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Wien

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Dieser Artikel behandelt die Bundeshauptstadt der Republik Österreich. Für weitere Bedeutungen siehe Wien (Begriffsklärung).

Wien ist die Bundeshauptstadt von Österreich und zugleich eines der neun österreichischen Bundesländer. Mit über 1,7 Millionen Einwohnern ist Wien die bevölkerungsreichste Großstadt Österreichs. Im Großraum Wien leben mit etwa 2,4 Millionen Menschen über ein Viertel aller Österreicher. Bezogen auf seine Einwohnerzahl ist Wien die achtgrößte Stadt der Europäischen Union. Wien ist ein internationaler Kongress- und Tagungsort. Das Büro der Vereinten Nationen in Wien (UNOV) beherbergt einen der vier Amtssitze der Vereinten Nationen (UNO). Weitere bedeutende internationale Organisationen mit Sitz in Wien sind die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO). Die IAEO ist ebenfalls im Gebäudekomplex des Vienna International Centre (VIC), allgemein als UNO-City bekannt, untergebracht. Aufgrund seiner internationalen politischen Bedeutung zählt Wien zu den Weltstädten.

Die Stadt Wien war jahrhundertelang kaiserliche Reichshaupt- und Residenzstadt der Habsburger und damit als Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches ein kulturelles und politisches Zentrum Europas. Als viertgrößte Stadt der Welt nach London, New York und Paris zählte Wien um das Jahr 1910 über zwei Millionen Einwohner. Nach Ende des Ersten Weltkrieges hatte Wien allerdings rund ein Viertel seiner Einwohner verloren. Die Altstadt Wiens,[1] die von der Habsburger Regentschaft geprägt ist, sowie das Schloss Schönbrunn wurden von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Der Stephansdom, neben dem Riesenrad im Prater und anderen Sehenswürdigkeiten ein Wahrzeichen Wiens, überragt als eines der höchsten Bauwerke der Stadt und als Metropolitankirche die Innenstadt.

Wien wird als Stadt mit höchster Lebensqualität weltweit bewertet. Durch die internationale Mercer-Studie vom 26. Mai 2010, in der die Lebensqualität in 221 Metropolen verglichen wurde, wurde bekannt, dass Wien zum zweiten Mal in Folge den ersten Rang belegt, gefolgt auf den Plätzen 2 und 3 von Zürich und Genf in der Schweiz.[2][3]

Inhaltsverzeichnis

Name

Der Name der Stadt wird standarddeutsch [vi:n], in der lokalen Wiener Mundart Wean [veɐ̯n] gesprochen. Der Name leitet sich vom Fluss Wien ab (die Benennung von Siedlungen entlang der Donau nach einem dort mündenden Fluss ist im niederösterreichischen Raum weit verbreitet).

Überliefert ist der Name erstmals 881, wo von einer Schlacht apud Weniam berichtet wird, wobei allerdings unklar ist, ob die Stadt oder der Fluss gemeint ist.[4] Der althochdeutsche Name Wenia, von dem sich der heutige ableitet, kommt von der keltoromanischen Bezeichnung Vedunia („Waldbach“) für den Wienfluss; eine slawische Zwischenform ist denkbar, aber nicht belegt.[4] Der Name Vindobona bezog sich auf eine römische Siedlung innerhalb des heutigen Stadtgebiets, und wird heute noch mitunter für Wien benutzt (etwa auf lateinischen Urkunden), obwohl er mit dem heutigen Namen der Stadt keine etymologische Verwandtschaft aufweist.

Der Name in anderen Sprachen

Wien gehört zu jenen alten Städten, für die in vielen Sprachen eigene Namen bestehen. Im Niederländischen ist Wenen gebräuchlich. In Englischen, Italienischen, Spanischen, Portugiesischen usw. ist Wien als Vien(n)a bekannt, im Französischen als Vienne (dort mit der Beifügung Autriche zur Vermeidung der Verwechslung mit der Stadt und dem Département in Frankreich selbst).

Eine eigenständige Bildung sind das ungarische Bécs bzw. Beč im Bosnischen/Kroatischen/Serbischen. Davon stammt auch die Form Beç aus der osmanischen Amtssprache ab, während es im modernen Türkisch Viyana heißt. Diese Form wird auf die ungarische Herrschaft im 9./10. Jahrhundert zurückgeführt und meist mit am Steilhang übersetzt. Die eigenständige Namensbildung wird als Indiz für die geringe Bedeutung Wiens in dieser Periode gewertet.[4]

Die slowenische Bezeichnung für Wien, Dunaj verweist auf die Donau (die aber im heutigen Slowenischen Donava heißt). Auf Tschechisch heißt die Stadt Vídeň, auf Slowakisch Viedeň und auf Polnisch Wiedeń.

Geographie

Datei:Vienna 20021024.JPG
Wien auf einem Satellitenfoto von 2002, Außenbezirke nur teilweise zu sehen

Wien ist mit einer Fläche von 414,87 Quadratkilometern das kleinste Bundesland Österreichs und vollständig vom Bundesland Niederösterreich umgeben, zu dem es bis 1921 gehörte.

Aufgrund seines Sonderstatus als Bundesland und Statutarstadt zugleich verfügt Wien unter den Bundesländern über den größten Anteil von Verkehrs- und Bauflächen an seiner Gesamtfläche. 11,6 Prozent[5] der Gesamtfläche sind bebautes Land, 11,1 Prozent Straßenverkehrsflächen und 2,2 Prozent Gleiskörper. Zugleich ist Wien auch das Bundesland mit dem größten Anteil von Gartenflächen, die 28,4 Prozent oder 117,76 Quadratkilometer ausmachen. Was Gewässer betrifft (4,5 Prozent), so verfügen diese nur im Burgenland über einen größeren Anteil an der Gesamtfläche.

Wien ist eines von vier Bundesländern in Österreich, die Weinbau betreiben. 1,6 Prozent der Fläche werden von Weingärten eingenommen. Waldflächen bedecken 17,8 Prozent, landwirtschaftlich genutzt werden 14,8 Prozent der Stadt- und Landesfläche.

Geologie

Wien liegt am östlichen Ausläufer der Alpen, am Westrand des tertiären Wiener Beckens sowie an der vom Pleistozän bis heute im Wiener Raum landschaftsbildenden Donau. Der Untergrund der Stadt wird von verschiedenen geologischen Landschaften gebildet:

Ein System von nord-süd-gerichteten Störungen und Brüchen durchzieht das Stadtgebiet. Mächtige Grundwasserkörper sind in den Donauschottern anzutreffen.[6]

Lage

Die Entwicklung zu einer der bedeutendsten und größten Städte Mitteleuropas verdankt Wien unter anderem seiner günstigen geografischen Lage. Die Stadt liegt zwischen den nordöstlichen Ausläufern der Alpen im nordwestlichen Bereich des Wiener Beckens. Die historische Stadt entstand ausschließlich südlich der Donau, heute erstreckt sich das Stadtgebiet beiderseits des Flusses. Wien entstand an einem Kreuzungspunkt alter Verkehrsstraßen in West-Ost- (Donau) und Nord-Süd-Richtung (Bernsteinstraße). Die Donau ließ sich hier leicht durch- oder überqueren, da sich der Strom im Wiener Becken in zahlreiche Arme mit Inseln dazwischen auffächerte.

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 wachsen die Verkehrs- und Wirtschaftsbeziehungen zu den nördlichen und östlichen Nachbarstaaten Österreichs wieder deutlich. Die geografische Nähe zum ehemaligen Ostblock macht sich wieder stark bemerkbar. So liegt Wien beispielsweise nur 60 km von der slowakischen Hauptstadt Bratislava (Pressburg) entfernt; solch eine Nähe zweier Hauptstädte ist in Europa einmalig (abgesehen vom Sonderfall Vatikan/Rom). Die Stadtverwaltung hat auf die Situation mit der Beteiligung an der Europaregion Centrope reagiert.

Seit 21. Dezember 2007 – Ausdehnung des Schengen-Raumes u. a. auf Tschechien, die Slowakei und Ungarn – können die Staatsgrenzen im Osten Österreichs erstmals seit November 1918 ohne Grenzkontrollen und an jeder beliebigen Stelle überquert werden.

Landschaft

<div style="float:left; width:15px; height:11px;" />Panorama von Wien vom „Himmel“ aus gesehen (2005)

Vom Wiener Stadtgebiet ist nur ein relativ kleiner Anteil verbaut. Etwa die Hälfte Wiens ist Grünland, größere Teile werden auch landwirtschaftlich genutzt.

Wien erstreckt sich von einer Seehöhe von 151 Metern (über der Adria) in der Lobau bis zu 542 m, die auf dem Hermannskogel erreicht wird. Hier, im Nordwesten, sowie im Westen und Südwesten Wiens reicht der Wienerwald mit seinen Höhen (Leopoldsberg, Kahlenberg) und Wäldern bis ins Stadtgebiet hinein. Die Donau tritt durch die Wiener Pforte, eine Enge zwischen dem rechtsufrigen Leopoldsberg und dem linksufrigen Bisamberg, nach Wien ein. Aus dem Wienerwald fließen außerdem zahlreiche kleine Flüsse in die Stadt, der bekannteste davon ist der Wienfluss. Die Berge im Westen werden im Süden von eiszeitlichen Terrassen (Wienerberg und Laaer Berg) fortgesetzt. Dieses gesamte Gebiet wird zum Weinbau genutzt, es bildet die Weinbauregion Wien.

Der Osten der Stadt ist geprägt vom Wiener Anteil am flachen Marchfeld, der der Landwirtschaft dient, aber zunehmend verbaut wird. Im Südosten findet sich die Lobau als Wiener Anteil an Donauauen, die zum Nationalpark erklärt wurden.

Angesichts der vorwiegenden Westwetterlage (wie bei vielen europäischen Städten) sind die gehobenen Wohngegenden eher am westlichen Rand, wo unter anderem die Luft noch sauberer ist, während die alten Industriegebiete eher am östlichen Rand der Stadt situiert sind.

Stadtgliederung

Wien, das als Statutarstadt auch als politischer Bezirk fungiert, wird heute in 23 Gemeindebezirke unterteilt. Von den Wienern werden die Bezirke entweder mit ihren Namen (beispielsweise „Ottakring“) oder mit ihren Nummern bezeichnet (beispielsweise „16. Bezirk“ oder auch „Der Sechzehnte“, schriftlich auch „Wien 16“). Diese Nummern befinden sich auf jedem Straßenschild vor dem Straßennamen (beispielsweise „16., Thaliastraße“) und bilden die zweite und dritte Stelle der Postleitzahl („1010“ für den 1. Bezirk bis 1220 für den 22. Bezirk, im 23. Bezirk gelten Ausnahmen).

Die historische Altstadt, heute Großteil des 1. Bezirks, war noch im Revolutionsjahr 1848 deckungsgleich mit dem Stadtgebiet. Unter Kaiser Franz Joseph kam es 1850, 1890/1892 und 1904 zu drei großen Stadterweiterungen.

1850 wurden die Vorstädte, die Gemeinden innerhalb des Linienwalls, als 2. bis 8. Bezirk (seit der Teilung des ursprünglichen 4. Bezirks in zwei Bezirke: 9.) in die Stadt Wien einbezogen. 1874 folgte eine kleinere Eingemeindung außerhalb des Linienwalls (10. Bezirk, Favoriten). Nach einem Beschluss von 1890, der am 1. Jänner 1892 in Kraft trat, wurden die Außenbezirke am rechten Donauufer, damals Vororte genannt, obwohl teils selbst bereits städtische Viertel, eingemeindet; damit besaß Wien nun 19 Bezirke. 1900 wurde der nördliche Teil des 2. Bezirks zum 20. Bezirk erklärt. Bei der dritten großen Erweiterung, 1904, wurden weite Gebiete am linken Donauufer um Floridsdorf und Kagran als 21. Bezirk eingemeindet. Die neuen Stadtgrenzen galten nun bis 1938.

Eine Vervierfachung seines Stadtgebietes erlebte Wien zur Zeit des Nationalsozialismus, als man per 15. Oktober 1938 Groß-Wien schuf. Diese Entscheidung wurde 1946 (in Kraft getreten 1954) größtenteils wieder rückgängig gemacht; Stammersdorf, Essling, Albern, Unterlaa, Oberlaa, die Ortschaften des heutigen 23. Bezirks (Liesing), der Lainzer Tiergarten und Hadersdorf-Weidlingau blieben aber bei Wien. Die linksufrigen Gebiete wurden zwischen 21. und neuem 22. Bezirk aufgeteilt. Seit 1954 sind die Stadtgrenzen unverändert.

In den meisten Außenbezirken sind für früher selbstständige Ortschaften die historischen Namen erhalten, aus deren Wappen sich auch die Bezirkswappen zusammensetzen. Einige Dörfer und Siedlungen aus früheren Epochen existieren heute jedoch nicht mehr (siehe Liste der Wüstungen in Wien). Viele „Grätzln“ bzw. Stadtteile sind auf die eingemeindeten Vorstädte und Vororte zurückzuführen, andere wiederum sind durch Wohnbauinitiativen der letzten Jahrzehnte neu entstanden oder werden geografisch klar von anderen Gebieten abgegrenzt.

Bei der Festlegung der Bezirksgrenzen versuchte man, diese markant entlang wichtiger Straßen oder Flüsse zu setzen, wenngleich hierdurch einige ehemalige Gemeinden geteilt wurden. Die Innenbezirke 1 und 3 bis 9 werden durch den Gürtel von den Außenbezirken abgegrenzt.

Vorlage:Imagemap Wiener Gemeindebezirke

Donaukanal und Donau trennen die Bezirke 2 und 20 von allen anderen; die Bezirke 21 und 22 liegen als einzige am linken Donauufer. Auch der Wienfluss ist fast in seinem gesamten Verlauf durch die Stadt (ausgenommen den Abschnitt von der westlichen Stadtgrenze bis Hütteldorf) stets Bezirksgrenze.

Weitere administrative Unterteilungen
  • Die Nationalratswahlordnung sieht eine Unterteilung des Landeswahlkreises Wien in sieben Regionalwahlkreise vor.
  • Die Stadt besteht bundesrechtlich aus zwölf Gerichtsbezirken.
  • Für das Grundbuch (Dokumentation des Grundeigentums) ist das Stadtgebiet in 89 Wiener Katastralgemeinden gegliedert, deren Grenzverlauf meist nicht mit jenem der Gemeindebezirke übereinstimmt.
  • In der amtlichen Statistik ist Wien in 1364 Zählsprengel in 246 Zählbezirken geteilt.

Gemeindebezirke

Bevölkerung in den 23 Gemeindebezirken (1. Jänner 2010)[7]
Gemeindebezirk
Fläche
(km²)
Einwohner
Ausländer
Ausländer
(Prozent)
Vorlage:AT-91 3,01 16.944 3.400 20,1 %
Vorlage:AT-92 19,27 95.410 26.754 28,0 %
Vorlage:AT-93 7,39 84.022 19.040 22,7 %
Vorlage:AT-94 1,80 30.646 7.206 23,5 %
Vorlage:AT-95 2,03 52.684 14.728 28,0 %
Vorlage:AT-96 1,48 29.544 6.494 22,0 %
Vorlage:AT-97 1,61 30.298 7.034 23,2 %
Vorlage:AT-98 1,08 23.742 5.434 22,9 %
Vorlage:AT-99 2,99 39.691 9.675 24,4 %
Vorlage:AT-910 31,80 175.209 40.893 23,3 %
Vorlage:AT-911 23,27 89.693 16.805 18,7 %
Vorlage:AT-912 8,16 87.896 20.192 23,0 %
Vorlage:AT-913 37,70 51.265 5.983 11,7 %
Vorlage:AT-914 33,82 84.362 14.313 17,0 %
Vorlage:AT-915 3,86 71.213 23.539 33,1 %
Vorlage:AT-916 8,65 95.084 26.197 27,6 %
Vorlage:AT-917 11,35 52.801 13.707 26,0 %
Vorlage:AT-918 6,28 48.034 10.246 21,3 %
Vorlage:AT-919 24,90 68.462 11.252 16,4 %
Vorlage:AT-920 5,67 82.536 22.995 27,9 %
Vorlage:AT-921 44,52 140.943 18.471 13,1 %
Vorlage:AT-922 102,29 155.913 17.628 11,3 %
Vorlage:AT-923 32,02 92.430 9.921 10,7 %
Wien Stadt Wien 414,95 1.698.822 351.907 20,7 %

Klima

Das Wiener Klima bildet ein Übergangsklima mit ozeanischen Einflüssen aus dem Westen und kontinentalen Einflüssen aus dem Osten. Dies macht sich im Jahresvergleich durch meist stark schwankende Messergebnisse bemerkbar. Insgesamt hat Wien meist nur geringere Niederschlagsmengen und längere Trockenperioden zu verzeichnen. Die Winter sind im Vergleich zu anderen Teilen Österreichs eher mild. Die mittlere Lufttemperatur beträgt im 30-jährigen Mittel im Stadtzentrum durchschnittlich 11,4 Grad Celsius, in den Außenbezirken (ZAMG Wetterstation Hohe Warte) 10,2 Grad Celsius. Die mittlere Niederschlagsmenge liegt bei rund 600 Millimetern, wobei im Westen der Stadt im Durchschnitt 741,5 Millimeter gemessen werden, im Osten hingegen nur 514,5 Millimeter. 60 Sommertagen stehen rund 70 Frosttage gegenüber. In Wien befindet sich der Sitz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Wien
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,9 5,1 10,3 15,2 20,5 23,4 25,6 25,4 20,3 14,2 7,5 4,0 Ø 14,5
Min. Temperatur (°C) −2,0 −0,9 2,4 5,8 10,5 13,5 15,4 15,3 11,7 7,0 2,4 −0,5 Ø 6,7
Temperatur (°C) −1,4 0,4 4,7 10,3 14,8 18,1 19,9 19,3 15,6 9,8 4,8 1,0 Ø 9,8
Niederschlag (mm) 37,2 39,4 46,1 51,7 61,8 70,2 68,2 57,8 53,5 40,0 50,0 44,4 Σ 620,3
Regentage (d) 7,3 7,6 8,3 7,5 8,5 9,1 9,0 8,0 7,0 6,0 8,3 8,2 Σ 94,8
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,9
−2,0
5,1
−0,9
10,3
2,4
15,2
5,8
20,5
10,5
23,4
13,5
25,6
15,4
25,4
15,3
20,3
11,7
14,2
7,0
7,5
2,4
4,0
−0,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
37,2
39,4
46,1
51,7
61,8
70,2
68,2
57,8
53,5
40,0
50,0
44,4
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Geschichte

Die Anfänge der städtischen Geschichtsschreibung gehen auf das 13. Jahrhundert mit der Stadtchronik von Jans dem Enikel zurück.

