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Ereignisse
- Ca. 150: Justin der Märtyrer (Justinus Martyr, 100-165) wandte sich gegen Juden, sofern sie die Heidenmission behinderten und Christen als Aufrührer bei römischen Behörden anzeigten. Sein „Dialog mit Trypho“ (um 150) warf ihnen vor: „Den Gerechten habt ihr getötet …; und jetzt verstosst ihr die, die auf ihn und auf den allmächtigen Gott, der ihn gesandt hat, ihre Hoffnung setzen und entehrt sie, indem ihr die Christusgläubigen aus euren Synagogen verflucht.“ Hier wurde eine angebliche jüdische Kollektivschuld am Tod Jesu auf das gegenwärtige Judentum übertragen. Diese Konstruktion war für den christlichen Antijudaismus zentral: Man berief sich dabei stets auf Aussagen im Neuen Testament wie die Selbstverfluchung Mt 27,25. Gerichtsworte über Israel dagegen gab es längst in der jüdischen Prophetie und in der innerjüdischen Sektenpolemik im Neuen Testament. Indem diese in die Substitutionstheologie eingebettet wurde, konnten sie später immer neu gegen das Judentum aktiviert werden. Dabei wurden mehrere Vorwürfe aufgereiht: Ganz Israel habe Jesus abgelehnt, sei damit an seinem Tod schuld, habe mit ihm Gott selbst getötet und damit für alle Zeit Gottes Fluch auf sich gezogen. Diese Verknüpfung bahnt sich etwa in 1. Thess 2,15; Apg 2,23; Jak 5,6 u. a. schon an. Dass Jesu Tod für die Urchristen Gottes ewiger Wille war und er gerade so den Fluch des Endgerichts ein für allemal in Gnade für ganz Israel und die Völker verwandelte (Mk 15,33 f), wurde dabei stets übergangen.