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1870
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Ereignisse
- 1870: Synagoge Hannover
- 1870: Décret Crémieux
- 1870: Eisernes Kreuz I. Klasse an C. Guttfeldt, L. Lang, J. Nussbaum, I. Rawitz
- 1870: Rom. Emanzipation der Juden in Rom 1870, seither lebhafter Anteil am geistigen und politischen Leben; - Lit.: Vogelstein-Rieger, Geschichte der Juden in Rom; E. Loevinson, Roma Israelitica, 1927
- 1870: In Amerika wird die American Palestine Exploration Society gegründet, die sich sogleich, die britischen Tätigkeiten ergänzend, an die Landvermessung und -kartographierung Ostpalästinas machte. Leider scheiterte das Vorhaben schon bald am Widerstand der Einheimischen östlich des Jordan, und die Gesellschaft löste sich nach kurzer Zeit auf. Darüber hinaus hatte die Gesellschaft, im Gegensatz zur gleichnamigen britischen Gesellschaft, eine religiöse Fundierung, ihr ging es in erster Linie um die Rechtfertigung der Bibel und darum, die Bibel als wahr zu erweisen, ein vollkommen anderer (und problematischer) Ansatz.
- 1870: In Schweden wurden antijüdische Sondergesetze langsamer abgebaut als in anderen skandinavischen Ländern: 1870 blieben den Juden aber nur noch der Reichsrat und Ministerämter verwehrt. Ansonsten war die jüdische Emanzipation vollendet (seitdem Juden am kulturellen Leben beteiligt: Josephson, Levertin, Warburg, Grünewald)
- 1870: Sandor Jaray geboren, jüdischer Bildhauer in Ungarn
- 1870: Alfred Kastner geboren, virtuoser Harfenspieler
- 1870: Henryk Glicenstein in Turek (Polen) geboren, Bildhauer und Maler, schuf symbolistische Figuren: "Messias", "Morgenland" u. a.
- 1870: Arthur Korn geboren in Breslau, Elektrophysiker, seit 1914 Honorarprofessor der Technischen Hochschule Charlottenburg, führend auf dem Gebiet der Bildtelegraphie (1904 erste Bildübertragung, 1923 Übertragung Rom-Bar Harbour, USA), sein System seit 1928 von der preussischen Polizei benutzt
- 1870: Chajim Tschernowitz (Pseud.: Raw zaïr, Raw Zair, "junger Rabbi") geboren, jüdischer Gelehrter (Talmud- und Traditionsforschung), Begründer der ersten modernen Jeschiwa (Odessa 1905), seit 1923 Prof. am "Jewish Institute of Religion" in New York; "Die Entstehung des Schulchan Aruch", 1915; Toledot ha-Halacha (Geschichte der Halacha), seit 1934
- 1870: Heinrich Königswarter als Conte de Romano geadelt; er war koburg-gothaischer Diplomat in Paris ("Königswarter" = jüdische Familie aus dem tschechischen Ort Königswart stammend)
- 1870: Ludwig Fraenkel geboren, Mediziner (Gynäkologie) in Breslau
- 1870: Alexander Besredka geboren, Mediziner (Bakteriologe) in Paris
- 1870: Oscar Bendiener geboren, Schriftsteller (Dramen)
- 1870: Charles-Henri Hirsch geboren, französisch-jüdischer Prosa-Schriftsteller
- Um 1870 (?): Georg Gronau geboren, Kunsthistoriker in Kassel
- Um 1870: Die Tscherkessen wandern aus dem Kaukasus kommend in Palästina ein, sie bewahrten ihre Sprache und ihre Traditionen, heute leben im Norden des Staates Israel etwa 3 000 Tscherkessen. Die meisten Tscherkessen sind sunnitische Moslems; heute lebt die Mehrheit der Tscherkessen ausserhalb des Kaukasus, vor allem in der Türkei.
- 1870: 1870 wurde die erste Landwirtschaftsschule in Palästina – Mikwe Israel – von der Alliance Israélite Universelle mit dem Ziel gegründet, Juden für die Feldarbeit zu schulen. Man begann dort mit Wein, der aus Europa importiert worden war, zu experimentieren. 1882 begann dann Baron Edmond de Rothschild mit der finanziellen Unterstützung des Weinbaues in Eretz Israel. In Rischon le-Zion und in Zichron Ja’akov wurden Weinkellereien errichtet. Beide Kellereibetriebe existieren noch, Carmel Mizrachi in Zichron Ja´akob ist der grösste Weinproduzent Israels. 1983 wurde in Katzrin der Golan Weinbaubetrieb eröffnet. Dort werden die „Yarden" „Gamla" und „Golan" Weine produziert. Auch andere Kellereien, wie Barkan oder Binjamina, bieten Weine und andere Getränke, die am nationalen wie internationalen Markt grosse Erfolge erzielen. Eine Besonderheit sind die Trauben, die im Negev angebaut und mit Salzwasser bewässert werden. Prof. Ben-Ami Bravdo von der Fakultät für Landwirtschaft in Rechovot der Hebräischen Universität experimentierte mit verschiedenen Sorten, bis eine geeignete für das Salzwasser gefunden wurde, die von Weinbauern im Negev kultiviert wird. Die ersten Ergebnisse wurden 1998 in Israel verkauft. Elisha Zurgil baut Wein im Kibbuz Sde Boker an, wo mit verschiedenen Bewässerungsarten (Süss- und Salzwasser) experimentiert wird.