Urgeschichte, Römerzeit, Mittelalter

Datei:Vindobona Hoher Markt-12.JPG
Römische Ausgrabungen am Hohen Markt

Archäologische Funde zeigen, dass schon während der Altsteinzeit Menschen das Gebiet begangen haben und dass ab der Jungsteinzeit das Wiener Becken kontinuierlich besiedelt war. Von der bronzezeitlichen Urnenfelderkultur zeugen in Wien etliche Brandgräber aber auch Siedlungsspuren. Die ältere eisenzeitliche Hallstattkultur ist in Wien u. a. durch einen noch immer gut sichtbaren Grabhügel und Siedlungsreste vertreten. Aus keltischer Zeit ist ein Oppidum auf dem Leopoldsberg und eine keltischen Siedlung mit dem Namen Vedunia („Waldbach“) bekannt.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. legten die Römer an der Stelle des heutigen Wiener Stadtzentrums nahe der Donau ein Militärlager (castrum) mit der angeschlossenen Zivilstadt Vindobona (im heutigen 3. Gemeindebezirk) zur Grenzsicherung der Provinz Pannonien an. Noch heute kann man an den Straßenzügen des 1. Bezirks (Innere Stadt), den Mauerverlauf und die Straßen des Lagers erkennen. Die Römer blieben bis ins 5. Jahrhundert. Das römische Legionslager lag weit im Osten des weströmischen Reiches und fiel daher den Wirren der germanischen Völkerwanderung rasch zum Opfer.

Zentrum des frühmittelalterlichen Wien war der Berghof, ein Wirtschaftshof für den Weinbau. Die erste urkundliche Erwähnung im Mittelalter erfolgte 881 in den Salzburger Annalen, wo apud Weniam eine Schlacht gegen die Magyaren stattfand, wobei unklar ist, ob es sich um die Stadt oder um den Wienfluss handelt. Mit dem Sieg des ostfränkischen Königs Otto I. über die Magyaren im Jahr 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld begann der Aufstieg Wiens wie auch Österreichs.

Im Jahre 976 wurde unter den Babenbergern die Markgrafschaft Ostarrichi eingerichtet, auf deren Gebiet, an der Grenze zu Ungarn, auch Wien lag. Bereits im 11. Jahrhundert war Wien ein wichtiger Handelsort, 1155 machte Heinrich Jasomirgott Wien zu seiner Hauptstadt. Nur ein Jahr später wurde Österreich mit dem Privilegium Minus zum Herzogtum erhoben und Wien damit Residenz des Herzogs.

Nach Beendigung des Dritten Kreuzzuges wurde der englische König Richard Löwenherz bei seiner Rückreise nach England von Markgraf Leopold V. dem Tugendreichen 1192 in Erdberg bei Wien (heute im 3. Bezirk) gefangen genommen und in Dürnstein gefangen gehalten. Mit dem üppigen Lösegeld wurde eine Münzprägestätte eingerichtet und die erste große Stadterweiterung finanziert. 1221 bekam Wien als zweite Stadt im Herzogtum Österreich nach Enns (1212) das Stadt- und Stapelrecht verliehen.[8] Letzteres bedeutete, dass Kaufleute, die durch Wien zogen, in der Stadt ihre Waren zum Verkauf anbieten mussten. Dies ermöglichte den Wienern den Zwischenhandel, sodass Wien bald weit reichende Handelsbeziehungen, insbesondere entlang der Donau und nach Venedig unterhielt und als eine der bedeutendsten Städte des Reichsgebiets galt.

Habsburger

Datei:Rudolf IV.jpg
Rudolf IV., der Stifter – Er prägte maßgeblich die Stadt.

Mit dem Sieg Rudolfs I. 1278 über Ottokar II. von Böhmen begann die Herrschaft der Habsburger in Österreich. Unter den Luxemburgern wurde Prag zur kaiserlichen Residenzstadt, in deren Schatten Wien stand. Die frühen Habsburger versuchten, die Stadt auszubauen, um Schritt zu halten.

Große Verdienste erwarb sich Rudolf IV., der durch eine kluge Wirtschaftspolitik den Wohlstand hob. Zwei Entscheidungen haben ihm den Beinamen der Stifter eingetragen: die Gründung der Universität Wien 1365 (Vorbild war Prag) und der Bau des gotischen Langhauses von St. Stephan. Die folgende Zeit der Erbstreitigkeiten unter den Habsburgern brachte nicht nur viele Wirren, sondern auch einen wirtschaftlichen Niedergang.

1438 wurde Wien nach der Wahl Herzog Albrechts V. zum römisch-deutschen König (Albrecht II.) Residenzstadt des Heiligen Römischen Reiches; mit dem Namen Albrecht ist auch die Wiener Gesera verbunden, im Zuge derer in den Jahren 1421/22 die Wiener Juden vertrieben oder getötet wurden. 1469 wurde die aufstrebende Stadt zum Bischofssitz und damit der St. Stephan zur Kathedrale. In der Ära des schwachen Friedrich III. war Wien immer auf der Seite seiner Gegner, da er den Landfrieden gegen umherziehende Söldnerbanden nicht gewährleisten konnte. 1556 schließlich wurde Wien endgültig Sitz des Kaisers, nachdem Ungarn und Böhmen zum Herrschaftsbereich der Habsburger hinzugekommen waren.

Ab 1551 begann die Zeit der Rekatholisierung der Stadt, die durch die Lehre des Martin Luther ziemlich rasch protestantisch geworden war. König Ferdinand I. holte die Jesuiten nach Wien, die daraufhin großen Einfluss im Volk erlangten. Die Jesuiten gründeten ein Kollegium, ihnen wurde die Universität Wien übertragen, sie übten die Bücherzensur aus, womit die Stadt zum Ausgangspunkt der Gegenreformation im Heiligen Römischen Reich wurde. Deren wichtigster Repräsentant war Melchior Khlesl, der Bischof von Wien um 1600. Der Glaubenskrieg führte zu brutaler Enteignung und Vertreibung, sodass nach 1640 kaum noch Protestanten in Wien und Österreich lebten.

Stadtbelagerungen durch die Türken

Hauptartikel: Türkenkriege
Datei:Vienna Battle 1683.jpg
Die Entsatzschlacht am Kahlenberg 1683 während der zweiten Türkenbelagerung

Im Jahre 1529 wurde Wien das erste Mal von den Türken erfolglos belagert. Die Grenze zwischen dem habsburgischen und dem osmanischen Teil Ungarns verlief fast zweihundert Jahre lang nur etwa 150 Kilometer östlich der Stadt, was ihre Entwicklung ziemlich einschränkte. Immerhin erhielt Wien nunmehr moderne Befestigungsanlagen.

Diese Befestigungsbauten, die bis ins 17. Jahrhundert hinein den Hauptteil der Bautätigkeit ausmachten, sollten sich 1683 bei der Zweiten Türkenbelagerung bewähren, denn sie schützten die Stadt zwei Monate lang, bis die türkische Armee wegen des Eintreffens des vom Polenkönig Jan Sobieski angeführten Entsatzheeres die Belagerung Wiens beenden musste. Dies war der Beginn des endgültigen Zurückdrängens des Osmanischen Reiches aus Mitteleuropa.

Glanzzeit von Barock und Klassizismus

Datei:Canaletto (I) 058.jpg
Das barocke Wien: Blick vom Schloss Belvedere (Gemälde von Canaletto, 1758)

In der Folge setzte rege Bautätigkeit ein, die Stadt blühte auf. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde Wien weitgehend barockisiert (Vienna gloriosa). Zahlreiche Adelspalais wurden gebaut; dies ist vor allem mit den Namen der Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach und Johann Lukas von Hildebrandt verbunden. Rege Bautätigkeit gab es aber auch außerhalb der Stadtmauern. Seit 1704 hatten die Vorstädte ihr eigenes, großzügig angelegtes Befestigungssystem, den Linienwall, etwa im Verlauf der heutigen Gürtelstraße.

Nach den Einschnitten durch die großen Pestepidemien von 1679 und 1713 wuchs die Bevölkerung ständig. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Manufakturen gegründet, die erste in der Leopoldstadt. Es entwickelten sich Kanalisation und Straßenreinigung, was die hygienischen Verhältnisse verbesserte.

Mit dem Aufblühen der Stadt entwickelte sich Wien bald zu einem wichtigen europäischen Kulturzentrum, gipfelnd in der Musik der Wiener Klassik (Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert).

Die Kaiserstadt zwischen Konservatismus und Avantgarde

Datei:Franz joseph1.jpg
Unter der Herrschaft von Kaiser Franz Joseph I. erlebte Wien eine beispiellose Blütezeit der Kunst, Kultur und Architektur.
Datei:Alsergrund um1900.jpg
Alt-Wien“ muss weichen. Historistische Zinshäuser (hier im Hintergrund) ersetzen den Dorfcharakter der ehemaligen Vorstädte.
Datei:Wien Parlament um 1900.jpg
Ringstraße mit Parlament (1900)
Datei:Wilhelm Gause 004.jpg
Ball der Stadt Wien mit Bürgermeister Karl Lueger (1904)

In den Koalitionskriegen wurde Wien zweimal – 1805 und 1809 – von Napoleons Truppen eingenommen. 1804 wurde es die Hauptstadt eines neuen Staates – des Kaisertums Österreich. 1806 wurde in Wien das Erlöschen des Heiligen Römischen Reiches verkündet. Nach dem Sieg über Napoleon fand 1814/15 der Wiener Kongress statt, der die politischen Verhältnisse in Europa neu ordnete.

Die folgende Epoche des Vormärz ist durch rigide politische Repression, aber auch durch die aufblühende Biedermeier-Kultur charakterisiert. In dieser Epoche setzte zudem die Industrialisierung ein – 1837 wurde die erste (Lokomotiv-)Eisenbahnstrecke Österreichs eröffnet, und zwar die erste Teilstrecke der (Kaiser-Ferdinand-)Nordbahn von Floridsdorf nach Deutsch-Wagram.

Die französische Februarrevolution 1848 wirkte sich auch in Wien aus. Am 13. März brach zunächst die Märzrevolution aus, die Staatskanzler Metternich sehr bald zum Rücktritt zwang, am 6. Oktober dann die Wiener Oktoberrevolution. Letztlich siegte kaiserliches Militär gegen die Demokraten: Der den Bürgern aus Frankfurt am Main zu Hilfe gekommene Demokrat Robert Blum wurde in der Brigittenau exekutiert.

1850 begann die erste Phase der Stadterweiterung, indem die „Vorstädte“ innerhalb des Linienwalls und die auf Donauinseln gelegene Leopoldstadt eingemeindet wurden. Ab 1858 wurden die Stadtmauern um die Altstadt geschleift und an ihrer Stelle die Ringstraße gebaut, die mit Monumentalbauten gesäumt wurde. Vom Ringstraßenstil (Historismus) ist Wien architektonisch entscheidend geprägt. Diese Zeit gipfelte in der Weltausstellung 1873; mit dem während der Ausstellung erfolgten großen Börsenkrach ging die Gründerzeit zu Ende.

Nach der großen Überschwemmung von 1830 hatte es immer wieder Überlegungen zu einer Donauregulierung gegeben, diese wurde 1868 bis 1875 durchgeführt. Die vielen verästelten Seitenarme der Donau wurden abgegraben und ein schnurgerader Hauptstrom abseits der Stadt geschaffen. Der Arm, der zur Inneren Stadt führte, wurde in veränderter, regulierter Form belassen, er trägt den Namen Donaukanal.

Mit Beginn der Industrialisierung in Wien Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt einen enormen Bevölkerungszuwachs. Die Einwohnerzahl erreichte um 1870 eine Million und 1910 zwei Millionen. Die dörflich geprägte „Alt-Wiener“ Bauweise außerhalb des Rings wurde nach einem Stadtentwicklungsplan durch vier- bis sechsgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser ersetzt. Damit einher gingen große gesellschaftliche Umbrüche. Mit dem Entstehen einer großen Arbeiterklasse und Armut in weiten Teilen der Bevölkerung erstarkte die Sozialdemokratie. Die große Unterschicht teilte sich oft kleine Wohnungen untereinander und mit „Bettgehern“ auf.

Bekanntester Bürgermeister der Kaiserzeit ist Karl Lueger, ein charismatischer Christlichsozialer, der 1897–1910 amtierte und sowohl durch umfassende kommunale Reformen als auch durch rabiaten Antisemitismus bekannt wurde.

Zu dieser Zeit erlebte die Stadt in der Wiener Moderne ihren bisher letzten kulturellen Höhepunkt. Er ist nicht zuletzt mit der Künstlervereinigung Secession verbunden, die Wien zu einem Zentrum des Jugendstils machte. In der Musik entstand die Zweite Wiener Schule. Inmitten dieser fruchtbaren kulturellen Atmosphäre wurde von Sigmund Freud die Psychoanalyse begründet.

Erster Weltkrieg und Erste Republik

Der Erste Weltkrieg führte zwar nicht zu unmittelbarer Bedrohung Wiens, jedoch mit zunehmender Kriegsdauer zu einer verheerenden Versorgungskrise. Das Ende des „großen Krieges“ war auch das Ende Österreich-Ungarns. Am 30. Oktober 1918 entstand der neue Staat Deutschösterreich (ab Oktober 1919 Republik Österreich genannt). Am 11. November gab Kaiser Karl I. eine Verzichtserklärung ab und verließ am selben Tag Schloss Schönbrunn und damit Wien; am 12. November 1918 wurde vom Parlament in Wien die Republik ausgerufen.

Am 1. Jänner 1922 wurde Wien von Niederösterreich getrennt und bildet seither, ausgenommen die Zeit 1934–1945, ein eigenes Bundesland. Einer der Gründe waren (neben der befürchteten Dominanz Niederösterreichs im neuen Kleinstaat) die Differenzen zwischen sozialdemokratischer Stadt- und christlichsozialer Landesregierung. Die Trennung war für die weitere Entwicklung Wiens sehr bedeutsam, da die Stadt nunmehr Steuerhoheit besaß.

Datei:Karl Marx Hof 2004.jpg
Der Karl-Marx-Hof ist ein Paradebeispiel des sozialen Wohnbaus des „Roten Wiens“ der 1920er-Jahre.

Die Politik der Stadtregierung dieser Zeit („Rotes Wien“) wurde international als Pionierleistung anerkannt. Es wurde ein dichtes Netz an Sozialeinrichtungen und den Arbeitern in „Gemeindebauten“ (kommunalen Wohnbauten) Wohnraum in großem Stil geschaffen.

Für die wirtschaftliche und politische Instabilität der Ersten Republik war Wien die „Bühne“. Hier wurden im Parlament, in den Medien, in den politischen Organisationen und auch bei vielen Demonstrationen die politischen Entscheidungen der konservativen Regierung angegriffen bzw. verteidigt. Der Brand des Justizpalastes am 15. Juli 1927, bei dem es zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten mit insgesamt 94 Todesopfern kam, war ein Zeichen beginnender Radikalisierung. Der Kampf der beiden großen politischen Lager kulminierte 1934 im „Februaraufstand“ der Sozialdemokraten (so die Regierungsversion) bzw. im „Bürgerkrieg, bei dem die Regierung das Militär gegen das Volk einsetzte“ (sozialdemokratische Lesart). Es folgte für vier Jahre die klerikale, austrofaschistische Diktatur des Ständestaates, der Wien zur „bundesunmittelbaren Stadt“ erklärte und seine demokratische Stadtverwaltung des Amtes enthob.

Am 12. März 1938 ließ Adolf Hitler, 1933 zum Reichskanzler bestellt, die deutsche Wehrmacht in Österreich einmarschieren, um hier mit tätiger Mithilfe der österreichischen Nationalsozialisten die austrofaschistische Diktatur durch die NS-Herrschaft zu ersetzen (siehe Anschluss).

Wien zur Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges

Unmittelbar nach dem deutschen Einmarsch (1938) begannen „arische“ Wiener, jüdische Wiener zu bedrohen, zu quälen, zu berauben, und die Schutzstaffel (SS) begann, sie aus ihren Wohnungen zu werfen.

Von den knapp 200.000 jüdischen Wienern wurden rund 120.000 beraubt und in die Emigration getrieben (bekanntester Flüchtling war Sigmund Freud), etwa 60.000 wurden ermordet.

Die Wiener Stadtverwaltung wurde nach nationalsozialistischem Muster neu geordnet, durch Eingemeindungen entstand Groß-Wien mit dem Dreifachen der heutigen Stadtfläche als eigener Reichsgau; eine „Entprovinzialisierung der Provinz“ wurde angestrebt. 1941 feierte die NS-Stadtverwaltung im Rahmen der „Mozartwoche des Deutschen Reiches“ ein Mozart-Jahr zum 150. Todestag des deutschen Komponisten.

Ab dem 17. März 1944 erfolgten Luftangriffe auf Wien. Dabei wurde rund ein Fünftel der Stadt zerstört. Nicht durch Kampfhandlungen, aber infolge einer Plünderung geriet auch der Stephansdom in Brand, der zuvor den Luftkrieg ohne Bombentreffer überstanden hatte. Im April 1945 kam es zur achttägigen Schlacht um Wien, die mit der Niederlage der NS-Truppen und der Besetzung durch die aus Ungarn vorgerückte Rote Armee endete.

Kriegsfolgen

Mehr als 20 Prozent des Hausbestandes waren ganz oder teilweise zerstört, beinahe 87.000 Wohnungen unbewohnbar. Im Stadtgebiet wurden mehr als 3000 Bombentrichter gezählt, zahlreiche Brücken lagen in Trümmern, Kanäle, Gas- und Wasserleitungen hatten schwere Schäden erlitten. Zunächst ging es somit um die Lösung elementarster Probleme, die Stadt musste erst wieder funktionsfähig gemacht werden.[9]

Besatzung, Zweite Republik, Wiederaufbau

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Die vier Sektoren in Wien (die aufgehellten Gebiete wurden 1938 Groß-Wien eingemeindet)

Wenige Tage nach dem Ende der Kämpfe des Zweiten Weltkriegs im Raum Wien sorgte die Sowjetarmee für den Aufbau einer neuen Stadtverwaltung. Auch politische Parteien formierten sich wieder. Erst im Herbst 1945 ließen die Sowjets auch Militärkontingente der anderen drei Alliierten, Vereinigte Staaten, Großbritannien und Frankreich, nach Wien; es blieb dann bis 1955 Viersektorenstadt. Im 1. Bezirk, der keiner der vier Besatzungsmächte fix zugeteilt war, wechselte die Besatzung jeden Monat.

Auf dem Schwarzenbergplatz, dessen südlicher Teil 1946–1956 Stalinplatz hieß, errichtete die Rote Armee 1945 das als Befreiungsdenkmal, Heldendenkmal oder Denkmal der Roten Armee bezeichnete Monument. Es wurde am 19. August 1945 enthüllt und wird seither von der Stadtverwaltung instandgehalten. Seine Bestandsgarantie ist im Staatsvertrag vereinbart.

Nach dem Krieg erfolgte in Wien, wie überall im Land und in Westeuropa, ein beispielloser Wirtschaftsaufschwung, an dem der Marshall-Plan ganz wesentlichen Anteil hatte. Mit dem 4. Lohn-Preis-Abkommen der Sozialpartner unzufriedene, kommunistisch dominierte Arbeiter führten 1950 den Oktoberstreik bzw. kommunistischen Putschversuch durch. Sie blieben durch das Eingreifen der sozialdemokratisch dominierten Bauarbeitergewerkschaft erfolglos.

1954 konnte, nachdem die Sowjetunion ihr Veto aufgegeben hatte, die 1946 beschlossene Reduktion Groß-Wiens auf das heutige Stadtgebiet in Kraft treten. Etwa 80 frühere Ortsgemeinden kehrten zu Niederösterreich zurück.

