Geschichte der Juden in Mähren, Brünn 1876

Zeitungen und Zeitschriften

1876 in Wikipedia