KZ-Zeugenaussagen
Aus Jewiki
Im Folgenden eine repräsentative Auswahl von Zeugenaussagen betreffend verschiedene KZ's der Nazizeit.
Sie sind entnommen der Veröffentlichung Konzentrationslager Dokument F 321 für den Internationalen Militärgerichtshof Nürnberg, herausgegeben vom Französischen Büro des Informationsdienstes über Kriegsverbrechen, Frankfurt am Main 1988 (Erstveröffentlichung Paris 1945 unter dem Titel "Camps de Concentration. Crimes contre la personne humaine", erste deutsche Buchausgabe 1947, hrsg. von Eugène Aroneanu)
Inhaltsverzeichnis |
KZ Auschwitz
- [bei der Ankunft eines Deportationszuges:] "Ich sah einen SS-Mann ein Kind bei den Füssen nehmen und in die Luft werfen, während ein anderer auf diese lebende Zielscheibe schoss. Etwas weiter reisst ein SS-Mann ein Baby aus den Armen seiner Mutter und zerreisst es in zwei Stücke, indem er es an einem Bein hält und das andere unter seinem Fuss festhält" (Raphaël Feigelson)
- [Bekleidung:] "Die Holzschuhe, die wir bekommen hatten, riefen nach einigen Tagen Verwundungen hervor; da sie nicht gepflegt werden konnten, kam es zu eitrigen Entzündungen, die in vielen Fällen den Tod nach sich zogen" (Dr. Samuel Steinberg)
- "Es sind Fälle von Menschenfresserei vorgekommen" (Prof. Joseph Tyl, kath. Priester)
- [Hygiene:] "Das Wasser war schmutzig, im übrigen gab es nur einen einzigen Wasserhahn für insgesamt 10 000 Frauen. Um Wasser zu bekommen, musste man im Schnee oder in Wasserpfützen anstehen" (Madeleine Chavassine, Diplomchemikerin)
- "Beim Baden befanden sich zwei deutsche, wegen mehrfachen Diebstahls und Mordes verurteilte Sträflinge, die auf alle diejenigen von uns einschlugen, die nacheinander in das Bassin springen mussten. Einige meiner Kameraden stürzten so rasch vorbei, dass sie mit einigen Stockschlägen davonkamen. Andere aber hatten kaum Zeit gehabt, sich dem Rand zu nähern, als schon ihr Gehirn aus dem Kopf spritzte" (aus den Berichten russischer Dienststellen)
- [Appell:] "Ein tragisches Ende fand der Rabbiner E., der an Ruhr litt und eines Tages einige Minuten zu spät zum Abendappell kam. Der Gruppenführer liess ihn packen und seinen Kopf zunächst in die Latrinen tauchen, dann begoss er ihn mit kaltem Wasser, zog seinen Revolver und schoss ihn nieder" (Dokumente des Executive of War Refugee Board)
- "Den ersten Schock, den ich beim ersten Nachtappell bekam, war der Satz eines vorbeigehenden SS-Mannes, der den Blockführer fragte: "Wieviele Tote?" Der andere antwortete: "Zehn". Und der SS-Mann erwiderte: "Was, so wenig?" (Dr. med. Henri Goldstein)
- "Tatsächlich starben beim Appell die Allermeisten" (Bericht des 5. Büros des französischen Armeeoberkommandos)
- "Die Leute brachen zusammen. Manchmal hetzte man die Hunde auf sie, um sie vollends umzubringen" (Madeleine Chavassine, Diplomchemikerin)
- "Anlässlich der Niederlage von Stalingrad gab es einen sehr langen Appell. Er dauerte den ganzen Tag unter Schneegestöber. Am nächsten Tag setzte man den Appell fort" (Madeleine Chavassine, Diplomchemikerin)
- ["Strafen":] "Die SS-Leute befahlen jedem von uns, sich nach vorn zu beugen und Kopf und Schultern zwischen zwei Pfosten zu stecken, die sie dann zusammenrückten. So festgehalten, ist niemand mehr Herr seiner Bewegungen. Dem vergeblich Zappelnden werden von hinten 25 Stockschläge versetzt" (Bericht russischer Dienststellen)
- "Das Lager war von zwei, durch einen geringen Abstand voneinander getrennte Reihen elektrisch geladenen Stacheldrahtes eingezäunt. Diese Einrichtung diente ebenfalls als Bestrafungsort. Man zwang die Bestraften, die Nacht zwischen den beiden Stacheldrahtreihen zu verbringen, in der Nähe eines der Aufsichtstürme, wo sie sich weder hinlegen noch setzen konnten; sie mussten daher stehen bleiben und bekamen ausserdem nichts zu essen. Wenn ihr Erschöpfungszustand ihnen nicht mehr zu widerstehen ermöglichte, fielen sie auf einen der elektrisch geladenen Stacheldrähte, und man fand sie tot auf" (Prof. Joseph Tyl)
- [zur "Lagerorganisation":] "Da die Karteikarten nur die Zahl und nicht den Namen der Gefangenen angeben, sind Irrtümer zwangsläufig. Wenn z. B. der Schriftführer irrtümlich einen Todesfall vermerkt, was infolge der ausserordentlich hohen Todesrate häufig vorkommt, wird der Fehler einfach durch die Ermordung des Trägers der betreffenden Nummer gutgemacht. Korrekturen sind nicht erlaubt. Der Quartierschreiber hat einen Vorzugsposten, der häufigen Missbrauch ermöglicht" (Dokumente des Executive of War Refugee Board)