Am 15. Mai 1955 erlangte Österreich mit dem Österreichischen Staatsvertrag die volle Freiheit zurück. Die Besatzungstruppen zogen bis Herbst 1955 ab.

Vom Ungarnaufstand zur Gegenwart

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Die alte, 1976 eingestürzte Reichsbrücke im Jahr 1975; links im Hintergrund die gerade in Bau befindliche UNO-City
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Das moderne Wien: Blick auf das Vienna International Centre an der Donau, dritter Sitz der Vereinten Nationen

Im Herbst 1956 nahm Wien viele Ungarn auf, die nach dem gescheiterten Aufstand gegen das kommunistische Regime nach Westen geflohen waren. Ebenso wurden 1968 viele Tschechen und Slowaken aufgenommen, die nach dem gewaltsamen Ende des Prager Frühlings die Tschechoslowakei verlassen hatten. Erst vom November 1989 an wurde Wien wieder selbstverständliches Reiseziel für die Bürger dieser Länder.

1957 nahm – als erste internationale Organisation nach 1945 – die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) ihren Sitz in der Stadt. Seit 1965 ist Wien zudem der Sitz der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). 1961 fand in Wien ein Gipfeltreffen zwischen dem US-Präsidenten John F. Kennedy und dem Sowjetführer Nikita Sergejewitsch Chruschtschow statt. 1980 wurde die UNO-City (der dritte Amtssitz der Vereinten Nationen) in Wien eröffnet. All dies trug zur Positionierung Wiens als Stadt der Kongresse und der Vermittlung in Konfliktsituationen bei. Seit 2003 gehört Wien zur Europaregion Centrope und bildet gemeinsam mit dem benachbarten Bratislava eine „Twin City“ („Zwillingsstadt“), die heute eine Bevölkerung von rund 3 Millionen Menschen umfasst.

1964 fand auf dem Gelände eines früheren Mistplatzes am linken Donauufer die „wig ’64“, die Wiener Internationale Gartenschau, statt – mit dem Donauturm als neuem Wahrzeichen. 1986 wurde die an Stelle des alten Überschwemmungsgebiets neben dem Donaustrom gegrabene Neue Donau fertiggestellt, ebenso die zwischen den beiden Gewässern entstandene Donauinsel, die sich zu einem beliebten Erholungsgebiet entwickelte. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde beiderseits der Donau eine neue Skyline mit einem Hochhausviertel geschaffen.

Ein wesentlicher Impuls für die Infrastruktur der Stadt war der Bau einer modernen U-Bahn, die die aus der Zeit um 1900 stammende (und von Anfang an ungenügende) Stadtbahn ersetzen und neue Stadtviertel erschließen sollte. 1978 wurde die erste Neubau-Teilstrecke der Linie U1 eröffnet.

2001 wurde auf dem Gelände der früheren kaiserlichen Hofstallungen das MuseumsQuartier, eines der größten Kulturareale Europas, eröffnet.

Heute wird Wien in internationalen Bewertungen zu den Städten mit der besten Lebensqualität gezählt, zuletzt (2010) erreichte es Rang 1 weltweit vor Zürich und Genf an zweiter und dritter sowie Vancouver und Auckland an vierter Stelle.[3] Dazu tragen der hohe Grünanteil am Stadtgebiet (ca. 50 Prozent), die vergleichsweise sehr gute ökologische Qualität der Stadt (mit Ausnahme der Luftqualität und des Verkehrs),[10] die hohe soziale und polizeiliche Sicherheit, das erstklassige Gesundheitswesen, das hoch entwickelte Bildungswesen, die Dichte an kulturellen Einrichtungen, die effiziente öffentliche Verwaltung, die Freizeitqualität Wiens und das dichte Netz öffentlicher Verkehrsmittel wesentlich bei.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

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Bevölkerungsentwicklung in Wien seit 1869
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Bevölkerungsentwicklung in Wien seit 2002

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges zählte Wien rund 2,1 Millionen Einwohner. Zwischen 1910 und 1918 war sie die viertgrößte Stadt der Welt, bevor sie von Berlin überholt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Wien rund 200.000 Einwohner weniger als zuvor. Die Jahre als Hauptstadt eines Vielvölkerstaates haben Wien jedoch nachhaltig geprägt. Damals war die Stadt ein „Schmelztiegel“ von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion. Nach Jahrzehnten der Bevölkerungsstagnation ist Wien seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts neuerlich eine (offiziell nicht so bezeichnete) Zuwandererstadt.

Seit den 1950er-Jahren machen sich im Ballungsraum Wien mehrere Siedlungstrends bemerkbar. Einerseits war fast die gesamte Region durch große Geburtendefizite gekennzeichnet, andererseits konnte großer Zuzug aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland Wien und seine Umlandgemeinden in den meisten Fällen vor einem Rückgang schützen.

Die Einwohnerzahl sank bis 1987 auf 1.484.885 Personen, den tiefsten Stand seit 1890. Seither steigt die Einwohnerzahl wieder und soll bis 2030 (nach anderen Prognosen bis 2050) erneut zwei Millionen erreichen. Ursache dafür ist die Zuwanderung. Im Jahr 2008 lebten in Wien rund 1,7 Millionen Menschen, davon haben 32,3 % Migrationshintergrund, wurden also entweder nicht in Österreich geboren oder haben keine österreichische Staatsbürgerschaft.[11] 20,1 Prozent der Wiener Wohnbevölkerung sind nicht österreichische Staatsbürger.[12] Etwa 41.000 Menschen türkischer Herkunft und rund 124.000 Personen aus den ehemals jugoslawischen Ländern stellen in Wien mit Abstand die größten Volksgruppen (50 Prozent) der Bevölkerung mit anderer Staatsbürgerschaft. Seit 2002 ist die Zahl der zugezogenen Deutschen stark (um 13.000) auf nunmehr 27.735 (Stand: Ende 2008) gestiegen.[13][14]

Religion

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Der Stephansdom, auch Steffl genannt, ist seit seiner Erbauung das Wahrzeichen der Stadt (Ansicht von Rudolf von Alt, 1832)
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Der Stadttempel, einzige erhaltene historische Synagoge Wiens, ist Zentrum der Israelitischen Kultusgemeinde

Die Stadt ist Sitz der römisch-katholischen Erzdiözese Wien; Erzbischof ist Kardinal Christoph Schönborn. Die römisch-katholische Gemeinde ist die größte Glaubensgemeinschaft Wiens, verliert jedoch stetig an Mitgliedern. 2001 gehörten 49 Prozent der Einwohner Wiens der römisch-katholischen Kirche an, 1961 waren es noch 82 Prozent.

Zweitgrößte ist die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (Präsident Fuat Sanac, seit 2011), die ihren Sitz ebenfalls in Wien hat. In den letzten Jahrzehnten kamen viele islamischgläubige Zuwanderer nach Wien; der Islam ist in Österreich seit 1912 anerkanntes Religionsbekenntnis (damals gehörten die muslimischen Bosniaken zu Österreich-Ungarn).

Drittgrößte Glaubensgemeinschaft in Wien sind die Orthodoxen Kirchen. Die russisch-orthodoxe Kathedrale der Eparchie Österreich befindet sich im dritten Bezirk, Landstraße.

Wien ist Sitz des lutherischen Evangelischen Oberkirchenrates A.B. in Österreich (Augsburger Bekenntnis) mit Bischof Michael Bünker an der Spitze und Sitz des reformierten Oberkirchenrates H.B. (Helvetisches Bekenntnis), dem Landessuperintendent Thomas Hennefeld vorsteht.

Baptisten gibt es in Wien seit 1847. Nach einer Phase massiver Verfolgung durch staatliche und römisch-katholische Behörden erfolgte 1869 die offizielle Konstituierung der ersten Gemeinde (heute: Wien, Mollardgasse). Daran beteiligt waren unter anderem Johann Gerhard Oncken und Edward Millard. Die Baptisten sind gegenwärtig mit acht Gemeinden in Wien vertreten, darunter zwei rumänische, eine spanische und eine internationale englischsprachige Gemeinde. Auch befindet sich der Sitz des österreichischen Baptistenbundes in Wien.

Daneben bestehen in Wien Gemeinden weitere evangelische Freikirchen, so zum Beispiel Adventisten, Methodisten, Mennoniten und die Heilsarmee sowie Gemeinden des Bundes evangelikaler Gemeinden und der Pfingstbewegung.

Die Israelitische Kultusgemeinde Wien wird von Ariel Muzicant als Präsident und Paul Chaim Eisenberg als Großrabbiner geleitet. Bis 1938 eine der größten jüdischen Gemeinden Europas, zählt sie heute rund 7.000 Mitglieder.

Die Religionszugehörigkeit der Wiener Wohnbevölkerung setzt sich laut Volkszählung 2001 wie folgt zusammen:

Söhne und Töchter der Stadt

Kultur

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Die Spanische Hofreitschule mit den Lipizzanern geht auf das Jahr 1572 zurück.

In der kaiserlichen Residenzstadt wurden Museen und Sammlungen errichtet, die Kunstwerke von Weltrang besitzen. Zur Wiener Kultur zählt das kaiserliche Erbe der Stadt mit den Palästen Hofburg, Schloss Schönbrunn und Schloss Belvedere. In der Spanischen Hofreitschule werden Vorstellungen der Hohen Schule der Reitkunst der Lipizzaner gezeigt.

Die Zeit um 1900 wird als Wiener Moderne bezeichnet, womit der damaligen kulturellen, künstlerischen und wissenschaftlichen Großmachtstellung Wiens Rechnung getragen wird. Der Erste Weltkrieg beeinträchtigte diese Stellung der Stadt, Terror gegen jüdische Wiener und Zweiter Weltkrieg beseitigten sie schlagartig.

Wissenschaftlich hat sich Wien vor allem in der Medizin hervorgetan. Hier befindet sich die älteste bis heute bestehende Universität im deutschen Sprachraum; ihr prominentester Professor war Sigmund Freud. Bemerkenswert sind auch der Wiener Kreis der Philosophie und die Österreichische Schule der Wirtschaftstheorie.

Von internationaler Bedeutung war und ist das Wiener Musikleben. Historisch ist es vor allem von Komponisten wie Mozart, Beethoven, Johann Strauss, Mahler und Schönberg geprägt. Der Wiener Walzer war und ist weltweit erfolgreich. Heute sind vor allem bekannte Interpreten wie die Wiener Philharmoniker, die Wiener Symphoniker, das Ensemble der Wiener Staatsoper und der Concentus Musicus Wien zu nennen. Wichtige Strömungen bzw. Zirkel waren oder sind etwa die Wiener Klassik, die Wiener Schule und die Zweite Wiener Schule der Musik. In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Wien auch zu einem der Zentren elektronischer Musik.

Wien gilt als Theaterstadt, mit deren vielfältigem Angebot im deutschen Sprachraum vor allem Berlin konkurriert. Im 19. Jahrhundert waren Grillparzer, Raimund und Johann Nestroy die bekanntesten Wiener Theaterautoren, im 20. Jahrhundert waren es Arthur Schnitzler und Thomas Bernhard. In der Literatur sind im 20. Jahrhundert Autoren wie Karl Kraus, Robert Musil, Heimito von Doderer, H. C. Artmann und seine Wiener Gruppe hervorgetreten.

Historisch ist im Wiener Kulturleben auch die Wiener Schule des Phantastischen Realismus in der Malerei zu erwähnen.

Die aktuelle Kulturszene, seit 2001 mit dem MuseumsQuartier als neuem Schwerpunkt, ist mit Konzerthallen, Galerien, Ausstellungshäusern, Bühnen, Festivals und vielem anderen sehr abwechslungsreich und wird mit öffentlichen Geldern stark gefördert. Traditioneller ist die Gastronomiekultur ausgerichtet: mit dem Wiener Kaffeehaus, der Wiener Küche und dem Wiener Weinbau.

Sprache

Wien ist Zentrum der österreichischen Varietät der deutschen Sprache. Die gesprochene Stadtmundart ist ein ostmittelbairischer Dialekt mit teilweise sehr eigenem Wortschatz und zahlreichen Lehnwörtern aus den Sprachen der Habsburgermonarchie, vor allem dem Tschechischen. Ein beträchtlicher Teil der heutigen Einwohner der Stadt hat eine andere Muttersprache als Deutsch; inwieweit dennoch der Wiener Dialekt beherrscht wird, ist sehr unterschiedlich.


Kunst

Musik

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Goldener Saal des Musikvereinsgebäudes, in dem das Neujahrskonzert stattfindet

In Wien waren im Laufe der Jahrhunderte Komponisten von Weltrang tätig. Die bekanntesten Vertreter sind jene der Wiener Klassik (ca. 1780–1827) – Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven –, später wirkten Franz Schubert, Franz Liszt, Johannes Brahms, Johann Strauss (Vater), Johann Strauss (Sohn), Franz Lehar, Joseph Lanner, Anton Bruckner, Gustav Mahler, sowie zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Mitglieder der Zweiten Wiener Schule (Arnold Schönberg, Anton Webern, Alban Berg) und Ernst Krenek.

Mit den Wiener Philharmonikern, die sich aus Mitgliedern des Staatsopernorchesters rekrutieren, residiert in Wien das 2006 von Fachjournalisten zum besten Orchester Europas gekürte Ensemble. Ebenso sind in dieser Stadt die berühmten Wiener Sängerknaben beheimatet.

Das Wienerlied als eigene Musikgattung stand und steht auch heute noch in Wechselwirkung mit anderen Musikstilen.

Um die Jahrtausendwende sorgten unter anderem Musiker und Musikproduzenten aus dem Bereich der elektronischen Musik für internationale Bekanntheit, Wien galt als heimliche Hauptstadt des Downbeat. Beispiele hierfür sind Kruder & Dorfmeister oder Makossa. Junge Musiklabels wie Cheap Records oder Couch Records bringen immer wieder Musiker hervor, die auch im Ausland Anerkennung erlangen, wie etwa die junge Sängerin Madita.

Auch in der Popmusik gibt es einige namhafte Interpreten aus Wien, wie zum Beispiel Rainhard Fendrich und Georg Danzer, aber auch junge Künstler wie Valérie Sajdik oder Manuel Rubey. Der international wohl bekannteste Wiener Künstler dieses Genres war Falco, der mit dem Lied „Rock Me Amadeus“ im Jahre 1986 auf Platz 1 der amerikanischen Billboard Hot 100 zu finden war.

Theater und Oper

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Wiener Staatsoper, in der der alljährliche Opernball stattfindet
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Das Burgtheater ist eine der renommiertesten deutschsprachigen Bühnen.

Kunst und Kultur können in Wien im Bereich von Theater, Oper oder auch Bildender Kunst auf eine sehr lange Tradition zurückblicken. Neben dem Burgtheater, das zusammen mit seiner Zweitbühne, dem Akademietheater, als eines der wichtigsten Schauspielhäuser der Welt gilt, sind auch das Volkstheater sowie das Theater in der Josefstadt namhafte Sprechtheater. Daneben gibt es noch eine Vielzahl kleinerer Bühnen, die den großen in puncto Qualität zuweilen um nichts nachstehen und sich oft moderneren, experimentellen Stücken oder dem Kabarett und der Kleinkunst verschrieben haben. Seit 2000 wird in Wien der Nestroy-Theaterpreis, der wichtigste im deutschsprachigen Raum, verliehen.

Die Staatsoper pflegt die klassische Operntradition mit Aufführungen in Originalsprache, die Volksoper bietet ein aus der typisch wienerischen Operette, dem klassischen Musical und der Oper zusammengesetztes Repertoire. Konzerte mit klassischer Musik finden unter anderem im Wiener Musikverein (mit dem berühmten Goldenen Saal) und im Wiener Konzerthaus statt.

Das Theater an der Wien, in dem Beethovens Oper Fidelio uraufgeführt wurde, brachte bis 2005 erfolgreich Musical-Uraufführungen (mit Abstand am erfolgreichsten war das Musical Elisabeth, das bis Japan reüssierte und in mehreren Sprachen aufgeführt wurde). Seit dem Mozartjahr 2006 fungiert es als drittes Opernhaus der Stadt; im Unterschied zu Staatsoper und Volksoper im Stagionebetrieb.

Die Wiener Kammeroper bringt mit ihrem jungen Ensemble alte und neue Opern in traditionsferner Inszenierung. Im Haus der Musik hat Wien seit 2000 ein Klangmuseum für Kinder und Erwachsene. Das Marionettentheater Schloss Schönbrunn pflegt das kunstvolle Spiel mit kostbaren Marionetten in Opern und Theaterstücken für Erwachsene und Kinder.

Die 1994 gegründete Kinderoper Papageno war die erste mobile Kinderoper Österreichs.

Seit dem Jahr 2000 findet jährlich das Europäische und Internationale Gehörlosentheaterfestival veranstaltet von ARBOS – Gesellschaft für Musik und Theater in Wien statt. Zeitgleich mit dem Festival wird auch die Europäische Gehörlosentheaterkonferenz abgehalten, die vom Netzwerk Deaf Theatre Network Europe Vienna ausgerichtet wird.

Staatsoper und Volksoper sind Bundestheater. Das Theater an der Wien bildet gemeinsam mit der Musicalbühne Raimundtheater und dem kürzlich renovierten Etablissement Ronacher das im Eigentum der Stadt Wien stehende Unternehmen Vereinigte Bühnen Wien.

Siehe auch: Alt-Wiener Volkstheater, Carltheater, Leopoldstädter Theater, Simpl, Theater am Kärntnertor, Wiener Metropol, Wiener Theaterreform, Kabelwerk Wien-Meidling, Schauspielhaus, Kategorie „Theater (Wien)“

Museen

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Kunsthistorisches Museum am Maria-Theresien-Platz
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Das MuseumsQuartier in den ehemaligen Hofstallungen
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Die Albertina beherbergt die größte graphische Sammlung der Welt.
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Technisches Museum Wien

Größter musealer Komplex ist in Wien die kaiserliche Hofburg mit ihren Annexen und den beiden früheren Hofmuseen. Im Hofburgareal befinden sich:

  • (Weltliche und Geistliche) Schatzkammer (mit den Kaiserkronen) (+)
  • Sisi-Museum (Andenken an Kaiserin Elisabeth)
  • Kaiserappartements (Wohn- und Arbeitsräume von Kaiser Franz Joseph)
  • Österreichische Nationalbibliothek (mit dem Prunksaal der ehem. kaiserlichen Hofbibliothek)
  • Hofsilber- und Tafelkammer (Tafelgerät des kaiserlichen Hofes)
  • Ephesosmuseum (+)
  • Sammlung alter Musikinstrumente (+)
  • Hofjagd- und Rüstkammer (+)
  • Museum für Völkerkunde (wegen Restaurierung nur zum kleinen Teil zugänglich) (+)
  • Kongresszentrum Hofburg Wien (internationale Tagungen bis zu 3000 Personen, Kaffeesiederball, Kaiserball und viele andere Veranstaltungen)

(+) Die so bezeichneten Sammlungen zählen zur Wissenschaftlichen Anstalt Kunsthistorisches Museum.

