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Ereignisse
- Um 170: das Diatessaron (griech. "durch vier", "aus vier") des Tatian, die bekannteste Evangelienharmonie der Antike; sie war in syrischen Gemeinden als alleiniger Evangelientext gebräuchlich (noch bis um die Mitte des 4. Jhdts.); später als ketzerisch verdammt und vernichtet; Inhalt aber noch bekannt durch den Ephräm-Kommentar
- Nach 170: 5. Generation der Tannaim, "Halbtannaim", jüngere Zeitgenossen Rabbis (Jehuda ha-Nasis), teilweise seine Schüler; bilden den Übergang zur Amoräerzeit, in der Rabbis Mischna bald als autoritative Zusammenstellung des traditionellen Gesetzes anerkannt wurde
- Nach 170: Bar Qappara (so gewöhnlich im Talmud; auch Bar Kappara; eigentlich R. Eleazar ben Eleazar ha-Qappar, auch R. Eleazar ha-Qappar beRabbi), jüdischer Gelehrter des Altertums, wird zu den Tannaiten der fünften Generation gezählt und wirkte im 2./3. nachchristlichen Jahrhundert. Er war Sohn des Eleasar hakappar und gehörte zum Kreis des Mischna-Redaktors Juda hanassi und unter diesen zu den älteren, sehr eigenständigen Kollegen mit Abweichungen von und Zusätzen zur Mischna. Er lehrte in Caesarea und hatte eine "Schule im Süden" (wohl Lydda), wo er vielleicht Sifre Zuta redigierte. Wegen seines heiteren Gemüts und seines Witzes wurde er vom als sehr ernst geschilderten Juda hanassi mehrfach aus dessen Kreis verbannt. Nach heutigen Kenntnissen war er der einzige hebräische Dichter zu dieser Zeit und als solcher bekannt, bis man auch seine halachische Bedeutung besser einzuschätzen wusste. Er war bei Juda hanassi, als dieser starb, und überbrachte dem Volk die Todesnachricht in dichterischem Vortrag. Unter Bar Qapparas Schülern vermutet man Hoschaja, Jehoschua ben Levi sowie Resch Lakisch.
- Nach 170: R. Chija bar Abba I. (auch: Chijja – der Name ist wohl aus Achijja = Ahija abgekürzt; Chija der Ältere, Ruba oder Rabba, Chija der Grosse; Ehrenbezeichnung Wiederhersteller der Tora; geboren in Babylonien, vielleicht aus der Exilarchenfamilie – er beanspruchte Abstammung von David), bedeutender jüdischer Gesetzeslehrer des 2./3. nachchristlichen Jahrhunderts zur Zeit des Umbruchs zwischen Mischna und Gemara, er gilt als einer der einflussreichsten Talmudlehrer. Er kam später nach Palästina, wo er in Tiberias lebte und im Seidenhandel tätig war. Sein Vater stammte wahrscheinlich aus Kafri in Babylonien. Chija war Schüler und hochgeschätzter Freund Jehuda ha-Nasis, Onkel und vorzüglicher Lehrer Rabs. Chija war gemeinsam mit seinem Schüler R. Hoschaja bar Chama einer der wichtigsten Sammler und Redaktoren der Tosefta, d. h. der von Jehuda ha-Nasi nicht in die Mischna aufgenommenen Lehrsätze und Aufzeichnungen. Die rabbinische Tradition erwähnt mehrmals seine Mischnajot-Sammlung, diskutiert wird seine maßgebliche Beteiligung an Sifra. Chija und seine beiden ebenfalls hochgeschätzten Söhne Juda und Chiskia starben in Galiläa. Er hatte weitere Söhne, darunter Abba.
- Nach 170: R. Simeon ben Chalafta, Tannait der 5. Generation, Freund Chijjas, wohnte in En Teena bei Sepphoris, mehrfach in Sagen verherrlicht; Haggadist, Gleichniserzähler