- [Häftlingskennzeichnung:] "Die farbigen Dreiecke bedeuteten: rotes Dreieck Politische Gefangene unter Überwachung, grünes Dreieck "Kriminelle", schwarzes Dreieck "Asoziale", "Arbeitsscheue", rosa Dreieck Homosexuelle, violettes Dreieck Mitglied der religiösen Sekte der "Bibelforscher". Jüdische Häftlinge unterscheiden sich von arischen Gefangenen dadurch, dass das (meist rote) Dreieck durch drei weitere gelbe Zacken in einen Davidsstern verwandelt ist" (Bericht russischer Dienststellen)
- "Die Befehle ergingen ausschliesslich in deutscher Sprache. Diejenigen von uns, welche Deutsch nicht verstanden und daher nicht augenblicklich die Befehle ausführen konnten, erhielten Fusstritte, Ohrfeigen usw." (Paul Kuziner)
- "Er liess die Männer sich in den Schmutz werfen, wieder aufstehen, dann sich wieder hinwerfen, um Knüppelschläge auszuteilen. Fusstritte in den Rücken, die Geschlechtsteile, den Bauch usw." (Gueroult)
- "Häufig drangen die SS-Leute mitten in der Nacht in unsere Baracken, trieben uns, wie auch das Wetter war, ganz nackt heraus und liessen uns kriechen, laufen usw.; diejenigen, welche nicht schnell genug waren oder Zeichen des Versagens gaben, wurden totgepeitscht" (Samy Errera)
- "Der SS-Mann H. stürzte sich brüllend auf mich und schlug mich mehrmals ins Gesicht, aber ich blieb unbeweglich vor ihm. "Schämen Sie sich, einen wehrlosen Mann zu schlagen, das ist keine Heldentat gegenüber einem Mann ohne Waffe." H. wurde immer wütender und brüllte: "Ich bin ein Deutscher und Du nur ein Saujude und Du wagst es mir zu sagen, dass ich mich vor Dir schämen muss." Je mehr er brüllte, desto mehr erhob auch ich die Stimme. Er sah ein Brett vor sich, nahm es, warf es auf mich und schlug mich damit auf den Kopf. Ich fiel blutüberströmt zu Boden. "Schande, Schande über Euch alle, je mehr Du mich schlägst, desto grösser ist Deine Schande." Ich fühlte, dass mein Ende nahte; er schlug immer zu, nichts konnte mich retten. Plötzlich entfiel das Brett seinen Händen. Er stürzte sich auf mich und schlug weiter mit den Fäusten auf meinen Kopf. Mit viel Mühe ins Lager zurückgekommen, begab ich mich sofort in das Büro des Gauleiters B., um mich über H. zu beschweren. B. war einer der wenigen Todt-Offiziere, der nicht bösartig war. Er bedauerte mich, gestand aber, dass es ihm unmöglich sei, meine Beschwerde anzunehmen und H. einen offiziellen Vorwurf zu machen; denn letzterer hatte infolge seiner wichtigen Rolle in der nationalsozialistischen Partei mehr Einfluss als er selbst, während er, obwohl Gauleiter, nicht Parteimitglied war. Ich musste mich daher zurückziehen. Eine Viertelstunde später holte mich der Lagerführer U. persönlich und führte mich in sein Zimmer. Ich wusste sofort, was im nächsten Moment passieren würde. Der Oberaufseher kam ebenfalls in das Zimmer. U. begann sofort: "Du hast also die Frechheit gehabt, Dich über H. zu beschweren? Merk Dir, dass Beschwerden lediglich an mich zu richten sind. Übrigens sollst du wissen, dass ich Beschwerden eines Juden überhaupt nicht beachte. Die Juden haben so viel Schlechtes getan, dass man sie alle ohne weiteres hängen sollte. Jedes Stück Brot, das man Euch gibt, ist zu viel, es ist ein Diebstahl am deutschen Volk. Und jetzt meine Antwort." Er stürzte sich auf mich und begann mich ins Gesicht zu schlagen, bis ich zu Boden fiel. Mit viel Mühe stand ich wieder auf, aber jetzt war die Reihe an dem Oberaufseher, seine Wut an mir auszulassen. Er schlug mich mit wütenden Faustschlägen auf den Kopf wieder zu Boden und heulte: "Da, Du Schweinehund, Saujude, Scheissdreck, Du wirst keinen Deutschen mehr beleidigen, Du wirst an den heutigen Tag denken ... " " (Félix Goldstein)
- "Ein SS-Mann schlug seinen Hund, der dem Befehl, einen Deportierten zu beissen, nicht gehorchte, so stark, dass der Hund sein ganzes Fressen ausspie. Daraufhin wurde einem Juden befohlen, den Auswurf des Hundes zu essen" (Gueroult)
- "Ein SS-Mann zielte auf einen Häftling und erschoss ihn, nachdem er ihn an einem elastischen Baumzweig hatte aufhängen lassen, an dem die Kameraden ihn wie einen Pfeil in die Luft schnellen lassen mussten" (Hermann Patchmann)
- "Ein bestimmter Naziführer schoss auf jeden Häftling, den er auf der Strasse sah, einfach aus Freude am Schiessen. Gegen ihn war nichts zu machen, denn er war Rapportführer und gab immer die Begründung, dass der Häftling fliehen wollte, dass er Widerstand geleistet habe und dass er selbst in Notwehr gehandelt habe. Er tötete auf diese Weise Tausende von Häftlingen" (Prof. Joseph Tyl, kath. Priester)