  • Albertina: Die graphische Sammlung der Albertina hat ihre Ausstellungstätigkeit um Gemälde und Skulpturen erweitert und ist heute das prominenteste zentrale Ausstellungshaus der Stadt. In ihrem Besitz steht die größte graphische Sammlung der Welt. Die Albertina befindet sich in der Nähe der Hofburg.

Für die beiden Hofmuseen am Maria-Theresien-Platz, die mit der gegenüberliegenden Hofburg das (unvollendete) Kaiserforum bilden sollten, wurden fast identische Gebäude errichtet:

Diesem historischen Museenkomplex ist das MuseumsQuartier, das zu den größten zehn Kunstarealen der Welt zählt unmittelbar benachbart. Es wurde in den 1990er Jahren in den ehemaligen k.u.k. Hofstallungen errichtet, und 2001 eröffnet. Hier befinden sich:

Als Museum ist funktional auch die ehemalige kaiserliche Sommerresidenz, das Schloss Schönbrunn, zu betrachten, Wiens meistbesuchte Sehenswürdigkeit:

  • Schauräume des Schlosses (Wohn- und Repräsentationsräume des Kaiserhauses)
  • Wagenburg (kaiserliche Prunkwagen, eine Sammlung des Kunsthistorischen Museums)

Außerdem befindet sich der Tiergarten Schönbrunn auf dem Areal des Gartens von Schönbrunn.

Das Belvedere präsentiert im barocken Schloss Kunst aus Österreich vom Mittelalter über das Barock bis zum beginnenden 20. Jahrhundert, darunter das bekannteste Werk von Gustav Klimt (das Gemälde Der Kuss) und Werke von Egon Schiele. Im Unteren Belvedere wurde 2006/2007 eine neue Ausstellungshalle errichtet. Weiters befindet sich hier das Barockmuseum (mit den „Charakterköpfen“ von Franz Xaver Messerschmidt).

Das Liechtenstein Museum, ein Barockmuseum, zeigt Barockkunst und Teile der Sammlungen des Fürstenhauses Liechtenstein, einer der weltweit größten privaten Kunstsammlungen. Das KunstHausWien, von Friedensreich Hundertwasser gestaltet, zeigt dessen Werk und Ausstellungen anderer Künstler. Das MAK zeigt angewandte Kunst. Das Wien Museum (früher Historisches Museum der Stadt Wien) dokumentiert die Geschichte Wiens mit Wechselausstellungen und einer ständigen Präsentation und betreut die Gedenkstätten von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert und Johann Strauß. Wolfgang Amadeus Mozart ist seit 2006 das Mozarthaus Vienna gewidmet, untergebracht in einem ehemaligen Wohnhaus des Komponisten, wo er an der Oper Le nozze di Figaro arbeitete (und das daher früher Figarohaus genannt wurde). Das Jüdische Museum widmet sich der tragischen Geschichte jüdischen Wienertums.

Weitere Museen in Wien (Auswahl):

Dazu kommen mehrere Ausstellungshäuser, wie die Wiener Secession, das Bank Austria Kunstforum, das Künstlerhaus Wien, die Generali Foundation und andere.


Literatur

Besonders erwähnenswert unter den Autoren, die zumindest einen Teil ihres Lebens in Wien verbracht haben, sind Ilse Aichinger, Peter Altenberg, H. C. Artmann, Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Hugo Bettauer, Elias Canetti (Literaturnobelpreisträger), Heimito von Doderer, Albert Drach, Franzobel, Barbara Frischmuth, Arno Geiger, Daniel Glattauer, Franz Grillparzer, Wolf Haas, Peter Henisch, Theodor Herzl, Hugo von Hofmannsthal, Ernst Jandl, Elfriede Jelinek (Literaturnobelpreisträgerin), Daniel Kehlmann, Klara Köttner-Benigni, Karl Kraus, Alexander Lernet-Holenia, Friederike Mayröcker, Eva Menasse, Carl Merz, Jörg Mauthe, Adelbert Muhr, Robert Musil, Johann Nestroy, Leo Perutz, Alfred Polgar, Helmut Qualtinger, Ferdinand Raimund, Christoph Ransmayr, Joseph Roth, Felix Salten, Arthur Schnitzler, Hilde Spiel, Bertha von Suttner (Friedensnobelpreisträgerin), Friedrich Torberg, Georg Trakl, Walther von der Vogelweide, Josef Weinheber, Franz Werfel, Wolf Wondratschek, Fritz Wöss und Stefan Zweig.

Film

Ab 1906 wurden in Wien erste Kurzfilme produziert, wobei die zahlreichen französischen Filmschaffenden damals auch in Wien noch die Überzahl im Vergleich zu den heimischen Aktiven stellten. Ab 1910 setzte mit Gründung der Wiener Kunstfilm-Industrie die österreichische Stummfilmproduktion ein. Es folgte die Sascha-Filmfabrik Wien des böhmischen Grafen Alexander Kolowrat-Krakowsky, 1913 in Liesing (damals eigene Gemeinde, heute 23. Bezirk) gegründet, 1914 im 20. Gemeindebezirk Brigittenau eingerichtet. Im Ersten Weltkrieg entstanden neben zahlreichen Propagandaproduktionen auch die ersten (Kriegs-)Wochenschauen. 1920 erreichte die Filmproduktion mit 142 Filmen ihren Höhepunkt. 1923 eröffnete die Vita-Film die „Rosenhügel-Filmstudios“, die noch wesentlich größer und moderner als die Sascha-Film-Studios in Sievering waren. Über ein Dutzend weitere Filmproduktionsgesellschaften produzierten damals regelmäßig Filme.

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Die 1923 von der Vita-Film eröffneten damals größten und modernsten Filmstudios Österreichs.

Mit der schrittweisen Enteignung der Sascha-Film ab 1935 entstand aus dieser 1938 die Wien-Film, die mittels der Cautio Treuhandgesellschaft der Reichsfilmkammer unterstand, und Wien neben Berlin und München zur Hauptproduktionsstätte von Propagandafilmen werden ließ. Wie in allen Bereichen fand auch in der Film- und Kinobranche eine hemmungslose „Arisierung“ statt.

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Das Apollo-Kino in Mariahilf

Bei der „Entnazifizierung“ durch die Alliierten im besetzten Nachkriegswien gingen zahlreiche Kinos unberechtigterweise in die Stadteigene Kinobetriebsanstalt (Kiba) über. Zugleich setzte mit Gründung neuer Filmgesellschaften, wie zum Beispiel der Belvedere-Film 1947, die Heimat- und Musikfilm-Produktion wieder an, um zu ihrem absoluten Höhepunkt in den 1950er- und 1960er-Jahren aufzusteigen. Mitten drin wieder viele Wiener Schauspieler, wie Hans Moser, Peter Alexander, Waltraut Haas, Romy Schneider, Hans Holt und Nadja Tiller – um nur ein paar zu nennen. Einer der bedeutendsten Regisseure zu dieser Zeit war Franz Antel – ebenfalls ein Wiener. 1948 wurde mit Der dritte Mann ein mit internationalen Starschauspielern besetzter Film abgedreht, der Wien weltweit einen Popularitätsschub verschaffte und als Nebeneffekt dem Sieveringer Zitherspieler Anton Karas zu unverhoffter Bekanntheit verhalf.

Doch die 1960er-Jahre waren auch vom einsetzenden Kinosterben geprägt. Existierten 1953 noch über 200 Kinos in der Stadt, blieben 1983 lediglich 69 Kinos mit 96 Sälen über. Mit steigender Verbreitung von Multiplex-Kinos ab den 1980er-Jahren konnte zwar der Trend der sinkenden Kinoanzahl nicht gestoppt werden, doch stieg in den 1990ern die Anzahl der Säle auf 191 im Jahr 2001 wieder an. Wegen des nunmehrigen Überschusses und geringerer Auslastung sank die Zahl auf Kosten weiterer Kinos bereits 2002 wieder auf 166 ab.

Das 1900 gegründete Erika-Kino in der Kaiserstraße galt bei seiner Schließung im Jahr 1999 als ältestes noch betriebenes Kino der Welt. Heute ist es ein Theaterspielraum. Seither gelten die 1905 gegründeten, im 14. Wiener Gemeindebezirk befindlichen Breitenseer Lichtspiele als das älteste noch bespielte Kino Wiens.

In der Gegenwart besteht in Wien, nicht zuletzt aufgrund von Produktionsaufträgen des Österreichischen Rundfunks und staatlicher Filmförderung, eine sehr kreative Filmszene. Das Filmfestival Viennale, das Österreichische Filmarchiv, das Österreichische Filmmuseum und die Vienna Film Commission, 2009 von der Stadt Wien gegründet, tragen dazu bei.


Bildende Kunst

In der bildenden Kunst hat Wien in Vergangenheit und Gegenwart international beachtete Künstler aufzuweisen, darunter Gustav Klimt, Egon Schiele, Kolo Moser, Oskar Kokoschka, Fritz Wotruba, Richard Gerstl, Ernst Fuchs, Arik Brauer, Rudolf Hausner, Arnulf Rainer, Wolfgang Hollegha, Elke Krystufek, Erwin Wurm.

Architektur

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Die weit sichtbare Kuppel der Kirche am Steinhof

In Wien finden sich Bauwerke aller Stil-Epochen der Architektur, von der romanischen Ruprechtskirche über den gotischen Stephansdom, die barocke Karlskirche, die hochbarocke Jesuitenkirche und die Bauten des Klassizismus bis zur Moderne. Besonders hervorzuheben ist jedoch die Architektur der Gründerzeit, die die ehemalige Kaiserstadt Wien wie aus einem Guss erscheinen lässt. Genau diese ist es, die in ehemaligen Städten der Donaumonarchie, wie Budapest oder Prag oder Lemberg im ehemaligen Galizien, deren Zugehörigkeit zu Österreich-Ungarn architektonisch repräsentiert. Der Jugendstil hat ebenfalls seine Spuren in Wien hinterlassen: Die Secession, die Stadtbahnstation Karlsplatz und die Kirche am Steinhof von Otto Wagner zählen zu den weltweit bekanntesten Bauten dieser Epoche. 1910 entstand mit dem Kai-Palast auch das österreichweit erste Bürohochhaus in Stahlbetonbauweise.

Wien hat eine lange und große Tradition als Schauplatz und Ausbildungsort internationaler Architektur, folgende Namen stammen von hier bzw. studierten hier: Adolf Loos, Josef Hoffmann, Otto Wagner, Joseph Maria Olbrich, Josef Plecnik, Richard Neutra, Rudolph Michael Schindler, Margarete Schütte-Lihotzky, Friedrich Kiesler, Josef Frank, Coop Himmelblau, Gustav Peichl, Günther Domenig, Hans Hollein und Luigi Blau.

Eine der beliebtesten Touristenattraktionen stellt das Hundertwasser-Krawinahaus (kurz: Hundertwasserhaus) von Friedensreich Hundertwasser dar, das als Gegenmodell zur nüchternen modernen Architektur gedacht ist. Ebenfalls von Hundertwasser künstlerisch gestaltet wurde die Müllverbrennungsanlage Spittelau. Ein weiteres Beispiel außergewöhnlicher Architektur ist die Wotrubakirche (Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit) des Bildhauers Fritz Wotruba. Auffällig im Stadtbild sind auch die Wiener Flaktürme und die Wiener Hochquellwasserleitung.

Eine Reihe von Stadtteilen wurden seit den 1990er Jahren neu erschlossen. Umfangreiche Bauvorhaben wurden rund um die Donau City (nördlich der Donau) und am Wienerberg (im Süden von Wien) umgesetzt. Der 202 m hohe Millennium Tower am Handelskai ist seit 1999 das bisher höchste in Wien gebaute Hochhaus und Zeichen einer architektonischen Wende in Wien hin zu mehr Selbstbewusstsein, aber auch Konformität. In den letzten Jahren werden vermehrt alte Gebäude mit moderner Architektur kombiniert, wie bei der Revitalisierung der Gasometer 2001, welche weltweites mediales Interesse auf sich zog. Der 2002 geschaffene Diva Award zeichnet jährlich mutige Immobilienprojekte aus, die das neue Selbstbewusstsein der Stadt demonstrieren.

Wien hat im Vergleich zu anderen Metropolen eine statistisch geringe Anzahl von Hochhäusern. Im Jahr 2006 gab es um die 100 Bauwerke über 40 Meter Höhe. Die Stadtverwaltung setzt hier mittlerweile auf Qualität vor Quantität, mit dem Ziel, die Naturräume Wiens und die als Weltkulturerbe anerkannten historischen städtebaulichen Elemente zu erhalten. An geplanten Hochhausprojekten, die in den 1950er-Jahren verwirklicht werden sollten, entzündeten sich wiederholt hitzige Diskussionen – zum Beispiel beim Bau des Gartenbauhochhauses, dessen Planung 1950 begann, aber erst 1963 fertiggestellt werden konnte.

Deshalb gelten in Wien sehr strenge Richtlinien für die Planung, Genehmigung und den Bau von Hochhäusern. Gemäß Stadtplanung sind weite Teile Wiens, insbesondere in den inneren Bezirken, Ausschlusszonen, in denen keine Hochhäuser errichtet werden dürfen.[15]

Nur rund 26 % der Gesamtfläche Wiens kommen somit überhaupt für die Hochhausplanung infrage. Auch dort müssen die Bauwerke dem städtebaulichen Leitbild entsprechen, eine Reihe von Auflagen erfüllen und dürfen keine bedeutenden Sichtachsen beeinträchtigen. Deshalb entstehen neue Hochhäuser vorrangig in äußeren Bezirken, wo noch mehr Gestaltungsspielraum vorhanden ist und weniger städtebauliche Besonderheiten berücksichtigt werden müssen.

Siehe auch: Liste der Hochhäuser in Wien, Liste der höchsten Bauwerke in Wien und Ungebautes Wien

Wissenschaft

Im Forschungsbereich konnte sich Wien erfolgreich als Standort für Pharmakonzerne etablieren. So betreibt hier etwa Baxter International ein großes Laboratorium.

Alltagskultur

Ess- und Trinkkultur

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Der Naschmarkt um 1900

Die traditionelle Wiener Küche ist geprägt von den früheren Einflüssen der Zuwanderer aus den Regionen und Ländern der k.u.k.-Monarchie. Bedingt durch die Lage der Stadt nahe der Grenze zu Ungarn und dem früheren Böhmen finden sich vor allem Speisen aus diesen Ländern auf den Speisekarten. So stammt das Gulasch mit seinen Wiener Varianten – dem Wiener-, Fiaker- und dem Zigeuner-Gulasch – aus Ungarn. Aus Böhmen kamen vor allem die Mehlspeisen, wie verschiedene Strudel, Golatschen und Palatschinken sowie verschiedene Knödelvarianten. Besonders beliebt sind das Wiener Schnitzel und der Tafelspitz.

Der größte und vielseitigste Markt mit festen Ständen ist der Naschmarkt, auf dem Obst, Gemüse, Gewürze, Fisch, Fleisch und vieles mehr aus aller Welt gekauft werden kann. Der Naschmarkt gilt als der Spezialitätenmarkt Wiens. Der längste Straßenmarkt Europas ist hingegen der Brunnenmarkt im 16. Wiener Gemeindebezirk.

Zum Stadtbild Wiens gehören in belebten Gegenden die Würstelstände, an denen verschiedene heiße Würstel sowie heißer Leberkäse zu finden sind. Alternativ zum Hot Dog wird dort häufig die Bosner angeboten. Ebenso häufig sind mittlerweile Kebabstände zu finden.

Wiener Kaffeehaus

Hauptartikel: Wiener Kaffeehaus

Eine weitere Besonderheit der Wiener Kultur stellt das Wiener Kaffeehaus dar, in dem neben einer Vielzahl von Kaffeespezialitäten auch kleine Speisen serviert werden. Viele Besucher nutzen die Möglichkeit, während ihres Besuchs stundenlang die meist reichlich vorhandenen Zeitungen zu lesen. Neben vielen neueren chromblitzenden, Espresso genannten Kaffeebars italienischen Stils, existieren noch viele „echte“ Wiener Kaffeehäuser, die in Angebot, Ausstattung und Stil den ursprünglichen Charme dieser Institution bewahrt haben. Das erste Kaffeehaus Wiens wurde 1685 von einem Griechen namens Johannes Theodat in seinem Wohnhaus am Haarmarkt, heute Rotenturmstraße 14, eröffnet.

Heurigenkultur

Wien ist weltweit eine der wenigen Metropolen mit eigenem Weinanbaugebiet. Dieser Wein wird in Wien in kleinen Lokalen (Heurigen) ausgeschenkt, die sich vor allem in den Weinbaugebieten Döblings (Grinzing, Neustift am Walde, Nussdorf, Salmannsdorf, Sievering), Floridsdorfs (Jedlersdorf, Stammersdorf, Strebersdorf), Mauer und Oberlaa konzentrieren. Der Wein wird oftmals auch als Gespritzter getrunken, einem Mischgetränk aus Weißwein und Soda- oder Mineralwasser, wobei das Mischungsverhältnis jahreszeitlich variieren kann (Sommer- oder Wintergespritzter).

Sub- und Jugendkultur

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Das Werkstätten- und Kulturhaus (WUK) an der Währinger Straße ist ein beliebter Jugendtreffpunkt.

Eine eigenständige Jugendkultur abseits des Mainstreams gibt es auch in Wien, wenngleich sie nie über ein gewisses Nischendasein hinausgekommen ist.

Eines der ältesten Zentren für Jugend- und Subkultur ist das Werkstätten- und Kulturhaus (WUK) auf dem Standort des ehemaligen Technologischen Gewerbemuseums (TGM), das in den frühen 1980er-Jahren zu einem freien Kultur- und Werkstättenhaus wurde. Auch heute noch finden hier eine Vielzahl künstlerischer Veranstaltungen aller Art statt.

Ein bekannter Veranstaltungsort der Stadt für subkulturelle Aktivitäten ist das früher im Besitz der KPÖ stehende und von Autonomen besetzte Ernst-Kirchweger-Haus (EKH). Dort wurden neben diversen Workshops, Arbeitsgruppen, Informations- und Beratungstätigkeiten auch regelmäßig Konzerte und Partys mit Rock, Punk oder auch Tekno abgehalten. Auch die Volxtheaterkarawane findet ihre Heimat im EKH. Mittlerweile ist dieser Treffpunkt im Besitz der Stadt Wien.

Ein weiteres Zentrum von Jugend- und Subkultur ist das Flex am Donaukanal, das internationale, genreübergreifende Konzerte und DJ-Events, die irgendwo zwischen Pop- und Alternativmusik angesiedelt sind, aufwartet und somit auf ein großteils jugendliches Publikum verweisen kann. Obwohl direkt am Kanal gelegen und daher ohne Anrainer, gab es bei seiner Etablierung am jetzigen Standort heftige Proteste von Bezirkspolitikern.