- 4.1.1870-31.1.1935: Davis Trietsch, geb. in Dresden, gest. in Tel Aviv, zionistischer Schriftsteller und Wirtschaftspolitiker, Mitherausgeber u. a. von "Ost und West"; lebte nach längeren Reisen durch Europa von 1893 bis 1899 in New York, wo er das jüdische Wanderungsproblem studierte, zu dessen Lösung er bereits 1895 die Kolonisation auf Zypern vorschlug; nach Anschluss an die zionistische Bewegung und Teilnahme am ersten Zionistenkongress als "Praktiker" stellte er ein Kolonisationsprogramm für „Gross-Palästina“ auf, das über Palästina hinaus auch Zypern und El-Arisch einschloss und das er jahrzehntelang in Büchern, Aufsätzen und Reden propagierte (Ende 1899 findet Herzl die Aktivitäten und die Idee „sehr vernünftig“, kann sich aber nicht öffentlich dafür erklären; schon Ende 1897 hielt Herzl es nicht für opportun, öffentlich darüber zu sprechen). Später lebte Davis Trietsch in Berlin; dort war er auch 1902 Mitbegründer des Jüdischen Verlages; seine schriftstellerische und publizistische Tätigkeit umfasste auch die Herausgabe von Karten und Diagrammen zur Entwicklung des jüdischen Lebens in aller Welt; - weitere Werke/Publizistik (Auswahl): Palästina-Handbuch, Berlin 1907 (5. Aufl. 1922); Bilder aus Palästina, Berlin 1912; Levante-Handbuch, 3. Aufl. Berlin 1914; Volk und Land (Zeitschrift, 1919); Palästina und die Juden. Tatsachen und Ziffern, Berlin 1919; Jüdische Emigration und Kolonisation, 2. Aufl. Berlin 1923; Atlas der jüdischen Welt, Berlin 1926; Palästina-Wirtschaftsatlas, 2. Aufl. Berlin 1926; Der Wiedereintritt der Juden in die Weltgeschichte, Mährisch-Ostrau 1926; Die Fassungskraft Palästinas, 2. Aufl. Berlin 1930
- 8.1.1870-28.9.1942: Dr. phil. (Promotion 1894) Hermann Vogelstein, geb. in Pilsen; gest. im Exil in New York, war ein zu seiner Zeit führender liberaler Rabbiner in Deutschland; er studierte an den Universitäten Berlin und Breslau (orientalische Sprachen) und zugleich am Jüdisch-Theologischen Seminar in Breslau und an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin; in der Folge amtierte er als Prediger und Rabbinatsverweser in Oppeln (1895-1897), als Rabbiner in Königsberg (1897-1920) und Breslau (1920-1938); er war, wie sein Vater, ein entschiedener Gegner der nationaljüdischen Bewegung; 1938 emigrierte er nach England, 1939 in die USA; zusammen mit Paul Rieger schrieb er das Standardwerk Geschichte der Juden in Rom (2 Bände, Berlin 1895-96, englisch 1940); zu seinen weiteren Schriften gehören u. a. Die Landwirtschaft in Palästina zur Zeit der Mischnah – Der Getreidebau (Berlin 1894); Die Anfänge des Talmud und der Entstehung des Christentums (Königsberg 1902); Beiträge zur Geschichte des Unterrichtswesens in der jüdischen Gemeinde zu Königsberg in Preussen (1903); Der isr. Verein für Krankenpflege und Beerdigung Chewra kaddischa zu Königsberg in Preussen (1904); Militärisches aus der israelitischen Königszeit (1906); Zur Vorgeschichte des Gesetzes über die Verhältnisse der Juden vom 23. Juli 1847 (1909); Hermann Vogelstein war der erste Sohn von Heinemann Vogelstein und Bruder von Ludwig und Theodor Vogelstein sowie von Julie Braun-Vogelstein
- 14.1.1870-29.9.1942: Ida Dehmel, geb. in Bingen, Selbsttötung in Hamburg, Lyrikerin, Frauenrechtlerin, im Kunsthandwerk tätige Unternehmerin; die als Ida Coblenz in Bingen am Rhein Geborene wurde als die zweite Ehefrau von Richard Dehmel bekannt; zuvor musste sie als Tochter einer reichen und konservativen jüdischen Familie 1895 den jüdischen Kaufmann Leopold Auerbach heiraten; diese Ehe verlief sehr unglücklich; in Bingen lernte sie Stefan George kennen; mit ihrem Mann zog sie nach Berlin und wurde im Friedrichshagener Dichterkreis heimisch; in diesem Kreis lernte sie auch Richard Dehmel kennen; nach ausgiebigen Reisen zogen beide in das als Dehmelhaus bekannt gewordene neue Domizil in Hamburg; nach dem Tod ihres Mannes gründete sie die GEDOK (Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnen aller Kunstgattungen); 1933 wurde sie aus diesem Kreis ausgeschlossen; immer mehr isoliert, von den Menschen enttäuscht und von schwerer Krankheit geplagt, nahm sie sich mit Schlaftabletten das Leben; vgl. Paula Dehmel (Dehmels erste Frau, 1862-1918)
Bücher
- Z. Frankel, Einleitung in den jerusalemischen Talmud, Breslau 1870 (hebr., Mabo ha-Jeruschalmi)
- J. Hamburger, Real-Encyclopädie für Bibel und Talmud, 1870 (3. Auflage, 1896-1911, unter dem Titel Real-Encyclopädie des Judentums)
- Albert Wiesinger, Arme Christen und Hungerleider, jüdische Kapitalisten und Geldvergeuder, Wien 1870
- Alexandre Weill, Ma jeunesse, Paris 1870
Zeitungen und Zeitschriften
1870 in Wikipedia