- "Im Block 21 pflegte man eine sehr grosse Zahl von Häftlingen mit Kieferbrüchen, die durch Knüppelschläge der Kapos herbeigeführt waren" (Dr. med. Samuel Steinberg)
- "Einige sind gestorben, weil ein Kapo einem anderen beweisen wollte, dass man einen Menschen mit einem einzigen Schlag töten könne" (Alex Kohn)
- "Die Frauen erlitten das gleiche Los. Man schlug sie, man misshandelte sie. Die Todesrate war bei ihnen noch viel höher als bei den Männern" (Dokumente des Executive of War Refugee Board)
- "Dass jemand wegen Kleinigkeiten gehängt wurde (Diebstahl von Brot oder von Blechdraht oder Telefondrähten zur Anfertigung von Schuhbändern) kam öfter vor. Das war auch das Schicksal zweier Franzosen" (Samy Errera)
- "An manchen Tagen befahl man dem Blockführer, eine bestimmte Zahl von Frauen umbringen zu lassen. Diese Frauen wurden geschlagen, bis sie umfielen. Ich sah selbst das Lager sich mit Leichen füllen - wie mit weissen Möwen, die im Schnee hingestreckt lagen" (Bericht des 5. Büros des französischen Armeeoberkommandos)
- "Die internierten gemeinen Verbrecher waren furchtbar (Polen oder Deutsche). Sie brachten einen Juden um, um ihm sein Brot oder seine Suppe zu nehmen. Ein 18jähriger Kapo tötete mehr als 400 Juden, um ihnen ihre Essration zu nehmen" (Lucien Zuberstein)
- "In die Aborte, wo man uns herdenweise hinführte, muss man nacheinander hineingehen. Ein Kapo steht vor der Tür. Man geht in den Abort, und sobald man drin ist, beginnt der Kapo laut zu zählen. Er zählt bis 10, und am Ende dieser Zeit muss man herauskommen. Wenn man nicht rechtzeitig fertig werden konnte, riskierte man, durch einen Schlag mit dem Totschläger auf den Schädel getötet zu werden. Täglich kamen viele meiner Schicksalsgenossen beim Besuch des Abortes um" (Bericht russischer Dienststellen)
- "Der Oberkapo des Bahnhofes von Auschwitz hatte 30 000 Häftlinge getötet, um seine Befreiung zu erlangen und um in die Leibgarde Hitlers aufgenommen zu werden" (Prof. Joseph Tyl, kath. Priester)
- "Wenn ein bestimmter SS-Mann durch die Lagerstrassen ging, warnte jeder Häftling seinen Nachbarn, und alle liefen, um sich zu verstecken. Es war ein Perverser, der die Menschen zu seinem Vergnügen tötete. Am meisten litten unter ihm die Juden, die er besonders hasste. Sobald er erfuhr, dass irgendwo viele Juden waren, z. B. wenn er die Liste eines neuen Kommandos bekam, ging er hin und tötete eine Menge von ihnen. Ausserdem war er ein sexuell Besessener, der seine Begierde mit jungen Jüdinnen befriedigte, die er sogleich danach umbrachte" (Prof. Joseph Tyl, kath. Priester)
- "Die Frauen und jungen Mädchen wurden, wenn sie schön und gesund waren, in eine Spezialbaracke gebracht, wo die SS-Leute sie vergewaltigten, bis sie halb tot waren. Von dort schickte man sie ins Krematorium" (Bericht russischer Dienststellen)
- "Es gab ... Hunde, die entsprechend dressiert waren. Es wurden immer junge Mädchen ausgesucht; sie wurden von den SS-Leuten geholt und zum Steineklopfen mitgenommen. Nach zwölfstündiger, pausenloser und erschöpfender Arbeit konnten sich die meisten Mädchen vor Ermüdung kaum noch auf den Beinen halten. Dann gingen die grossen Hunde auf sie los und versuchten, sie zu bespringen. Darauf waren sie dressiert; ich habe das mit eigenen Augen gesehen. Diesen Mädchen wurde, wenn sie sich wehrten, der Kopf abgeschlagen; die SS-Leute trugen Gliedmassen dieser geköpften Frauen aufgespiesst auf Gewehrläufe ins Lager zurück; sie trieben ihr Spiel damit und sagten, das sei das, was uns erwarte ... " (Bericht des 5. Büros des französischen Armeeoberkommandos, Nr. 015.285)
- "Eine bestimmte Zahl von Juden stand im Lager den Kapos zur Verfügung – und zwar zur Befriedigung deren homosexueller Bedürfnisse. Sie standen unter dem Schutz der Kapos" (Dr. med. Samuel Steinberg)
- "In allen Konzentrationslagern war die Ausübung jeder Religion unter Todesstrafe verboten. Das Hauptprinzip war, alles zu unterdrücken, was von nahe oder von ferne den Gedanken an Gott berührte; so nahm man uns unter dem Vorwand der Desinfektion die Rosenkränze, die man auf den Schutthaufen warf, ebenso wie die Heiligenbilder und Medaillons, die doch oft Andenken waren. Breviere, Messbücher und andere fromme Bücher dienten als Klosettpapier" (Prof. Joseph Tyl, kath. Priester)
- "Die Gewänder und Kleidungsstücke der Priester wurden in Kleider für die Frauen des Bordells umgenäht ... " (Prof. Joseph Tyl, kath. Priester)