Auf dem Gelände des alten Schlachthofs in der Baumgasse befindet sich die Arena Wien, ein ehemals besetztes Gelände, das mittlerweile ein eigenständiges Kulturzentrum ist. Bestehend aus Großer Halle, kleiner Halle, Dreiraum und Beisl finden hier regelmäßig Konzerte und Partys statt. Im Sommer gibt es auch etliche Konzerte und ein Freiluft<b />kino auf der großen Freiluftbühne im Zentrum der Arena.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, da im Untergrund aktiv, ist die Wiener Freetekno-Szene. Nur gelegentlich veranstalten Soundsysteme auch in bekannten Clubs öffentlich bekannt gegebene Tekno-Partys. Die meisten Veranstaltungen finden in Hallen am Stadtrand oder etwas außerhalb der Stadtgrenze, in Niederösterreich, statt. Angekündigt werden die Partys im Freundes- und engeren Bekanntenkreis per Mundpropaganda oder Infolines.

Umfangreiche Berichterstattung erhielt hingegen die Krocha-Szene, die ihren Ursprung in Wien hat.

Veranstaltungen

(Auswahl, chronologisch)

  • Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Musikverein, 1. Jänner (ORF-TV- und -Radioübertragung)
  • Wiener Eistraum, Eislaufen auf dem Rathausplatz (Jänner bis März)
  • Philharmonikerball, Ball der Wiener Philharmoniker im Musikverein, Treffpunkt der Wiener Gesellschaft
  • Wiener Opernball – Einer der gesellschaftlichen Höhepunkte im Fasching, in der Staatsoper, zum Teil vom ORF live übertragen
  • Zahlreiche weitere Faschingsbälle vom Kaffeesiederball bis zum Bonbonball, vom Ball der Technik bis zum Blumenball
  • Musikfestival OsterKlang
  • Wiener Frühlingsfestival (Konzerthaus, Musikverein)
  • Viennafair Die größte österreichische Messe für zeitgenössische Kunst findet jährlich im Mai statt.
  • Wiener Festwochen, jährliches fünfwöchiges Festival mit Theater-, Musik- und anderen kulturellen Produktionen, Gastspiele aus ganz Europa
  • Life Ball: die größte AIDS-Benefiz-Veranstaltung in Europa findet in Anwesenheit internationaler Prominenz jährlich vor und im Rathaus statt
  • Donauinselfest: 1983 zum ersten Mal auf der Donauinsel ausgetragenes Musikfestival. Bei freiem Eintritt besuchen mittlerweile jeden Sommer rund drei Millionen Menschen die auf mehreren Bühnen drei Tage lang veranstalteten Konzerte (Europas größtes Freiluftfestival)
  • Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker: Vor der Kulisse des Schönbrunner Schlossparks und der Gloriette spielen die Philharmoniker jedes Jahr im Juli ein Klassikprogramm, das mit über 100.000 Zuschauern und Übertragung in 60 Länder weltweit zu einer Art Sommer-Ausgabe des Neujahrskonzertes wurde.
  • Film Festival auf dem Wiener Rathausplatz: jeden Juli und August werden jeden Abend auf dem Rathausplatz Opern- und Konzertfilme auf Großleinwand vorgeführt, Eintritt frei. An diversen Ständen werden kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt angeboten.
  • Viennale Vienna International Film Festival: findet seit 1960 jedes Jahr im Oktober statt
  • Wiener Adventzauber (Christkindlmarkt auf dem Rathausplatz) und weitere Weihnachtsmärkte, z. B. vor dem Schloss Schönbrunn
  • Wiener Silvesterpfad durch die Altstadt am 31. Dezember
  • Kaiserball in der Hofburg am 31. Dezember

Infrastruktur

Für große Teile der technischen und sozialen Infrastruktur der Stadt ist der Magistrat (Wiener Gemeindeamt) zuständig. Die über 60 thematisch spezialisierten Magistratsabteilungen verwalten gemeinsam mit den 19 Magistratischen Bezirksämtern, den Unternehmungen nach § 71 Wiener Stadtverfassung (Krankenanstaltenverbund, Wiener Wohnen, Wien Kanal) und den ausgegliederten Unternehmen der Stadt (Wiener Stadtwerke Holding AG, Museen der Stadt Wien, Wien Holding GmbH) wichtige Bereiche des öffentlichen Lebens in der Bundeshauptstadt (Kindergärten, Schulen, Parkanlagen, öffentliche Waldflächen, Müllabfuhr etc.).


Technische Infrastruktur

Stadtplanung

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Plakat der Wiener Festwochen 2010 (Ausschnitt): Wiens Stadtzentrum als utopische Hochhauscity

Der Wiener Stadtentwicklungsplan (kurz: STEP) wird von der MA 18 (Magistratsabteilung 18) erstellt, legt die Richtlinien für die Stadtentwicklung in den nächsten Jahren fest und trägt somit maßgeblich zur städtischen Infrastruktur bei. Die Stadtentwicklungspläne werden in Abständen von zehn Jahren überarbeitet. Während nach 1945 lange Zeit demographische Stagnation herrschte, die auch in den Stadtentwicklungsplänen ihren Niederschlag fand (Privilegierung der Verbauung von Baulücken etc.), kommt es seit der Wende in Osteuropa wieder zu expansiveren Konzepten. Die 1994 beschlossene Revision des STEP 84 trug beispielsweise bereits dem deutlichen Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung Rechnung. Der Stadtentwicklungsplan 2005 (STEP 05) befasst sich mit einem Dutzend von Zielgebieten, beispielsweise der Waterfront, einem Gebiet vom Donaukanal über den Praterstern, Nordbahnhof, Handelskai zur Alten Donau, oder dem Wiental. Die Stadtplanung befasst sich außerdem mit der regionalen und internationalen Verkehrsanbindung Wiens.

Besonders umstritten ist in Wien die Errichtung von Hochhäusern, namentlich im Stadtzentrum. Im Jahr 2001 wurde von der Stadtplanung ein Hochhauskonzept erarbeitet, das in der Folge ausführlich diskutiert wurde. Es basierte auf früheren Hochhausstudien (Architekt Hugo Potyka 1972 und COOP Himmelb(l)au 1992). Nach positiver Äußerung der Stadtentwicklungskommission wurde das Konzept „Hochhäuser in Wien“ vom Gemeinderat im April 2002 angenommen.

Stadtversorgung

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Das Wiener Wasser stammt seit 1873 aus dem Schneeberg-Gebiet.

Wien wird seit 1873 durch die erste Wiener Hochquellenwasserleitung mit Wasser aus dem Rax-Schneeberg-Gebiet und seit 1910 zusätzlich durch die zweite Hochquellwasserleitung aus dem Hochschwab-Gebiet versorgt. Die Gebiete wurden 1965 zum Wasserschutzgebiet erklärt, betreut werden sie von der Forstverwaltung der Stadt Wien. Wasser aus einem Grundwasserwerk in der Lobau wird selten, etwa bei Wartungsarbeiten oder besonders hohem Wasserverbrauch, in bestimmten Bezirken dem Hochquellwasser beigemengt.

Sämtliche Abwässer werden durch die Wiener Kanalisation in die städtische Hauptkläranlage in Simmering geleitet, wobei bis vor kurzem bei Reinigungsarbeiten und starkem Regen verdünntes Kanalwasser, sogenanntes Mischwasser, in den Donaukanal bzw. die Donau gelangte. Dieses Problem wurde von der Stadt Wien mit dem Bau des Wientalkanals behoben. Er ist 3,5 Kilometer lang und wurde 2006 fertiggestellt. Nunmehr wird das Abwasser gänzlich gesammelt und nach verfügbarer Kapazität der Kläranlagen dann an diese abgegeben.

Das Kanalsystem gelangte durch den Film Der dritte Mann zu internationaler Berühmtheit.

Für die Stromleitungen Wiens ist die Wien Energie zuständig, ein Tochterunternehmen der Wiener Stadtwerke, welche zur Gänze der Stadt Wien gehören. Der Strommarkt selbst ist liberalisiert, der Wettbewerb jedoch nur im Großkundenbereich ausgeprägt. Wien-Energie ist der wichtigste Stromlieferant Wiens.

In Wien existiert ein großes Fernwärmenetz, welches von Wien Energie betrieben wird. Die Erzeugung erfolgt unter anderem in den drei großen Müllverbrennungsanlagen Spittelau, Simmeringer Haide und Flötzersteig.

Verkehrsinfrastruktur

Im Jahr 2007 wurden 35 % aller Wege in Wien mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt, das ist europäischer Spitzenwert. Weitere 28 % wurden im Jahr 2007 zu Fuß bewältigt und 32 % der Wege mit dem eigenen Fahrzeug. Nach wie vor zu gering erscheint den Wiener Stadtplanern der Anteil der Wege, die mit dem Fahrrad zurückgelegt werden (5 % im Jahr 2007).

Zehn Donaubrücken (Straßen, Eisenbahn, U-Bahn, Fußgänger) verbinden das Stadtgebiet links und rechts der Donau, sieben (inkl. zwei befahrbare Wehre) verbinden das linke Donauufer über die Neue Donau mit der Donauinsel, 35 Brücken (sowie ein Wehr und eine Schleuse) überspannen den Donaukanal. Das (begehbare) Kraftwerk Freudenau staut den Donaustrom, zwei Rohrbrücken führen Leitungen vom linksufrigen Wien zum rechtsufrigen Niederösterreich.

Straße

(Lexikon der Wiener Straßennamen)
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A23 – Wiener Stadtautobahn
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Gürtel an der Alser Straße

Wie die Bahnlinien verlassen auch die alten Fernstraßen (später Bundesstraßen) die Stadt sternförmig. Teilweise sind sie immer noch nach den Fernzielen benannt (Prager Straße B3, Brünner Straße B7, Triester Straße B17).

Gleiches gilt auch für die Autobahnen: A1 Westautobahn, A2 Südautobahn, A4 Ostautobahn und A22 Donauuferautobahn verlassen die Stadt radial. Die A3 ins Burgenland zweigt südlich von Wien von der A2 ab. Als A5 wird derzeit die Nordautobahn Richtung Brünn gebaut, die an das tschechische Autobahnnetz anschließen soll. Als A6 wurde 2007 östlich von Wien die Nordostautobahn von der A4 nach Pressburg (Slowakei) eröffnet.

Die A23 Wiener Südosttangente (die meistbefahrene Straße Österreichs) ist eine ringförmige Verbindung zwischen A2, A4 und A22 im südlichen Stadtgebiet; zu ihrer Entlastung wurde an der südlichen Stadtgrenze die S1 Außenring-Schnellstraße gebaut und am 28. April 2006 eröffnet. Diese soll östlich der Donau in einem Autobahnring fortgesetzt werden, über den man zur A5 gelangt; die dazu nötige Untertunnelung des Nationalparks Donauauen ist aus ökologischen Gründen umstritten. A1, A2 und S1 sind durch die außerhalb Wiens verlaufende A21, die Außenring- oder Wienerwaldautobahn verbunden, über die der West-Ost-Transitverkehr geleitet wird.

In der Stadt gehen die Fernstraßen vom Gürtel aus, der die inneren Bezirke umschließt. Diese sechs- bis achtspurige Straße ist daher besonders staugefährdet und beeinträchtigt durch ihre enorme Verkehrsfrequenz die Wohnqualität. Problemstellen sind des Weiteren vor allem die Stadteinfahrten, insbesondere im Westen auf Grund des Wienerwaldes. Im Süden sind die Stauschwerpunkte vor allen auf A2 und A23 zu finden. Auf der A23, der Südosttangente, stockt der Berufsverkehr fast jeden Tag.

Parkraumprobleme beschränken sich im Allgemeinen auf die inneren Bezirke, die großflächig als Kurzparkzonen eingerichtet sind (Anrainer können mit dem gebührenpflichtigen, sogenannten „Parkpickerl“ Dauerparkplätze beanspruchen). Für einpendelnde Verkehrsteilnehmer bestehen einige Parken-und-Reisen-Anlagen mit Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel; die Stadtverwaltung strebt allerdings, auch mit ihrer Beteiligung am Verkehrsverbund Ost-Region (VOR), danach, dass die Pendler bereits außerhalb von Wien in öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Für die Bewohner parkplatzarmer Viertel werden mit finanzieller Hilfe der Stadt „Volksgaragen“ errichtet, die in „grün bewegten“ Bezirken politisch umstritten sind.

Generell ist es Ziel der Stadtverwaltung, den Anteil des Individualverkehrs am Gesamtverkehr aus ökologischen Gründen zu reduzieren. Als Bremse für entsprechende Einschränkungen wirkt der Wunsch der zuständigen Politiker nach Wiederwahl.

Öffentlicher Nahverkehr

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Vier Generationen der „Bim
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Stadtbahnstation Karlsplatz

Wien verfügt über ein großes Netz öffentlicher Verkehrsmittel. Es besteht aus den zu den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) gehörenden S-Bahn-Linien, der Badner Bahn und dem Netz der Wiener Linien (U-Bahn, Straßenbahn und Autobuslinien), dem City Airport Train und diversen privaten Autobuslinien. Alleine die Wiener Linien transportieren jährlich etwa 839 Millionen Fahrgäste (Stand: 2010).[16]

Die Wiener Straßenbahn existiert seit 1865 und betreibt heute ein 179 Kilometer langes Gleisnetz. Damit verfügt Wien über eines der ältesten und längsten Straßenbahnnetze der Welt. Ab 1898 wurde die im Jugendstil errichtete Stadtbahn eröffnet, deren Gleisnetz ab 1976 von der schrittweise neu errichteten U-Bahn übernommen wurde. Der Autobuslinienbetrieb wurde in Wien am 23. März 1907 aufgenommen. Heute verfügt Wien mit der 24-Stunden-U-Bahn[17][18] und der NightLine auch über ein Nachtverkehrs- und Anrufsammeltaxinetz. Darüber hinaus fahren vor allem in den Stadtrandzonen private Busunternehmen in Tarifgemeinschaft mit den Wiener Linien. Gemeinsam mit den Bahn- und Buslinien im Umland bis etwa 60 km Entfernung vom Zentrum Wiens bildet das Wiener Verkehrsnetz den Verkehrsverbund Ost-Region (VOR).

Fahrrad

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„Citybike“-Verleihstation am Praterstern

Der Anteil des Fahrradverkehrs am Gesamtverkehr beträgt in Wien derzeit etwa 5 Prozent. Bis 2015 soll dieser Anteil nach den Vorstellungen der Stadtplanung auf 10 Prozent erhöht werden.[19] In manchen Bereichen der Innenstadt liegt der Wert jetzt deutlich höher, so etwa in der Inneren Mariahilfer Straße bei 20 Prozent.

Das Netz an öffentlichen Radwegen, Radfahrstreifen und Radrouten im Stadtgebiet umfasst derzeit etwas mehr als 1100 Kilometer;[20] davon sind 21 Prozent[20] vom Autoverkehr baulich getrennt, 11,44 Prozent der Radwege befinden sich auf Gehsteigen.[21] Der Ausbau des Radverkehrsnetzes erfolgt oft in heftigem Interessensgegensatz zu Pkw-Benützern, die um Fahrspuren und Stellplätze für Autos fürchten. Stark vermehrt haben sich Einbahnregelungen „ausgenommen Fahrräder“ (164 Kilometer[20]), sie stellen 16,31 Prozent der Radwege dar.[21] Als Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln wird auch das Leihfahrradsystem „Citybike“ angeboten.

Eisenbahn

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Der Wiener Südbahnhof, größter Kopfbahnhof Wiens, zur Zeit der k.u.k. Monarchie
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Der Westbahnhof, das Gebäude stammt aus den 1950er-Jahren

Historisch bedingt – alle Verkehrsverbindungen orientierten sich nach der Haupt- und Residenzstadt der österreichisch-ungarischen Monarchie – wurden in Wien mehrere Kopfbahnhöfe errichtet. Alle größeren Bahnhöfe Wiens wurden jedoch im Zweiten Weltkrieg auf Grund ihrer strategischen Bedeutung zumindest beschädigt. Die meisten wurden wieder aufgebaut und neu gestaltet. So wurde 1951 der alte Westbahnhof durch einen Neubau ersetzt, in den Jahren 1976 bis 1980 der Franz-Josefs-Bahnhof überbaut. In den Neubau des (3.) Südbahnhofs wurde der früher getrennte Ostbahnhof integriert. Der Nordbahnhof wurde nicht wiederhergestellt (seine architektonische Bedeutung wurde damals nicht erkannt), da durch den Zerfall der Donaumonarchie und den Eisernen Vorhang der Fernverkehr der Nordbahn seine Bedeutung verloren hatte. Mit dem 2010 begonnenen Bau des Wiener Hauptbahnhofes soll die Stadt 2012/2013 erstmals einen Durchgangsbahnhof als Hauptbahnhof erhalten.

Heute bestehen in Wien noch zwei große Kopfbahnhöfe:

Durchgangsbahnhöfe:

Daneben gibt es noch viele kleinere Bahnhöfe bzw. Stationen, die vor allem für den Personennahverkehr bedeutsam sind. Siehe auch: Liste der Wiener S-Bahn-Stationen

In Wien gibt es auch zwei populäre Parkbahnen: die Liliputbahn im Wiener Prater und die Donauparkbahn im Donaupark.

Flughafen

Südöstlich von Wien befindet sich der internationale Flughafen Wien, auch bekannt als Flughafen Wien-Schwechat. Im Jahr 2007 wurden über 254.000 Flugbewegungen abgewickelt; 18,77 Millionen Passagiere frequentierten den Flughafen. Der Flughafen ist die Heimatbasis der Austrian Airlines Group. In jüngster Zeit weichen Billigfluglinien auf den nahe gelegenen Flughafen in Bratislava aus; seit dem Jahr 2004 kooperiert der Flughafen Wien mit dem Flughafen Bratislava.

Schifffahrt

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Twin City Liner am Donaukanal

Durch den Rhein-Main-Donau-Kanal ist Wien durch eine Wasserstraße sowohl mit dem Hafen Rotterdam als auch den deutschen Industriegebieten verbunden. Über die Donau gibt es eine Verbindung mit den Ländern Osteuropas bis zum Schwarzen Meer. Der geplante Donau-Oder-Kanal blieb unvollendet. Die Personenschifffahrt auf der Donau hat heute fast nur noch touristische Bedeutung, es gibt einen Tragflügelbootverkehr nach Bratislava und Budapest. Der Wiener Personenhafen liegt bei der Reichsbrücke; daneben gibt es Anlagestellen für Personenschiffe bei Nussdorf und am Donaukanal beim Schwedenplatz.

Seit Juni 2006 verbindet der Schnellkatamaran „Twin City Liner“ dreimal täglich die beiden Hauptstädte Wien und Bratislava über die Donau. In Wien wurde als Ein- und Ausstiegsstelle der Schwedenplatz, Abgang Marienbrücke, gewählt. In Bratislava dient das denkmalgeschützte „Propellerhaus“ im Zentrum als Anlegeplatz. 2006 verkehrte das Schiff bis Ende Oktober, 2007 wurde die Saison bereits im März begonnen, 2008 wurde ein zweiter Schnellkatamaran angeschafft, und verkehrt seither fünfmal täglich zwischen Wien und Bratislava.

2003 wurden im Frachthafen 9 Millionen Tonnen Güter (vor allem Mineralölprodukte, landwirtschaftliche Produkte und Baustoffe) umgeschlagen und dazu 1550 Schiffe abgefertigt.

Soziale Infrastruktur

Sicherheit

Polizei

Die Sicherheitsverwaltung und alle zu ihr zählenden Behörden und Organe sind Kompetenz des Innenministers. Die Bundespolizeidirektion Wien, die zugleich Sicherheitsdirektion für das Bundesland Wien ist, und das ihr unterstehende Landespolizeikommando für Wien haben ihren Sitz im 1., Schottenring 7–9. Derzeit gibt es in Wien 98 Polizeiinspektionen, drei Polizeihundeinspektionen und zwei Strompolizeiinspektionen, in denen fast 4000 Polizisten ihren Dienst versehen. Dabei stehen ihnen 630 Fahrzeuge und elf Motorboote zur Verfügung.

Für Einsätze mit erhöhtem Gefährdungsgrad steht die Sondereinheit WEGA, für Einsätze mit sehr hohem Gefährdungsgrad das Einsatzkommando Cobra zur Verfügung. Zur Sicherung des Flughafens Wien steht außerdem die Einsatzabteilung Kranich bereit. Bei Großdemonstrationen und gewaltsamen Ausschreitungen, z. B. nach Fußballspielen, kommt auch die Einsatzeinheit Wien zum Einsatz.

Technische Sicherheit

Für die technische Sicherheit der Stadt (Baupolizei, Eisenbahnrecht, Wasserrecht usw.) ist der Magistrat der Stadt Wien verantwortlich; bei der Baupolizei mit der Landesregierung, im Eisenbahnrecht mit dem Verkehrsministerium, im Wasserrecht mit dem Umweltministerium als zweite Instanz.

Justiz
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Landesgericht für Strafsachen Wien

In Wien bestehen unabhängige Gerichte aller Instanzen: zwölf Bezirksgerichte (und ein eigenes Bezirksgericht für Handelssachen), das Landesgericht für Strafsachen Wien, das Oberlandesgericht für Wien, Niederösterreich und das Burgenland sowie der für ganz Österreich tätige Oberste Gerichtshof. Als Anklagebehörden bestehen unter Aufsicht des Justizministers die Staatsanwaltschaft Wien, die Oberstaatsanwaltschaft Wien und die Generalprokuratur als oberster Ankläger. Weiters bestehen in Wien drei Gerichtshöfe des öffentlichen Rechts: der Verfassungsgerichtshof, der Verwaltungsgerichtshof und der Asylgerichtshof.

In Wien gibt es vier Justizanstalten:

Feuerwehr

Die Berufsfeuerwehr ist eine Abteilung des Magistrats der Stadt Wien. Das Feuerwehrkommando, die Nachrichtenzentrale für den gesamten Raum Wien und die Dienstführungen aller drei Sparten des Feuerwehrdienstes haben ihren Sitz in der Zentralwache (1., Am Hof 7, 9 und 10). Wien ist in neun Brandschutzsektionen aufgeteilt; die einzelnen Sektionen haben spezifische Aufgaben und verfügen über spezielle Ausrüstung. Die 27 Feuerwachen mit insgesamt 1.780 Feuerwehrleuten sind über das ganze Stadtgebiet so verteilt, das jeder Einsatzort durchschnittlich nach fünf Minuten erreicht werden kann.

Die Berufsfeuerwehr Wien ist die älteste Berufsfeuerwehr der Welt. Außerdem bestehen in zwei früheren Dörfern knapp vor der Stadtgrenze die Freiwilligen Feuerwehren FF Breitenlee und FF Süßenbrunn. Sie sind organisatorisch in die Berufsfeuerwehr eingegliedert und werden als Gruppenwachen geführt. Ihnen gehören ca. 70 Feuerwehrleute an. Weiters bestehen 47 Betriebsfeuerwehren mit knapp 1450 Feuerwehrleuten; insgesamt können somit 3300 Feuerwehrleute mobilisiert werden.

Schulwesen und Universitäten

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Universität Wien Hauptgebäude am Ring
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Akademie der bildenden Künste Wien

In Wien gibt es 283 Volksschulen (davon sind 217 öffentliche Schulen), 120 Hauptschulen (davon 96 öffentliche), 46 Sonderschulen (40 öffentliche) und 95 Allgemeinbildende höhere Schulen (67 öffentliche). Zudem befinden sich in Wien 28 Berufsschulen (25 öffentlich), beispielsweise für Elektrotechnik, Gastgewerbe, oder Bürokaufleute, 22 technische und gewerbliche mittlere und höhere Schulen (11 öffentliche), wie für Textilindustrie oder Chemische Industrie, 21 wirtschaftsberufliche mittlere und höhere Schulen (8 öffentliche), beispielsweise HBLA für Mode und wirtschaftliche Berufe für Mode oder Tourismusschule und 16 kaufmännische mittlere und höhere Schulen (6 öffentliche).

Die Universität Wien ist zudem die älteste und größte Universität im heutigen deutschen Sprachraum (die älteste deutsche Universität war Prag). Sie wurde bereits 1365 als „Alma Mater Rudolphina“ gegründet und war vor allem für ihre medizinische Fakultät berühmt, die seit dem Jahre 2004 als eigenständige Universität unter dem Namen Medizinische Universität Wien existiert. 1692 wurde die Akademie der bildenden Künste Wien als Privatakademie des Hofkammermalers Peter Strudel gegründet; seit 1765 besteht die von Maria Theresia ins Leben gerufene Veterinärmedizinische Universität Wien. 1815 wurde die Technische Universität Wien als k.u.k. polytechnisches Institut gegründet; zwei Jahre später folgte die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, die aus der Singschule des Antonio Salieri hervorging. Ebenfalls aus der Zeit des Kaiserreiches stammen die Universität für angewandte Kunst (1867 als Kunstgewerbeschule gegründet), die seit 1872 bestehende Universität für Bodenkultur Wien und die 1898 als k.u.k. Exportakademie gegründete Wirtschaftsuniversität Wien. Neben diesen staatlichen Universitäten gibt es in Wien noch fünf Privatuniversitäten (PEF Privatuniversität für Management, Webster University Vienna, Konservatorium Wien Privatuniversität, Sigmund Freud PrivatUniversität Wien sowie die Modul University) und einige Fachhochschulen (FHWien Studiengänge der WKW, Fachhochschule des bfi Wien, Fachhochschule Technikum Wien, FH Campus Wien, sowie die Lauder Business School. Außerdem befinden sich noch einige unabhängige Institute wie das Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik in Wien.


Bibliothekswesen

Die führenden wissenschaftlichen Bibliotheken Wiens sind die Österreichische Nationalbibliothek, die Universitätsbibliothek Wien und die Wienbibliothek im Rathaus (ehemals Wiener Stadt- und Landesbibliothek). Dazu kommen die Bibliotheken der Wirtschaftsuniversität Wien, der Technischen Universität, der Medizinischen Universität und anderer Hochschulen sowie die Fachbibliotheken der Universitätsinstitute, außerdem die Sozialwissenschaftliche Bibliothek der Arbeiterkammer und die Parlamentsbibliothek. Im Akademietrakt der Stiftskaserne befindet sich die Österreichische Militärbibliothek, die größte Amts- und Behördenbibliothek Österreichs. Die 41 städtischen Leihbüchereien Wiens sind als Wiener Büchereien zusammengefasst, darunter die neue Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz.

Gesundheitswesen

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Ursprüngliches Gebäude des Allgemeinen Krankenhauses, eines der ältesten öffentlichen Spitäler der Welt; heute Universitätscampus „Altes AKH“

Das Allgemeine Krankenhaus (AKH) im Wiener Gemeindebezirk Alsergrund ist das größte Spital Wiens und Österreichs und zugleich das Klinikum der Medizinischen Universität Wien.

Sozialer Wohnbau

Wien ist bekannt für den sozialen Wohnbau. Während der Zeit des Roten Wiens von 1918 bis 1934 entstanden erstmals im großen Stil zahlreiche Gemeindebauten, die von der Stadt errichtet und betrieben wurden, nicht auf Gewinne ausgerichtet waren und primär für die Arbeiterschaft zahlreiche Wohnungen zu günstigen Mieten bereitstellten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es erneut eine starke Bautätigkeit an Gemeindebauprojekten.

Soziale Einrichtungen

Die ersten sozialen Einrichtungen Wiens entstanden im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, als aufgrund der großen Armut in der Bevölkerung die ersten Obdachlosen- und Männerwohnheime, etwa das 1905 eröffnete in der Meldemannstraße, errichtet wurden.

Freizeit

Nachtleben

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Stadtstrand an der Urania

In den 1980er-Jahren entwickelte sich zunächst im Grätzl rund um den Schwedenplatz und die Ruprechtskirche eine rege Beislszene, die scherzhaft Bermudadreieck genannt wird (weil so mancher nach einer langen Nacht dort verschollen sein soll). In den folgenden Jahren dehnte sich die Lokalszene an beiden Ufern des Donaukanals aus. Nahe der Haltestelle Schottenring, ebenfalls am Donaukanalufer, befindet sich schon seit 1995 das Flex – einer der größten Clubs in Wien, in dem täglich Abendveranstaltungen und Auftritte von lokal sowie international renommierten DJs und Bands stattfinden. Mit bekannten Acts – vor allem aus der Ragga/Reggae/Dancehall-Szene – wartet auch das Kulturzentrum WUK nahe dem Währinger Gürtel auf. Das Museumsquartier ist vor allem in den Sommermonaten ein beliebter Treffpunkt mit verschiedenen Gastgärten sowie dem Café Leopold, das ab 22 Uhr zu einem Club umgewandelt wird, der vor allem am Wochenende namhafte elektronische Musiker aus dem In- und Ausland zu Gast hat.

In den 1990er Jahren entstanden im Zuge der Sanierung des Gürtels zahlreiche Szenelokale in den ehemaligen Stadtbahnbögen, die mittlerweile fester Bestandteil des Wiener Nachlebens sind, beispielsweise das Chelsea, das B72, das Rhiz oder das Q [kju:]. Diese Lokale wurden bewusst dort gegründet, um den Stadtteil zu beleben. Die Gürtelbögen haben aufgrund ihrer mittigen Straßenlage den Vorteil, für die Anrainer keine zusätzliche Lärmbelästigung darzustellen. Einer der vornehmsten Clubs ist heute die Passage bei der Hofburg, sie ist in einer ehemaligen Fußgängerunterführung untergebracht und hat des Öfteren internationale Top-DJs zu Gast. In der Nähe befindet sich auch der Volksgarten, mit einem ähnlichen Publikum wie die Passage, und die Volksgarten Banane.

Rund um die Mariahilfer Straße gibt es auch eine vielfältige Lokalszene bestehend aus Cafés, Bars und kleinen Clubs, die am Abend eine DJ-Line anbieten. Hier sind zum Beispiel das Café Europa in der Zollergasse, die Blue Box in der Richtergasse, das Pulse in der Schottenfeldgasse und das Luftbad in der Luftbadgasse.

Im Alten AKH, dem umgewidmeten Areal des ehemaligen Allgemeinen Krankenhauses im 9. Bezirk haben sich nebst einigen Uni-Instituten und Geschäften in jüngster Zeit auch Lokale mit ausgedehntem Freiluft-Betrieb angesiedelt.

Einen weiteren Schwerpunkt des Nachtlebens bilden im Sommer die Copa Cagrana und Sunken City auf der Donauinsel bei der Reichsbrücke mit zahlreichen Open-Air-Lokalen. Ebenfalls ein seit einigen Jahren neu belebtes Viertel ist das Freihausviertel im vierten Bezirk nahe dem Karlsplatz, das nicht nur abends, sondern wegen seiner Nähe zum Naschmarkt auch untertags gut frequentiert ist. Zusätzlich entstanden seit dem Ende der 90er Jahre zahlreiche Großraum-Diskotheken und Entertainment-Center am Stadtrand, unter anderem in der Donaustadt.

Wiener Parks, Wälder und Auenlandschaften

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Ostabdachung des Wienerwalds, Blick auf Döbling mit Kahlenberg und Leopoldsberg im Hintergrund
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Das Donauinselfest findet jeden Sommer auf der Donauinsel statt.

Wien besitzt viele unterschiedliche Parkanlagen und ist weltweit eine der Städte mit dem höchsten Grünflächenanteil, der die Hälfte des Stadtgebiets ausmacht. In der Innenstadt gibt es mehrere Parks, deren Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, die reich mit Denkmälern und Parkbauten bestückt sind. Hierzu zählen der Stadtpark, der an die Hofburg anschließende Burggarten, der Augarten, sowie der Volksgarten. Von den barocken Gartenanlagen der Vorstadtpalais ist der Schlosspark von Schloss Belvedere mit dem botanischen Garten noch fast in Originalgröße erhalten geblieben. Neben den großen Parks gibt es zahlreiche kleinere Parkanlagen insbesondere in den Innenstadtbezirken. Diese werden scherzhaft auch Beserlparks genannt. Auch Friedhöfe wurden nach dem Ersten Weltkrieg in Parkanlagen (beispielsweise der Währinger Schubertpark) umgewandelt.

Die größte Parkanlage Wiens ist der Wiener Prater in der Leopoldstadt. Mit 600 Hektar ist er fast doppelt so groß wie der Central Park in New York und dreimal so groß wie der Berliner Tiergarten. Das ehemalige kaiserliche Jagdgebiet, das noch heute zu großen Teilen aus Aulandschaften besteht, wurde 1766 von Joseph II. dem Volk übergeben. Rund um den grünen Prater entstanden im Laufe der Zeit das Messegelände, wo die Weltausstellung 1873 stattfand, der Vergnügungspark Wurstelprater mit seinem Wahrzeichen, dem Riesenrad, sowie mit dem Ernst-Happel-Stadion (ehemals Praterstadion) das größte Fußballstadion Österreichs.

Die 21,1 Kilometer lange und 200 Meter breite Donauinsel ist ebenfalls ein beliebtes Naherholungsgebiet der Wiener Bevölkerung. Einmal pro Jahr findet hier das Donauinselfest statt. Ursprünglich wurde die Donauinsel in den Jahren 1972 bis 1988 als Hochwasserschutz „errichtet“. Es gibt hier unter anderem einen großen FKK-Badebereich. Im Gebiet der Reichsbrücke hat sich zudem eine vielfältige Lokalszene entwickelt.

Im Westen der Großstadt reichen die Ausläufer des Wienerwaldes zum Teil weit in die verbauten Bereiche der Außenbezirke hinein. Hier findet sich unter anderem der Lainzer Tiergarten, ein weitläufiges Waldgebiet (2500 Hektar) mit reichem Wildbestand. In dem ehemaligen kaiserlichen Jagdgebiet finden sich neben dem Jagdschloss Hermesvilla bis heute Jagdwild, wobei insbesondere die Wildschweine im Lainzer Tiergarten sehr populär sind. Die Wälder im Westen werden durch den Wiener Grüngürtel im Süden (Wienerberg und Laaer Berg), der teilweise aufwändig wieder aufgeforstet wurde, fortgesetzt. Nördlich der Donau dient neben dem Donaupark insbesondere die Lobau als Naherholungsgebiet. Das Auengebiet der Donau ist sogar Teil des Nationalparks Donau-Auen.

Sowohl Sehenswürdigkeiten als auch Grünoasen sind die Wiener Friedhöfe, die als Erholungsorte gelten und zum Spazieren einladen. Der Zentralfriedhof ist nicht nur für seine Ehrengräber berühmt. Es befinden sich dort auch ein evangelischer Friedhof, der neue und alte jüdische Friedhof, eine islamische Abteilung, eine moslemisch-ägyptische Abteilung sowie zahlreiche orthodoxe Abteilungen und Grabstätten der Anatomie. Auch der Sankt Marxer Friedhof ist ein beliebtes Areal für Spaziergänge. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts geschlossen und wird heute als Parkanlage geführt. Hier wurden einst Mozart und Josef Madersperger, einer der Erfinder der Nähmaschine, in Schachtgräbern bestattet, wodurch die exakte Lage ihrer Grabstellen heute nicht bekannt ist.

Sport

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Wiener Stadthalle
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Siegerehrung 2004 zum Vienna Marathon mit Bundespräsident Heinz Fischer

Wien kommt im österreichischen Sportgeschehen eine zentrale Rolle hinzu. Viele neue Sportarten verbreiteten sich von hier aus nach ganz Österreich. Lieblingssport der Wiener ist das Schwimmen. Hierfür stehen zahlreiche Schwimmbäder, wie auch natürliche Gewässer zur Verfügung. Sehr beliebt und populär ist das Gänsehäufel, eine Sandinsel in der Alten Donau. Knapp hinter dem Schwimmen in der Beliebtheitsstatistik rangiert der Fußballsport. Heute gibt es mit dem Rekordmeister SK Rapid Wien und dem Rekordcupsieger Austria Wien zwei stark rivalisierende Vereine. Der SK Rapid stand bislang zwei Mal in einem Europapokalfinale und konnte sogar deutscher Meister und Pokalsieger werden. Die Austria erreichte ebenfalls einmal das Europacupfinale. Sporthistorisch wertvoll ist auch die Vienna, Österreichs ältester Fußballklub, sowie der Wiener Sport-Club, der ebenfalls große Erfolge im Europapokal feiern konnte. Auch zwei der Vorläufervereine des in der Südstadt Spielenden VfB Admira Wacker Mödling (Wacker Wien und Admira Wien) waren Wiener Vereine. Die Dominanz der Wiener Vereine zeigt sich alleine dadurch, dass mit dem LASK erst 1965 eine Mannschaft aus den Bundesländern Meister werden konnte. Das größte Fußballstadion Wiens, das Ernst-Happel-Stadion, steht mit seinen 49.825 Plätzen exklusiv der österreichischen Nationalmannschaft seit 1931 zur Verfügung. Es ist eines der wichtigsten Fußballstadien Europas und war in der jüngsten Vergangenheit dreimal Gastgeber des Champions-League-Finales. 2008 fanden hier das Finale und einige andere Spiele der Europameisterschaft statt.

Neben den Fußballvereinen gibt es zahlreiche erfolgreiche Wiener Vereine in anderen Sportarten. Im Eishockey wurden 2005 bei den Herren die Vienna Capitals sowie bei den Damen die EHV Sabres österreichischer Meister. Zusätzliches Highlight in der Wiener Eishockey-Saison war die Weltmeisterschaft in der Wiener Stadthalle. Die Footballer von den Raiffeisen Vikings Vienna konnten 2004, 2005, 2006 und 2007 die Eurobowl gewinnen, die WBV Homerunners wurden österreichischer Meister im Baseball. Die Volleyballer der aon hotVolleys mussten sich mit dem Vize-Meistertitel zufriedengeben. Die Handballer der SG Handball West Wien gewannen fünf mal den Österreichischen Meistertitel, die der Margareten Fivers bis jetzt einmal.