- "Am nächsten Tag musste ich eine halbe Stunde Froschhüpfen machen, dann zwang mich der SS-Mann, auf das Bett zu springen, darunter zu kriechen, auf den Tisch zu springen, darunter durchzukriechen, unter den Stühlen durchzukriechen, auf den Schrank zu steigen; er tat, als ob er mich erschiessen wollte, zwang mich, zu tun, als ob ich predigte, herunterzusteigen, neuerdings auf den Schrank zu steigen und schliesslich zwei Stunden lang religiöse Lieder zu singen. Als ich meine Gymnastikübungen nicht mehr fertigbrachte, erhielt ich Fusstritte und Faustschläge" (Prof. Joseph Tyl, kath. Priester)
- "Die SS-Leute ergriffen einen Mann bei den Beinen, tauchten ihn in ein Fass mit eisigem Wasser, zogen ihn heraus und setzten diese Prozedur so oft fort, bis er schliesslich ertrank. Ein polnischer Priester wurde öffentlich kastriert. Danach verband sich der Priester mit einem Taschentuch; er kehrte dann mit Hilfe der Kameraden zum Block zurück, wo er ertränkt wurde" (Prof. Joseph Tyl, kath. Priester)
- [Zwangsarbeit: ] "Der Abmarsch zur Arbeit erfolgte unter fröhlicher Musik. Das Orchester war ein Kommando von Musikern, die aus wirklichen Künstlern bestanden" (Bericht des 5. Büros des französischen Armeeoberkommandos)
- "Nach einigen Wochen Arbeit brach eine furchtbare Typhusepidemie aus. Die schwächsten Gefangenen starben zu Hunderten" (Dokumente des Executive of War Refugee Board)
- "Die Landarbeiten waren schwer und schrecklich. Die Leute verloren in den ersten Monaten 25 kg, die sie natürlich nicht mehr aufholen konnten" (Alex Kohn)
- "Es gab Menschen, die es vorzogen, sich auf die Stacheldrähte zu werfen und so Selbstmord zu verüben" (Alex Kohn)
- "Manchmal liessen uns die SS-Leute, um sich zu amüsieren, 'Sport' treiben und ermüdeten uns in einer halben Stunde mehr als in einer Woche Arbeit" (Raphaël Feigelson)
- "Wir hatten einen Sonntag im Monat frei, wo man nicht zum Arbeiten im Kommando ging. Aber dieser Sonntag war schrecklich, denn wir mussten im Lager arbeiten, wo wir geschlagen wurden" (Lucien Zuberstein)
- "Manchmal haben wir nur eine Viertelstunde Pause für die Suppe, und meistens mussten wir uns zur Verteilung niederknien" (Bericht des 5. Büros des französischen Armeeoberkommandos)
- "Bei dieser Ernährung ist die Dauer der Arbeitsfähigkeit für einen normalen Menschen durchschnittlich sechs Monate. Bei einem schwachen Menschen fällt sie auf zwei Monate. Der Mensch braucht zuerst sein Fett, dann seine Muskeln auf und verliert 30 bis 35 Prozent seines Gewichtes" (Prof. Robert Waitz)
- "Wenn andererseits ein Posten 15 Tote zurückbrachte, bekam er 15 Tage Urlaub" (Bericht des 5. Büros des französischen Armeeoberkommandos)
- "Ich hörte eines Tages folgendes Gespräch zwischen zwei Deutschen, einem Kapo und einem SS-Mann: 'Wieviele heute?' - 'Fünf', antwortete der andere. 'Das ist wenig', erwiderte der erste. - 'Ich will versuchen, morgen zehn zu machen'. Es handelte sich darum, Häftlinge umzubringen" (Dr. med. Samuel Steinberg)
- "Die Arbeit ... bestand darin, ungelöschten Kalk in die Waggons zu laden. Da sie keine Schaufel hatten, waren sie gezwungen, diesen Kalk mit den Händen zu packen. An einem windigen Tag bekam ein junger Jude Kalk in die Augen; er beklagte sich darüber bei dem SS-Wächter, der ihn etwas abseits führte und mit dem Revolver niederschoss" (Gueroult)
- "Jeder Mensch, der wegfiel, brachte 60 Mark unter der Bedingung ein, dass dies bei einem Fluchtversuch geschah. Deshalb pflegten die SS-Leute die Kopfbedeckung eines von uns zu nehmen, die sie zwischen zwei zehn Meter voneinander entfernte Reihen von Stacheldraht warfen, also auf ein Gebiet, das als Fluchtzone betrachtet wurde. Sie befahlen dem Besitzer der Kopfbedeckung, sie zu holen, und wenn der Mann gehorchte und in diese Zone ging, dann schoss der Posten des Wachtturmes selbstverständlich auf ihn und tötete ihn. Wenn der Mann sich weigerte, seine Kopfbedeckung zu holen, hetzte der SS-Mann seinen Hund los, der den Gefangenen buchstäblich zerriss. Sehr häufig wechselten die Wachtposten ihren Platz, so dass die Häftlinge, ohne dies zu wissen, sich ausserhalb der Grenzlinien befinden konnten und so niedergeschossen wurden" (Dr. med. Samuel Steinberg)
- "Während der Arbeit zwang der Kapo des 'Kommandos Petersen', der mit der Arbeitsleistung unzufrieden war, einen Häftling, auf allen Vieren zu gehen und schlug ihn mit einem dicken Stock in die Lendengegend. Der Unglückliche wurde mit drei gebrochenen Wirbeln ins Krankenhaus gebracht. Er starb nach 48 Stunden" (Dr. med. Samuel Steinberg)
- "Die Arbeit wurde im Laufschritt verrichtet" (Alex Kohn)
- "Es ist übrigens jedem Häftling verboten, sich anders als im Laufschritt zu bewegen" (Prof. Robert Waitz)