Neben den Mannschaftssportarten gibt es in Wien ebenfalls ein breites Angebot für Individualsportarten. Als Laufstrecken sind die Wege im Wiener Prater oder auf der Donauinsel sehr beliebt. Trainiert kann auch im Ferry-Dusika-Hallenstadion werden. Einmal jährlich findet zusätzlich der Vienna City Marathon statt. Radfahrern stehen neben über 1.000 Fahrradkilometern zahlreiche Mountainbikestrecken in den Wiener Bergen zur Verfügung. An der Alten Donau und an der Donau gibt es für Freunde des Rudersports insgesamt elf verschiedene Rudervereine. In Wien gibt es drei ordentliche und vier außerordentliche Mitgliedsclubs des Österreichischen Golf-Verband, Golfplätze stehen etwa am Wienerberg zur Verfügung. Als Fechtklub ist vor allem der Wiener Sport-Club bekannt. Auch für den Wintersport, der in Österreich einen hohen Stellenwert genießt, gibt es vielfältige Angebote. Die Stadt Wien betreibt auf der ehemaligen FIS-Strecke Hohen-Wand-Wiese und auf der Dollwiese zwei Schipisten. Ab einer Schneelage von 20 cm zieht das Sportamt der Stadt Loipenspuren durch den Prater, auf der Donauinsel, am Wienerberg, auf den Steinhofgründen, im Schwarzenbergpark, am Cobenzl und im Maurer Wald. Die Streckenlängen reichen von 2,5 Kilometern (am Wienerberg) bis zu 12 Kilometern (Donauinsel).

Öffentliche Badeanlagen

Die wohl bekannteste öffentliche Badeanlage Wiens ist das Gänsehäufel – eine Insel an der Alten Donau, die zur Gänze dem Badevergnügen gewidmet ist. Direkt daneben befindet sich das „Kleine Gänsehäufel“, eine Halbinsel, auf der sich mehrere Arbeiterbäder, die während der Zeit des „Roten Wiens“ eröffnet wurden, befinden. Auch andere öffentliche Bäder stammen aus dem „Roten Wien“, wie etwa die Kinderfreibäder oder das Amalienbad im 10. Bezirk. Noch unter einem christlichsozialen Bürgermeister wurde 1914 das Jörgerbad eröffnet. Noch älter ist das Dianabad, welches 1806 vorerst nur für die gesellschaftliche Oberschicht fertiggestellt wurde. Ebenfalls zum Baden genutzt wird die zwischen der Neuen Donau und der Donau gelegene, über 21 km lange Wiener Donauinsel sowie die am nordöstlichen Ufer der Neuen Donau gelegenen Badebereiche im 21. und 22. Bezirk.

Wirtschaft

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Die Börse an der Ringstraße

Innerhalb der Europäischen Union gehört Wien zu den wohlhabendsten Regionen. Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte Wien im Jahr 2003 einen Index von 170.9 (EU-25: 100).[22] Dieser Ruf bestätigte sich erneut 2007, als die Stadt als fünftreichste Region der Europäischen Union, mit einem Index von 180 (EU-25: 100), eingestuft wurde. Vor ihr liegen nur London, Luxemburg, Brüssel und Hamburg.[23] Die Stadt genießt international den guten Ruf der hohen Lebensqualität, niedriger Kriminalitätsraten und als „Sprungbrett in den Osten“, da die Stadt und ihre Unternehmen schon lange gute Beziehungen zu den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) pflegen und daher über reichlich Erfahrung verfügen. Besonders im Vorfeld der EU-Osterweiterung fassten zahlreiche ausländische Großunternehmen ihre Aktivitäten in den mittel- und osteuropäischen Ländern auf ihrem Standort in Wien zusammen, oder gründeten eine solche Zentrale neu, um die Erschließung dieser Märkte von Wien aus anzugehen. In einigen Fällen ging dieser Entschluss auch einher mit der Übernahme eines österreichischen Unternehmens mit Sitz in Wien und Tätigkeit in den MOEL. Dies tat etwa der niederländische Getränkekonzern Heineken mit der Übernahme der BBAG oder die italienische Großbank UniCredit nach der Übernahme der Bank Austria. Weitere ausländische Konzerne mit Osteuropa-Zentrale in Wien sind etwa der französische Baustoffkonzern Lafarge, deutschen Konzerne wie Henkel und REWE Group und Beiersdorf. Auch die meisten der größten österreichischen Unternehmen, darunter fast sämtliche Banken, haben ihren Hauptsitz in Wien. Etwa der Mineralölkonzern OMV, der Ziegelhersteller Wienerberger oder auch die Telekom Austria.

Mit der Wiener Börse befindet sich auch Österreichs einzige Wertpapierbörse in Wien. Seit 2010 ist Wien zudem Sitz der CEE Stock Exchange Group, der als Tochtergesellschaften nicht nur die Wiener Börse, sondern auch die Börsen in Budapest, Ljubljana und Prag angehören.

In Wien waren laut Volkszählung 2001 821.458 Personen in 87.691 Unternehmen beschäftigt. Der Bezirk mit den meisten Arbeitsplätzen ist der 1. Bezirk.

Im Jahr 2005 waren durchschnittlich 92.864 Wiener arbeitslos gemeldet. Das entsprach einer Arbeitslosenquote von 13,3 Prozent (Österreich-Berechnung), 8,2 Prozent EU-Berechnung. Im Vergleich zu den anderen acht Bundesländern liegt Wien auf dem letzten Platz. Im April 2011 zählte Wien 76.656 Arbeitslose.[24] Im Vergleich hatte die Republik Österreich im April 2011 236.304 Arbeitslose, was einer Quote von 6,5 Prozent entsprach.

Tourismus

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Das Weltkulturerbe Schloss Schönbrunn zieht jährlich rund 6,7 Millionen Besucher an.
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Das Wiener Riesenrad, 1897 errichtet und ein Wahrzeichen der Stadt

Dank zahlreicher Prunkbauten aus der römisch-deutschen und der österreichischen Kaiserzeit, vielfältiger Kulturangebote und nicht zuletzt auch dank des Rufes als Musikhauptstadt, den Wien aufgrund des Schaffens zahlreicher berühmter klassischer Musiker, wie Beethoven, Mozart oder Mahler, erwarb, ist die Stadt weltweit bekannt und ein beliebtes Touristenziel.

Fiaker kutschieren Gäste durch die zum Weltkulturerbe zählende Innere Stadt, die Altstadt, in deren Zentrum sich der Stephansdom befindet. Hier im 1. Bezirk befinden sich zudem die Staatsoper, die Hofburg (Stadtresidenz der Kaiser), die Kärntner Straße (die am stärksten frequentierte Fußgängerzone Österreichs), bekannte Hotels und Konditoreien und die prunkvolle Ringstraße, die die Altstadt umgibt. Wien hat seit 1980 eine sehr lebendige und vielfältige Szene mit Lokalvierteln, Kunstgalerien, Kabaretts, Jazzlokalen und Veranstaltungen aller Art entwickelt.

Viele Touristen kommen im Dezember, wenn die Stadt mit ihren Weihnachtsmärkten, ihrem „Silvesterpfad“ durch die Altstadt und ihrem „Kaiserball“ aufwarten kann. Die meisten der Wiener Sehenswürdigkeiten sind ganzjährig zu besuchen. Zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten zählen der Stephansdom, das Schloss und der Tiergarten Schönbrunn, das Kunsthistorische Museum, die Hofburg, die Albertina, das Riesenrad sowie das MuseumsQuartier.[25]

Ergebnisse 2010

Wien registrierte 2010 10,9 Millionen Gästeübernachtungen (+ 10,3 Prozent), davon 8,7 Millionen Übernachtungen ausländischer Gäste. Der Beherbergungsumsatz der Wiener Hotellerie betrug von Jänner bis November 2010 409 Millionen Euro (+ 6,5 Prozent). Das Ergebnis ist, was die Zahl der Nächtigungen betrifft, das bisher beste; was den Umsatz betrifft, wird das Ergebnis 2010 noch deutlich unter dem Rekord von 2008 bleiben.[26] Der Gesamtumsatz des Tourismus in Wien wird auf 4 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Die zehn wichtigsten Quellmärkte hatten 2010 insgesamt einen Anteil von 71,1 Prozent am Gesamtnächtigungsergebnis:

Rang Staat Anteil (%)
01. Vorlage:GER 21,2 %
02. Vorlage:AUT 20,7 %
03. ItalienItalien Italien 5,8 %
04. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 5,2 %
05. RusslandRussland Russland 3,5 %
06. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 3,4 %
07. SpanienSpanien Spanien 3,0 %
08. FrankreichFrankreich Frankreich,
Vorlage:MCO
2,9 %
09. SchweizSchweiz Schweiz,
Vorlage:LIE
2,8 %
10. Vorlage:JPN 2,5 %

Hotellerie, Flughafen

Die Beherbergungskapazität stieg bis 2009 durch Hotelneubauten deutlich an, blieb 2010 knapp unter den Zahlen 2009 und wird sich 2011 weiter erhöhen, da sich mehrere Hotelbetriebe in Bau befinden. Im Mai 2010 (amtliche Erhebung) standen den Gästen inklusive Saisonbetriebe 396 Hotels und Pensionen mit maximal 26.775 Zimmern und maximal 51.342 Betten zur Verfügung. 12,6 Prozent der Betten wurden in der 5-Sterne-Kategorie angeboten, 48,3 Prozent mit vier Sternen, 29,4 Prozent mit drei Sternen und 9,9 Prozent der Betten in Betrieben mit zwei Sternen oder einem.[27]

Die Zimmerauslastung betrug 2010 71 Prozent, die Bettenauslastung 56,8 Prozent. 2011 wird die Beherbergungskapazität weiter wachsen, da sich Hotels in Bau befinden; zur amtlichen Erhebung im Mai 2010 waren diese allerdings noch nicht eröffnet, wodurch die Kapazität zu diesem Stichtag um 690 Betten oder 1,4 Prozent sank.

Pro Gast und Nächtigung wurde für 2009 ein Gesamtumsatz von 276 Euro errechnet.[28]

Der Flughafen Wien, der sich auf dem Gebiet der niederösterreichischen Stadtgemeinde Schwechat befindet, meldete für 2009 einen Passagierrückgang um 8,3 Prozent auf 18,1 Millionen Passagiere, die bei 243.000 Starts und Landungen abgefertigt wurden; 79 Linienfluggesellschaften haben 187 Destinationen bedient.[29]

Ausblick

Für 2015 wird im Tourismuskonzept Wien 2015, das im Oktober 2009 publiziert wurde, ein Resultat von elf Millionen Nächtigungen (+10 Prozent gegenüber 2008) und eine Erhöhung des Nächtigungsumsatzes um 100 Millionen Euro (+20 Prozent gegenüber 2008) angestrebt (Umsatz 2008: 487 Millionen Euro). Das Nächtigungsziel wurde 2011 mit 10,9 Millionen Gästenächtigungen beinahe erreicht, der Umsatz 2010 liegt jedoch deutlich unter dem von 2008.


Kongresstourismus

Zum touristischen Erfolg Wiens tragen viele internationale Kongresse, Firmentagungen, Belohnungsreisen und allgemeine Geschäftsreisen bei.

  • Mit 160 internationalen Tagungen im Jahr 2009 war Wien nach Zählungen der International Congress and Convention Association (ICCA) zum fünften Mal in Folge beliebteste internationale Kongressstadt der Welt, gefolgt von Barcelona (135), Paris (131), Berlin (129) und Singapur (119).[30]
  • Nach Zählungen der Union of International Associations (UIA), die internationale Tagungen anders definiert, erreichte Wien 2009 mit 287 internationalen Kongressen Rang 3 weltweit hinter Singapur und Brüssel.[31]

Mit 9 Prozent mehr Nächtigungen und 12 Prozent mehr Wertschöpfung als 2008 verzeichnete Wien 2009 sein zweitbestes Kongressergebnis, knapp unter dem Rekord von 2007. Die Tagungsindustrie bewirkte 2009 1,37 Millionen Nächtigungen (das sind 14 Prozent des Gesamtnächtigungsaufkommens), um 9 Prozent mehr als 2008, obwohl die Anzahl der Veranstaltungen – 882 Kongresse (+26 Prozent; 326 nationale und 556 internationale) sowie 1.687 Firmenveranstaltungen (–34 Prozent) – um 21 Prozent auf 2.569 sank. Die Teilnehmer/innen an nationalen und internationalen Kongressen sowie Firmenveranstaltungen haben pro Kopf und Nächtigung in Wien durchschnittlich 420 Euro in der Stadt ausgegeben.

2010 war die Internationale AIDS-Konferenz (18.–23. Juli, Messe Wien Kongresszentrum) mit rund 25.000 Teilnehmern die größte Tagung in Wien.[32]

Medien

Datei:Palais Orsini-Rosenberg Vienna Sept. 2006 006.jpg
Palais Orsini-Rosenberg in der Herrengasse, Zentrale der Tageszeitung Der Standard

Wien ist der Hauptsitz zahlreicher Medien jeglicher Gattung. Das größte Unternehmen dieser Art ist die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt ORF – inklusive dem Sport- und Wettersender TW1 – mit Sitz am Küniglberg im 13. Gemeindebezirk und seinen Radioprogrammen Ö1, Ö2, Ö3 und FM4 mit Sitz in der Argentinierstraße im 4. Gemeindebezirk und an der Heiligenstädter Lände. International über Mittelwelle ausgestrahlt wird Radio 1476, besser bekannt als Ö1 International. Die Filmstudios des ORF, die gelegentlich auch für Fernsehsendungen (wie zum Beispiel die Reality-Show Taxi Orange) herangezogen werden, befinden sich am Rosenhügel im 23. Gemeindebezirk.

Weitere Fernsehanstalten mit Sitz in Wien sind der österreichweite Privatsender ATV (ehemals ATVplus) und der erst seit 2004 österreichweit unverschlüsselt empfangbare alternative Musiksender gotv, der seine größte Reichweite daher nach wie vor in Wien erreicht. Seit Juni 2004 ist PULS 4 (ehem. Puls TV) empfangbar, dessen Sendegebiet bis Anfang 2008 auf Wien beschränkt war. Die im siebten Bezirk ansässige Fernsehanstalt produziert mehrere österreichspezifische Sendungen, darunter die Nachrichtensendung Austria Top News für ProSieben Austria. Ende 2005 startete unter dem Namen Okto ein nichtkommerzieller Fernsehsender für Wien.

Neben den ORF-Radiosendern existieren noch zahlreiche private Radiosender, von denen jedoch nur ein Teil auch außerhalb Wiens über weitere Studios verfügt oder empfangbar ist. Diese fast ausschließlich auf Pop oder Oldies ausgerichteten Sender sind: Radio Arabella, Antenne Wien, KroneHit, 88.6 – Wir spielen was wir wollen, der Hörfunksender der Erzdiözese Wien Radio Stephansdom mit klassischer Musik und der nichtkommerzielle Radiosender Orange 94.0. Ein weiterer Radiosender ist Radio Energy 104.2, der sich auf Urban-Musik (Black, R&B usw.) spezialisiert hat.

Auch die bedeutendsten österreichweiten Printmedien haben neben den lokalen Zeitungen ihren Hauptsitz in Wien. Was wöchentlich erscheinende Magazine betrifft, ist die Verlagsgruppe News mit Sitz im zweiten Gemeindebezirk am Donaukanal, zu der unter anderen die Magazine News, Profil, Format, woman, E-media und TV-media das Monatsmagazin Trend gehören, eindeutiger Marktführer. Auflagenstärkste Wochenzeitung ist eigenen Angaben zufolge jedoch das Unterhaltungsmagazin Die ganze Woche mit 340.000 Exemplaren österreichweit. Einziges auf Jugendliche spezialisiertes Printmedium ist der wöchentlich erhältliche Xpress (vormals Rennbahn-Express).

Weitere Monatsmagazine sind Auto Touring (Auflage: 1,3 Millionen), Der Reitwagen (Motorradmagazin), Gewinn, Datum – Seiten der Zeit und WCM.

Nur in unregelmäßigen Abständen erscheinen die Wiener Printmedien Malmoe, deScripto und die Europäische Rundschau.

Die auf ganz Österreich bezogenen Tageszeitungen Kronen Zeitung, Kurier, Österreich, Der Standard und Die Presse sind ebenfalls in Wien ansässig. Die lokal bedeutendste Zeitung ist die Wochenzeitung Falter. Eine Besonderheit ist die vor allem in U-Bahn-Stationen erhältliche Gratiszeitung Heute, die vor allem durch einen hohen Werbeanteil und die höchste Auflage in Wien auffällt. Fachspezifische und österreichweit erhältliche Printmedien mit vergleichsweise geringer Auflage sind die Wirtschaftswoche, das täglich erscheinende WirtschaftsBlatt und Die Furche. Zudem existieren noch zahlreiche Printmedien mit minimaler Auflage und thematischer Spezialisierung auf Themen wie Religion oder Politik (vor allem Parteizeitungen).

Eine ehemals sehr bedeutende Wiener Zeitung, aus der einige sehr erfolgreiche Journalisten hervorgingen, war die 1889 gegründete und 1991 eingestellte Arbeiter-Zeitung, die sich als erstes Medium in Wien auch sozialkritischen Themen widmete. Ebenfalls eingestellt wurde, im Jahr 2000, die im 21. Gemeindebezirk ansässig gewesene Boulevardzeitung Täglich Alles.

Die bedeutendste Straßenzeitung Wiens ist der Augustin. Eine weitere nennt sich Uhudla. Beide widmen sich Obdachlosen-spezifischen Themen und werden auch von solchen verkauft.

Die Wiener Stadtverwaltung besitzt selbst zahlreiche Medien, die unter der Dachmarke „wien.at“ laufen. Neben dem Webservice der Stadt gibt es zahlreiche Printprodukte, wie das monatlich erscheinende „wien.at – Das Infoblatt Ihrer Stadt“ sowie sieben kostenlose Zielgruppenmagazine, die auf Wunsch zugeschickt werden. Im Auftrag der Stadt wird die wöchentliche Nachrichtensendung „wien.at TV“ produziert, die auf dem Kabelkanal W24 ausgestrahlt wird und online abrufbar ist. Für die Medien der Stadt Wien ist die Magistratsabteilung 53 – Presse- und Informationsdienst zuständig.[33]

Neben klassischen Medienunternehmen konzentrieren sich auch zahlreiche weitere Unternehmen der Medienbranche sehr stark auf Wien, wie Werbeagenturen, Webagenturen und Unternehmen aus der Filmbranche.

Landwirtschaft

16 Prozent der Fläche Wiens werden landwirtschaftlich von rund 900 gärtnerischen und bäuerlichen Betrieben genutzt. Unter anderem rund 50.000 Tonnen Gemüse werden dadurch jährlich hergestellt, vor allem Tomaten, Paprika, Gurken, Salat und Radieschen. Anbaugebiete sind etwa die Simmeringer Haide. Auch der größte österreichische Gemüsevertrieb, die LGV-Frischgemüse, hat ihren Sitz und ihr Hauptlager in Simmering. Sie versorgt je nach Saison bis zu 70 Prozent Wiens und 56 Prozent Österreichs mit Frischgemüse aus Wien und Umgebung.[34]

Politik und Verwaltung

Datei:Michael Häupl Stadthalle-Wien-08.2008a.jpg
Michael Häupl (SPÖ) ist seit 1994 Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien.

Vorlage:Zeitleiste Landeshauptleute von Wien seit 1945 Seit 1919 stellte bei allen freien Wahlen die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) den Bürgermeister; Stadtsenat (das Kollegium der Stadträte) und Wiener Gemeinderat (das Stadtparlament) weisen seit 1919 eine Mehrheit der Sozialdemokratischen Partei auf. Von 1934 bis 1945 (Austrofaschismus, Zeit des Nationalsozialismus) fanden keine demokratischen Wahlen statt. Amtierender Bürgermeister ist Michael Häupl. Ausdruck der sozialdemokratischen Politik sind bis heute u. a. die in großer Zahl von der öffentlichen Hand geschaffenen Gemeindebauten.