- "Man musste laufen mit einer Last, die angesichts der Schwäche der Menschen ungeheuer gross war. Wenn einer hinfiel, brachten ihn die SS-Leute mit Stiefeltritten um. Wenn man einen Kameraden hatte, der vor einem hinfiel, so musste man über ihn hinweggehen, andernfalls bedeutete das den Tod" (Alex Kohn)
- "Wie auch sein körperlicher Zustand war, ein Jude konnte nicht länger als zwei Wochen durchhalten. Ein Jude z. B., der fähig war, seine Arbeit mit doppelter Geschwindigkeit auszuführen (z. B. einen schwer beladenen Schubkarren zu schieben), war aller Wahrscheinlichkeit nach unfähig, das auf Dauer fortzusetzen. Wenn er Zeichen beginnender Schwäche zeigte, war er sicher, beim Abgang mit dem Schaufel- oder Hackenstiel erschlagen zu werden" (Dokumente des Executive of War Refugee Board)
- "Zu dieser Zeit mussten alle Juden im Erdarbeiten-Trupp arbeiten. Sie mussten im Laufschritt einen steilen Kieshang hinaufsteigen. Oben überwachten die SS-Leute und Kapos, dass und wie schnell sie arbeiteten, und wenn sie annahmen, dass einer von ihnen 'schlenderte', wurde er, oben angekommen, ganz einfach nach hinten zurückgestossen und fiel mit seinem beladenen Karren den Abhang hinunter. Das war für die Aufseher ein beliebter Zeitvertreib" (Dokumente des Executive of War Refugee Board)
- "Am Abend mussten wir zurückmarschieren. Auch wenn ein Mann schon im Sterben lag, wurde er zum Marschieren gezwungen. So starb der Bruder eines Redakteurs einer amerikanischen Zeitung. Wir trugen die getöteten Kameraden heim. Jede Leiche wurde von vier Häftlingen getragen" (Dr. med. Samuel Steinberg)
KZ Buchenwald
- "50 Holzbaracken, 20 Zementbauten, für 16 000 Leute eingerichtet, bilden das eigentliche Konzentrationslager" (Maurice Nègre)
- [bei der Ankunft im Lager:] " ... Wir kamen dann in ein zweites Zimmer, den "Duschraum"; man tauchte uns in eine riesige Badewanne mit einer Phenollösung. Die erschöpfteren Leute starben, als sie aus der Wanne herauskamen, denn die Prozedur war sehr qualvoll; andere wurden ohnmächtig und standen nicht mehr auf" (Dr. Alfred Balachowski)
- "Während der Badewannenprozedur sah ich einen alten Franzosen, der von seinen Kameraden aus dem Waggon gehoben worden war und der dann zur Entkleidung, zur Schermaschine und schliesslich zur Dusche geschleppt wurde. Dort versetzten ihm zwei Nazirohlinge Faustschläge. Dann ergriff man ihn bei den Schultern und bei den Füssen und schleuderte ihn in die Badewanne, wo er starb. Er wurde dann in eine Ecke geworfen" (Jean Martin-Chauffier)
- "Dann wurden wir mit Lumpen bekleidet (natürlich eine Gelegenheit, uns unsere Kleider zu stehlen) und bekamen schliesslich Holzsandalen, die aus einer Sohle aus Buchsholz (später aus Buchenholz) und um sie zu halten, mit einem einfachen Band am äussersten Ende des Fusses versehen war. Sie zwangen den Träger, die Füsse bei jedem Schritt hochzuheben ... Das Lager war sehr häufig bei Ankunft von Transporten überfüllt. Es war daher kein Platz für die Aufnahme der Neuankömmlinge. Die Gefangenen mussten zwei oder drei Tage vor ihrer Aufnahme ausserhalb der Baracken abwarten. Sie blieben im Freien ohne Nahrung, denn sie gehörten nicht zum Lager, solange sie nicht den Baracken zugeteilt waren. Ergebnis solchen Wartens war die Erkrankung (Lungenentzündung, Bronchitis usw.) sehr vieler Häftlinge" (Dr. Leloir)
- "Wir schliefen zehn Tage lang auf der nassen Erde, ohne Decke, ohne Stroh und natürlich ohne Feuer. Im November 1939, nach dem Krieg in Polen, kamen ungefähr 2000 polnische Kriegsgefangene im Lager an. Unter dem Vorwand der Entlausung mussten sie sich bei eisiger Kälte (12 Grad unter Null) nackt ausziehen und wurden in ein kleines, von Stacheldraht eingefasstes Geviert eingepfercht; ihre Kleider wurden verbrannt. Als Nahrung erhielten sie ein Zehntel eines Brotlaibes pro Tag. Nach drei Wochen waren nur noch zehn von ihnen übrig. Alle anderen waren an Kälte und Hunger gestorben" (aus dem Bericht des Obersten Hauptquartiers der Forces Expeditionnaires Alliées zu Buchenwald)
- "Wenn man sich nachts umdrehen wollte, musste man die Schlafgenossen stossen, damit sie sich gleichfalls umdrehten. Wir lagen wie die Sardinen, kreuzweise, plattgedrückt, auf der Seite" (Oberst Henri-Frédéric Manhes")
- [zur Ernährung:] "Sehr häufig wurde auch der Interniertensuppe ein chemisches Produkt beigemischt, das Ruhr und schwere Blutungen hervorrief. Alle Medikamente waren wirkungslos ... Die Suppe blieb so lange draussen, dass sie zu einem Eisblock wurde. Dann erst wurde sie verteilt" (Richard Gritz)