Auf Grund des Bundes-Verfassungsgesetzes von 1920, das die Trennung Wiens von Niederösterreich und die Erhebung zum eigenen Bundesland ermöglichte, beschloss der „Gemeinderat als Landtag“ am 10. November 1920 in der ersten Landtagssitzung überhaupt die demokratische Stadtverfassung,[35] die „der Bürgermeister als Landeshauptmann“ unterzeichnete. Seit damals ist der Wiener Bürgermeister gleichzeitig Landeshauptmann, der Stadtsenat gleichzeitig Landesregierung, der Gemeinderat gleichzeitig Landtag.

1920/1921 bestanden aber auch noch Kompetenzen, die „von der gemeinsamen Landesverfassung Niederösterreichs für gemeinsam erklärt“ (§ 1 WStV 1920) wurden. Für diese Kompetenzen bestand bis 31. Dezember 1921 der gemeinsame Niederösterreichische Landtag, in dem die dann ausscheidenden Wiener Landtagsabgeordneten Trennungsfragen gemeinsam mit ihren verbleibenden niederösterreichischen Kollegen zu entscheiden hatten. Mit dem Landesverfassungsgesetz vom 29. Dezember 1921 (Trennungsgesetz[36]), in gleichem Wortlaut auch in Niederösterreich-Land beschlossen, wurde die Trennung ausgesprochen und vermögensrechtlich geregelt; vom 1. Jänner 1922 an war Wien nun in allen Landesbelangen autonom. Das Trennungsgesetz besagte (Art. 4 Abs. 3) aber eigens: „Der Landtag und die Landesregierung von Niederösterreich sind berechtigt, ihren Sitz in Wien zu nehmen.“


Verwaltet wird die Stadt vom Magistrat der Stadt Wien unter der Leitung des Bürgermeisters, der amtsführenden Stadträte und des Magistratsdirektors, der auch Landesamtsdirektor ist, den gesamten inneren Dienst leitet und direkt dem Bürgermeister untersteht. Im Magistrat bestehen neben der Magistratsdirektion (strategisch wichtige Bereiche, die dem Magistratsdirektor direkt unterstehen) diverse Magistratsabteilungen und (Magistrats-)Unternehmungen. Diese sind zu Geschäftsgruppen zusammengefasst, die politisch jeweils einem amtsführenden Stadtrat unterstehen. Die Eigentümerfunktionen bei im privatrechtlichen Eigentum der Stadt Wien stehenden Firmen (vor allem Wiener Stadtwerke Holding AG und Wien Holding GmbH) werden ebenfalls von amtsführenden Stadträten vertreten.

Darüber hinaus besteht im Magistrat im Sinn der bürgernahen Verwaltung für jeden Gemeindebezirk ein Magistratisches Bezirksamt, das dem Magistratsdirektor untersteht; in mehreren Fällen teilen sich zwei benachbarte Bezirke ein Bezirksamt. Nur dem Bürgermeister persönlich untersteht das Kontrollamt der Stadt Wien, das – wie der Rechnungshof im Gesamtstaat – Einschau- und Prüfungsrechte für alle städtischen Dienststellen und Unternehmungen besitzt und bezüglich Art und Umfang seiner Prüfungen weisungsfrei ist.

Die Wahlberechtigten jedes Gemeindebezirks wählen (gleichzeitig mit dem Gemeinderat) ihre Bezirksvertretung (der einzelne Abgeordnete heißt Bezirksrat), diese den Bezirksvorsteher und zwei Stellvertreter. Einige Verwaltungsbereiche der Stadtgemeinde (u. a. bauliche Erhaltung der Pflichtschulen und des lokalen Straßennetzes) und die dazu bereitgestellten Budgets sind an die Bezirke übertragen worden. Sie entscheiden diesfalls autonom über die Prioritäten des Mitteleinsatzes. Die Durchführung von Maßnahmen nach den entsprechenden Beschlüssen der Bezirksvertretung obliegt dem Magistrat.

Gemeinderat

Bei der Gemeinderatswahl 2010[37] ergab sich folgende Stimmen- bzw. Sitzverteilung im Gemeinderat (100 Sitze sind zu vergeben):

SPÖ Wien 44,3 % 49 Sitze
Österreichische Volkspartei (ÖVP) 14,0 % 13 Sitze
Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) 25,8 % 27 Sitze
Die Grünen Wien 12,6 % 11 Sitze
Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) 1,1 %
Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) 1,3 %
Liberales Forum (LIF) 0,7 %
Sozialistische Linkspartei (SLP) 0,01 %
MUT-Partei (Mensch, Umwelt, Tierschutz) 0,07 %
Plattform direkte Demokratie 0,04 %

Am 15. November 2010 unterzeichneten die SPÖ und die Grünen einen Koalitionspakt. Damit erhielt Wien nach der Angelobung am 25. November 2010 als erstes österreichisches Bundesland eine rot-grüne Regierung.[38]

Bei den parallel abgehaltenen Bezirksvertretungswahlen konnten sich die SPÖ in 17, die ÖVP in 5 Bezirken und die Grünen in einem Bezirk durchsetzen. Die ÖVP erlangte die Stimmenmehrheit in den bürgerlichen Wohngegenden des 1. und des 8. Bezirks sowie in den mit großen Villenvierteln ausgestatteten Bezirken 13, 18 und 19. Die Grünen stellen im kleinen 7. Bezirk innerhalb des Gürtels den Bezirksvorsteher, erhielten jedoch weniger Stimmen in den Außenbezirken. Die FPÖ konnte vor allem dort höhere Stimmenanteile erreichen.

Die Wahlbeteiligung erreichte 67,6 Prozent (nach 60,8 Prozent im Jahr 2005) bei der Gemeinderatswahl und 63,4 Prozent bei den Bezirksvertretungswahlen (nach 58,5 Prozent im Jahr 2005).


Kritik an Cross-Border-Leasingverträgen

Zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten wurde 1998, wie damals bei größeren Kommunen in Europa gängig, das U-Bahn-Netz und 2002 die Kanalisation im 21. und 22. Bezirk mittels Cross-Border-Leasing-Vertrag verkauft und wird seither über eine Laufzeit von 35 Jahren zurückgemietet.[39] Die Stadt Wien sollte dadurch von einem Steueranreiz in den Vereinigten Staaten profitieren, doch wurde diese Steuerlücke vor mehreren Jahren geschlossen und etwaige Ertragsausfälle des Investors müssen von der Stadt getragen werden. Dieses Gesetz sieht zwar mit der „Grandfathering Clause“ vor, dass vor dem 17. September 2003 eingegangene Verträge ihre Gültigkeit behalten sollen, doch verstößt dies gegen Regelungen der Welthandelsorganisation (WTO) und stößt auch auf EU-Widerstand, weshalb diese Regelung modifiziert werden muss.[40] Mittlerweile werden die Cross-Border-Verträge seitens der Wiener Stadtregierung wieder aufgelöst.

Internationale Organisationen mit Sitz in Wien

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UNO-City nördlich der Donau
Datei:IMG 0169 - Wien - Hofburg.JPG
OSZE-Hauptsitz in der Hofburg

Wien wurde im Jahre 1979 die dritte UNO-Stadt nach New York und Genf. Zusätzlich ist Wien Sitz zahlreicher weiterer internationaler Organisationen. Beispielhaft seien angeführt:

  • Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (früher: EUMC – Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit)
  • IPI – Internationales Presseinstitut
  • IKSD – Internationale Kommission zum Schutz der Donau
  • OPEC – Organisation Erdölexportierender Staaten
    • OFID – OPEC-Fonds für Internationale Entwicklung
  • OSZE – Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
  • UN – Vereinte Nationen
    • IAEO – Internationale Atomenergiebehörde (Friedensnobelpreis 2005)
    • UNIDO – Organisation für industrielle Entwicklung
    • UNODC – Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung
    • UNDCP – Internationales Drogenkontrollprogramm
    • UNHCR – Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen
    • CTBTO PrepCom – Vorbereitende Kommission für die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen
    • UNCITRAL – Kommission der Vereinten Nationen für internationales Handelsrecht
    • UNOOSA – Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen
    • UNSCEAR – Komitee der Vereinten Nationen über die Wirkung der atomaren Strahlung
    • UNPA – Postverwaltung der Vereinten Nationen
  • Dienstsitz des Hochmeisters der Deutschordensritter

Wappen, Flagge und Hymne

Die Symbole Wiens sind im „Gesetz über die Symbole der Bundeshauptstadt Wien“ (Landesgesetzblatt Nr. 10 / 1998) festgelegt und sind seit 1945 die gleichen wie bis 1934 im Roten Wien.

Das Wiener Wappen zeigt „in einem roten Schild ein weißes Kreuz“. In einer zweiten Darstellungsform kann das Wappen „auch in Form eines Brustschildes in der Figur eines schwarzen, golden bewehrten Adlers verwendet werden“,[41], dessen Verwendung durch die Organe der Gemeinde Wien und des Landes Wien vorbehalten sind. Der Kreuzschild geht vermutlich auf die Reichssturmfahne zurück. Als Wappen mit Adler ist es 1237 nachweisbar[42] und erstmals 1278 auf einem Wiener Pfenning zu sehen,[43] auf Siegeln datiert es frühestens, als Zeichen Wiens aber unsicher, 1228.

Die Wiener Flagge „besteht aus zwei gleich breiten, waagrechten Streifen; der obere ist rot, der untere ist weiß. Das Verhältnis der Höhe der Flagge zu ihrer Länge ist zwei zu drei.“[41] Die Flagge wurde 1946 (wieder) eingeführt.[43]

Auch das Siegel der Bundeshauptstadt Wien verwendet das Wappen im Brustschild eines Adlers. Als Umschrift findet der Schriftzug „Bundeshauptstadt Wien“ oder die Bezeichnung des Gemeindeorgans oder des Landes Wien Verwendung.

Wien verfügt als einziges Bundesland über keine offizielle Landeshymne. Als inoffizielle Hymne gilt der Donauwalzer von Johann Strauss.

Landeswappen Landeswappen als Brustschild Siegel 20px Landesflagge 20px Landesdienstflagge Logo der Stadt Wien
Landeswappen
(erste Darstellungsform)
Landeswappen als Brustschild (zweite Darstellungsform;
Verwendung durch die Organe Wiens vorbehalten)
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Partnerstädte

Datei:Stephansdom Vienna July 2008 (27)-Stephansdom Vienna July 2008 (31).jpg
Blick vom Stephansdom auf die Stadt - bis zu Kahlenberg und Wienerwald
Datei:Kohlmarkt Vienna June 2006 309.jpg
Kohlmarkt im 1. Bezirk mit Blick auf den Michaelertrakt der Hofburg
Datei:Wien Alsergrund Canisiuskirche Spittelau.jpg
Blick über den Alsergrund (9. Bezirk) vom Währinger Gürtel aus
Datei:Mariahilferstrasse1.jpg
Mariahilfer Straße zwischen 6. und 7. Bezirk

Wien unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Andere Städte dieses Namens

In den Vereinigten Staaten und in Kanada existieren einige Siedlungen, die die deutsche oder englische Bezeichnung von Wien im Namen tragen. Dies ist in vielen Fällen wohl auf Auswanderer zurückzuführen, die ihre neuen Siedlungen nach ihrem Herkunftsort benannten.

  • Wien gibt es in Missouri und Wisconsin.
  • Vienna gibt es in Georgia, Illinois, Louisiana, Maine, Maryland, Missouri, New York, Ontario (Kanada), South Dakota, Texas, Virginia, Wisconsin und West Virginia.
  • New Vienna gibt es in Iowa und Ohio.
  • South Vienna gibt es in Ohio.

In Nordamerika wird Vienna in seltenen Fällen auch als weiblicher Vorname verwendet. Ein prominentes Beispiel ist die kalifornische Musikerin Vienna Teng, die den Vornamen in ihrem Künstlernamen verwendet.

Siehe auch

Portal Portal:Wien – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Wien

Literatur

  • Jean-Paul Bled: Wien. Residenz, Metropole, Hauptstadt. Böhlau, Wien 2002, ISBN 3-205-99077-3.
  • Christian Brandstätter u. a.: Stadtchronik Wien. 2000 Jahre in Daten, Dokumenten und Bildern. Brandstätter, Wien und München 1986, ISBN 3-85447-229-3.
  • Peter Csendes, Ferdinand Opll: Wien. Geschichte einer Stadt. 3 Bände. Böhlau, Wien 2001-2006, ISBN 978-3-205-99266-0, 978-3-205-99267-7 und 978-3-205-99268-4.
  • Felix Czeike: Historisches Lexikon der Stadt Wien. 6 Bände. Kremayr & Scheriau, Wien 1992–2004, ISBN 3-218-00543-4 (Band 1), ISBN 3-218-00741-0 (Band 6).
  • Alexander Glück, Marcello La Speranza, Peter Ryborz: Unter Wien – Auf den Spuren des Dritten Mannes durch Kanäle, Grüfte und Kasematten. Christoph Links Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-86153-238-7.
  • Wilhelm Hebenstreit: Der Fremde in Wien; und Der Wiener in der Heimath. 4. Auflage. Armbruster, Wien 1840, Digitalisat als PDF (Reiseführer von 1840).
  • Willy Puchner, Wien. Vergnügen und Melancholie, Wien 2008, ISBN 3-85033-159-8.
  • Johannes Sachslehner: Wien – Eine Geschichte der Stadt. Pichler Verlag, Wien-Graz-Klagenfurt 2006, ISBN 3-85431-399-3.
  • Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild. Band 1. Wien und Niederösterreich. 1. Abtheilung: Wien. (= Teil des sogenannten Kronprinzenwerks). K. k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1886, Digitalisat.
  • Fundort Wien. Berichte zur Archäologie Bd. 1 / 98 ff., ISBN 3-9500492-2-3.

Weblinks

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 Wikisource: Wien – Quellen und Volltexte
Wikiquote: Wien – Zitate
Wiktionary: Wien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Weltkulturerbe "Historisches Zentrum von Wien", Stadt Wien, 11. Oktober 2003, abgerufen am 16. März 2011
  2. Lebensqualität - Wien ist und bleibt die Nummer eins, Stadt Wien, 26. Mai 2010
  3. 3,0 3,1 Mercer 2010 Quality of Living survey highlights - Global, Mercer LLC, 16. März 2011
  4. 4,0 4,1 4,2 Peter Csendes: Das Werden Wiens - Die siedlungsgeschichtlichen Grundlagen, in: P. Csendes, F. Oppl (Hg.): Wien - Geschichte einer Stadt von den Anfängen zur Ersten Türkenbelagerung, Wien, Böhlau, 2001, S. 55 ff
  5. Statistisches Jahrbuch Österreich 2010, S. 37, Fläche und Benützungsarten, Stand: 1. Jänner 2009
  6. Die Geologie von Wien, Stadt Wien, abgerufen am 10. Oktober 2010
  7. STATISTISCHES JAHRBUCH DER STADT WIEN - 2010, MENSCHEN IN WIEN | 5. Bevölkerung (PDF), Stadt Wien, abgerufen am 20. März 2011
  8. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Band 5, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 1997, ISBN 3-218-00547-7, S. 306f.
  9. Andreas Rohatsch: Werksteinbeschaffung für die Baudenkmalpflege während der Zeit des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege LVIII, 2004, Heft 3/4. S. 472ff.
  10. Mercer-Studie - Wien stinkt bei Luftqualität ab, Der Standard, 26. Mai 2010
  11. Bevölkerung nach Migrationshintergrund, Geschlecht, Altersgruppen und Bezirken 2008 (PDF), Stadt Wien, 30. Mai 2010
  12. Bevölkerung nach Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Bezirken 2007 und 2008 (PDF), Stadt Wien, 30. Mai 2010
  13. Bevölkerung nach Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Bezirken 2006 bis 2008 (Aufschlüsselung nach Ländern) (PDF), Stadt Wien, 30. Mai 2010
  14. Migrationsbericht: Deutsche auf Vormarsch, ORF online, 11. Dezember 2007
  15. Hochhauskonzept – Städtebauliche Leitlinien für die Planung von Hochhausprojekten, Magistrat der Stadt Wien, MA 41
  16. 839 Mio. Fahrgäste: Fahrgastrekord 2010 für die Wiener Linien, Stadt Wien, abgerufen am 16. März 2011
  17. 24-Stunden-U-Bahn, Stadt Wien, abgerufen am 16. März 2011
  18. [http://www.wienerlinien.at/wl/ep/contentView.do/contentTypeId/1001/channelId/-8615/programId/22534/pageTypeId/9320/contentId/24348 Neues Nachtnetz mit der 24-Stunden-U-Bahn, Wiener Linien GmbH & Co KG, abgerufen am 16. März 2011
  19. Das Wiener Radwegnetz, Stadt Wien
  20. 20,0 20,1 20,2 Zahlen und Fakten zum Wiener Radverkehrsnetz, Stadt Wien
  21. 21,0 21,1 Aufteilung des Radverkehrsnetzes nach Anlagearten in Prozent (PDF), Stadt Wien
  22. epp.eurostat.ec.europa.eu: Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25 (PDF), 23. Mai 2006
  23. Wien fünftreichste Region der EU, Der Standard, 19. Februar 2007
  24. Referenzfehler: Es ist ein ungültiger <ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namens Arbeitslosenquote wurde kein Text angegeben.
  25. B2B-Website des WienTourismus, Sehenswürdigkeitenstatistik 2006 und 2007
  26. WienTourismus-Aussendung, 24. Jänner 2011
  27. B2B-Website des WienTourismus
  28. Rathauskorrespondenz vom 21. Jänner 2010
  29. Pressetext vom 19. Jänner 2010 auf der Website des Flughafens Wien
  30. B2B-Website des WienTourismus, Aussendung Mai 2010
  31. B2B-Website des WienTourismus, Aussendung 28. Juni 2010
  32. Pressekonferenz des WienTourismus, 8. April 2010
  33. wien.at - Die Medien der Stadt Wien
  34. www.wien.gv.at, Rathauskorrespondenz, 16. April 2007
  35. Landesgesetzblatt für Wien Nr. 1 / 1920
  36. Landesgesetzblatt für Wien Nr. 153 / 1921
  37. Wahlergebnisse Gemeinderatswahl 2010, Webservice der Stadt Wien, abgerufen am 2. November 2010
  38. Rot-Grün in Wien: Koalitionspakt unterzeichnet, Die Presse online, abgerufen am 2. November 2010
  39. 27. Sitzung des Wiener Gemeinderates am 23. April 2003, Postnummer 48, wörtliches Protokoll, S. 25 ff.
  40. trade-info.cec.eu.int – Mitteilung der Generaldirektion für Handel der Europäischen Kommission, Brüssel, 13. Februar 2006
  41. 41,0 41,1 Stadt Wien – Landesgetzblatt für Wien, Nr. 10/1998
  42. Peter Diem: Rot-Weiß-Rot durch die Jahrhunderte. Die wahre Geschichte der österreichischen Farben. Abgerufen am 15. Mai 2009 (auch pdf).
  43. 43,0 43,1 Karl-Heinz Hesmer: Flaggen und Wappen der Welt. S. 122
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