- "Für das Gebräu, das wir morgens oder abends bekamen, waren sieben Töpfe erforderlich; für die Suppe 14. Diese Töpfe sind schwer zu handhaben, zwei oder vier Personen können sie tragen, aber mit Schwierigkeiten, vor allem da man aufpassen musste, sich nicht zu verbrennen; denn die Töpfe hatten – absichtlich – keine Deckel. Diese unglücklichen Frauen versuchten wohl, im gleichen Schritt zu gehen, um das Stossen auf ein äusserstes Minimum zu beschränken und um sich nicht mit der herausspritzenden Flüssigkeit oder Suppe zu verbrennen; aber das war sehr schwierig, auch deshalb, weil der zurückzulegende Weg zuweilen recht lang (die entfernteren Baracken lagen 1,5 Kilometer von der Küche weg) und die Strasse schmutzig und glitschig, voll von Löchern war, so dass man an manchen Stellen bis zu den Knien in den Schmutz einsank. Es war eine wahre Folter. Wenn sie ihren Schritt verlangsamten, so erinnerte sie eine Frau oder ein Mann der SS an ihre Anwesenheit durch einige Knüppelschläge. Leidgewohnt, spannten die meisten ihre ganze Willenskraft an, aber ihr Gesundheitszustand entsprach häufig nicht ihrem Bemühen, tapfer zu sein. Sie fielen dann ohnmächtig um, sei es infolge der Schläge, sei es infolge von Erschöpfung. Dann verschütteten sie, was noch in ihren Gefässen war. Die Suppe lief aus, und das war gerade das von den Deutschen verfolgte Ziel. Da der Inhalt nicht ersetzt wurde, litten alle darunter, denn der Verlust wurde auf die Gesamtheit verteilt und die Einzelration so herabgesetzt. Da sich dies häufig wiederholte, war die normale, an sich schon ungenügende Ration meist noch vermindert, woraus sich eine noch raschere allgemeine Schwächung ergab" (Dr. Lequeu)
- "Wir waren so schwach, dass, als wir endlich aus dieser Hölle befreit wurden, noch sehr viele an Hunger und Erschöpfung starben" (Henoque, Priester)
- "Bei diesen verschiedenen Vorgängen beobachtete ich das Benehmen unserer Wächter; sie rauben schon auf eigene Rechnung, und ihre Taschen füllen sich mit Wertgegenständen und Geld. Von Habsucht und Raffgier getrieben, füllten sich wiederholt hohe Persönlichkeiten der Partei – höhere und einfache Offiziere – bei Inspektionen die Taschen mit Schmuck, Brillanten, Wertpapieren und ausländischem Geld. Ich konnte mich nicht entschliessen, ihnen meinen Ehering auszuhändigen und verschluckte ihn während meiner Gefangenschaft. Dies habe ich zweimal wiederholt" (Dr. Lequeu)
- "Die Häftlinge waren ständig ausgehungert; man stellte massenweise Erschöpfung und Sterblichkeit der Häftlinge auf Grund von Schwäche fest. Man ernährte sich mit Aas, man verzehrte Katzen und Hunde. Die meisten Häftlinge waren nur noch wandelnde, mit Haut überzogene Skelette, oder aber sie waren infolge der durch den Hunger verursachten Schwellungen und Geschwulste übermässig dick. Herr M., Professor am Collège de France, ist buchstäblich an Hunger gestorben. Ich habe gesehen, wie er, einer Mannschaft zum Essgeschirrwaschen zugeteilt, versuchte, sich dadurch etwas Nahrung zu beschaffen, dass er mit seinen Fingern den Rand der Essnäpfe abkratzte" (Edouard-José Laval, Bürgermeister von Prèsles, Orthopäde)
- "Die amerikanischen Ärzte gaben bekannt, dass die Körper der Erwachsenen nur 28 bis 36 Kilo wogen. In den meisten Fällen hatten die Häftlinge 50 bis 60 Prozent ihres normalen Gewichtes und sogar an Grösse verloren" (Bericht des Obersten Hauptquartiers der Forces Expeditionnaires Alliées)
- [Appell:] "Tatsächlich mussten nicht nur die Sterbenden, sondern sogar die Toten des Tages zum Appell kommen, damit die Rechnung stimmte. Man legte sie auf eine Bank, die von zwei Häftlingen getragen wurde" (Prof. Léon Mazeaud)
- [Hygiene:] "Da wir angekleidet schliefen, mussten wir uns blitzartig ausziehen, um uns zu waschen, denn schon öffnete sich die Tür, und wehe dem, der nicht sofort nackt vor dem Wasserhahn stand. Wehe auch dem, der in dieser halben Minute nicht schon in seine Zelle zurückgelaufen war. Wenn ein Häftling in diesem Zeitraum nur drei Peitschenschläge abgekriegt hatte, konnte er froh sein. Bei diesem Verfahren konnte man sich allenfalls das Gesicht waschen" (Richard Gritz)
- "Gleich nach dem Frühstück werden alle Barackeninsassen versammelt und in Gruppen zum Abort geführt. Diese Erlaubnis wird einmal am Tag erteilt. Die Frauen, die beim Urinieren in der Umgebung der Baracke ertappt werden, werden mit 10 bis 25 Knüppelschlägen, je nach Konstitution der Schläger, bestraft. Oft sahen wir, wie diese Unglücklichen durch SS-Frauen aus diesem Grund so heftig geschlagen wurden, dass sie einige Stunden danach starben" (Dr. Lequeu)
- "Die Blockältesten haben sich bei ihrer Vernichtungsarbeit als wertvolle Helfer der Nazis erwiesen. Auch sie hatten das Recht über Leben oder Tod ihrer Blockkameraden" (Dr. Lequeu)
- "Die Posten erhielt man auf Grund bestimmter Beziehungen, aus welchen sich Vorrechte ergaben. Diese Stubendienstältesten haben uns ebenso misshandelt wie die SS-Leute. Es gab unter ihnen alle Nationalitäten – Russen, Ukrainer, Polen. Während die im Lager befindlichen Soldaten der Roten Armee eine bemerkenswerte Haltung hatten, wurden alle ausländischen Stubendienstältesten unter dem Gesindel und den Verbrechern ausgesucht" (Oberst Henri-Frédéric Manhes)
- "Keinerlei Möglichkeit sich gegen diesen Kapo zu wehren, denn der geringste Versuch bedeutete die Ermordung, die von den SS-Leuten nicht nur geduldet, sondern gutgeheissen wurde. So wurde ein junger Russe, der sich aufgelehnt hatte, totgepeitscht. Von den SS-Leuten wurde der Kapo für sein energisches Handeln zur Aufrechterhaltung der Disziplin lebhaft beglückwünscht" (Dr. rer. nat. Alfred Balachowski)
- "Sie besassen ebenfalls das Recht über Leben oder Tod ihrer Blockkameradinnen. Ich habe selbst gesehen und gehört, wie eine von ihnen einem armen Mädchen, das sich ein schönes Paar Stiefel verschafft hatte, sagte: Gib mir deine Stiefel oder ich schicke dich mit dem nächsten Schub ins Krematorium; was sie auch im Weigerungsfalle ohne zu zögern getan hätte. Das war im allgemeinen die Mentalität dieser Blockältesten oder der Blockowa. Es fehlte ihnen an nichts: Schmuck, Pelze, Kleidungsstücke, Geld, Lebensmittel. Da viele Häftlinge sich um ihren Schutz bemühten, richteten sie sich so ein oder, um den deutschen Ausdruck zu gebrauchen, "organisierten sie sich", um sich das zu verschaffen, wonach ihren Blockältesten oder der Blockowa gerade der Sinn stand" (Dr. Lequeu)
- "Ein grüner Häftling konnte einen roten umbringen. Ein Mensch wird eines Tages tot aufgefunden, in einem Bassin ertrunken, auf der Strasse niedergeschlagen, von einer Maschine zermalmt; man schafft ihn ins Krematorium. Keine Untersuchung, kein Kommentar; das Leben geht weiter. Nutzlos sich zu beschweren, die SS griff niemals ein" (Maurice Nègre)
- "Im Mai 1941 zog die Ermordung des Juden H. durch einen SS-Oberscharführer diejenige aller Zeugen des Verbrechens, 30 an der Zahl, nach sich, weil H's Bruder, der den Mord gesehen hatte, sich über die Willkür dieses Aktes beschwert hatte, unter Angabe der Namen der Zeugen" (Berichtsserie Justizministerium)
- "Es hagelte Fusstritte und Knüppelschläge auch auf die Kranken" (Oberst Henri-Frédéric Manhes)
- "Ich trug infolge eines stundenlangen Aufhängens an den Handgelenken eine richtige Lähmung meiner Handmuskeln davon" (Prof. Charles Richet)
- "Ein anderer SS-Mann fand einen besonderen Genuss darin, die Häftlinge aus ihren Zellen zu jagen und sie Kniebeugen machen zu lassen, bis sie nicht mehr in die Höhe kamen; dann stampfte er mit seinen eisenbeschlagenen Absätzen auf ihre Köpfe, bis das Blut aus Nase und Ohren drang" (Richard Gritz)
- "In vier Monaten erhielt ich in einem Zeitraum von zehn bis vierzehn Tagen insgesamt 175 Stockschläge auf den Hintern, im selben Zeitraum wurde ich täglich 25 Minuten lang an den Handgelenken aufgehängt" (Richard Gritz)
- "Eine andere beliebte Methode der Nazis zur Folterung der Gefangenen war das Aufhängen an den Bäumen. Im Laufe der Jahre 1938/1939 wurde diese Folterung in den Wäldern hinter dem Lager praktiziert. 20 bis 25 Bäume waren dafür eingerichtet worden und trugen in zwei Meter Höhe einen Haken. Die Hände der Häftlinge wurden auf den Rücken gefesselt, und mit einer Kurbel zog man sie an den Händen hoch, bis ihre Füsse nicht mehr die Erde berührten. Der Lagerführer und ein SS-Mann gingen von Baum zu Baum und schlugen die Häftlinge mit einer Peitsche. Die Mindestdauer war eine halbe Stunde. Dort drei Stunden aufgehängt zu bleiben, war nicht selten. Diese Folterstrafe wurde mindestens zweimal wöchentlich vollzogen. 20 Häftlinge wurden mit Ketten zusammengefesselt und mussten einen Kreis um einen Baum des Lagerplatzes bilden. Während der ganzen Nacht hetzten die SS-Leute ihre Hunde auf sie. Am Morgen lebten nur noch drei Häftlinge" (Berichtsserie Justizministerium)
- "Ein Blockführer war völlig verrückt. Er schlug ohne jeden Grund brüllend um sich. Er liess die Häftlinge vor sich stramm stehen und gab ihnen Fusstritte in den Bauch" (François Girard)
- "Die Frau des Kommandanten pflegte jeden Tag auszureiten. Wenn ein Gefangener sie nur anzublicken wagte, notierte sie seine Nummer. Der Häftling wurde sofort in den Bunker geworfen, erhielt 25 Stockschläge und wurde manchmal umgebracht" (Richard Gritz)
- "Ich wurde von einer Gruppe von SS-Leuten angefallen, die mir meine Soutane abrissen, meinen Rosenkranz zerrissen, unter höhnischem Grinsen mein Brevier zertraten" (Henoque, Priester)
- "Ich selbst wurde in schrecklicher Weise misshandelt. Mein Kopf war infolge der Schläge so angeschwollen, dass man mich nicht mehr erkannte ... In einem solchen Zustand musste ich meine Hose anziehen, meine Kleidung in tadellose Ordnung versetzen, rasch meine Jacke zuknöpfen, was mir ungeheure Schmerzen verursachte, da mir meine Glieder den Dienst versagten" (Richard Gritz)
- "Ich hatte folgende Torturen durchzumachen: Stiche mit glühenden Spitzen auf den ganzen Körper, Verrenken beider Beine bis zum Zerreissen der Leistenmuskeln. Die Narben dieser verschiedenen Folterungen sind nach neun Monaten noch deutlich sichtbar, insbesondere eine grosse Narbe am Schenkel, die von einem Messerstich herrührt. Bevor ich gefoltert wurde, musste ich mich nackt ausziehen; man rief zwei Frauen, um mich anzuschauen, denn man behauptete, dass alle Priester syphilitisch seien, und man wollte das prüfen. Sie mussten feststellen, dass das falsch war. Eine der schmerzhaftesten Torturen, denen ich ausgesetzt wurde, war das Ausreissen meiner Barthaare in Büscheln" (Dr. theol. Leloir sen.)
- "Aus den Zellenfenstern zu schauen, bedeutete den sicheren Tod. Die dabei Erwischten wurden gestochen, geschlagen oder ermordet. Die gleiche Strafe erwartete diejenigen, die ein Stück Zeitung lasen, selbst wenn das bei der Benützung als Klosettpapier geschah" (Richard Gritz)
- "Während der 13 Monate, die ich im Bunker verbrachte, wurden 300 bis 400 Deportierte ermordet. Ich kann die Zahl ziemlich genau angeben, weil die Leichenträger jedesmal, wenn ein Häftling ermordet worden war, an den Eingang gerufen wurden" (Richard Gritz)
- "Fast niemand kam aus den Lagergefängnissen heraus" (Berichtsserie Justizministerium)
- [Zwangsarbeit: ] "Schliesslich die sogenannte 'Steinbrocken-Mannschaft'; dort musste man sehr schwere Steine auf Schulterhöhe heben, um sie auf die Wagen zu werfen. Die Vorarbeiter erlaubten nicht, Steine zu zweit hochzuheben" (Prof. Léon Mazeaud)
- "Im Winter wurde die Arbeit elf Stunden lang bis zu den Knien im Schnee ausgeführt" (Oberst Henri-Frédéric Manhes)
- "In dem Tunnel arbeiteten wir in einem infernalischen Staub. Es gab keine Lüftung; Frischluft kam lediglich durch zwei Tunnelöffnungen, die drei Kilometer voneinander entfernt waren. Die Luft war durch den Staub der Züge, die Maschinen des Werkes und vor allem die Sprengungen verunreinigt. Die Arbeit bestand im Abladen von Schienen und von Maschinen, die mit dem Zug in das Tunnelinnere kamen, durch den Tunnel fuhr die Eisenbahn. Das Material wurde vor verschiedenen Hallen abgeladen. Andere Mithäftlinge wurden der Arbeit in den Schächten zugeteilt" (Dr. rer. nat. Alfred Balachowski)
- "Die Häftlinge wohnten im Werk, in Schächten, die in die Tunnelwände gegraben waren, dort waren Holzgestelle mit vier Stockwerken angebracht worden. Es war fast unmöglich zu schlafen" (amerikanischer Bericht)
- "In den Blöcken war es aus zwei Gründen unmöglich, sich auszuruhen: einmal das beständige Licht und andererseits das unaufhörliche Kommen und Gehen" (Dr. rer. nat. Alfred Balachowski)
- "Einer der Hauptgründe der Erschöpfung war der Schichtwechsel. Wenn wir wechselten, mussten wir 24 Stunden nacheinander arbeiten. Die Überwachung durch die SS-Leute war dann furchtbar, denn die Gefangenen schliefen an Ort und Stelle ein, und das war eine Gelegenheit, neue Peitschenschläge auszuteilen. Dieser Schichtwechsel fand entweder jede Woche oder alle 14 Tage statt" (Dr. rer. nat. Alfred Balachowski)
- "Es kam vor, dass wir von 4 Uhr morgens bis 5 Uhr abends unter dem Vorwand, wir sollten fotografiert werden, bleiben mussten, und dann wurden wir zum Arbeiten bis zum nächsten Morgen um 6 Uhr in die Fabrik geschickt. Da wir am Vortag nicht fotografiert worden waren, versammelte man uns dann wieder - angeblich, um uns zu fotografieren, bis 1 Uhr nachmittags. Wir standen also 32 Stunden lang" (Olivier Richet, Student)
- "Wir wurden mit äusserster Brutalität behandelt. Man schlug uns ohne Grund" (Dr. rer. nat. Alfred Balachowski)
- "Man warnte uns, dass der Blockführer verrückt sei und dass man sich vor ihm in acht nehmen müsse. Tatsächlich ging er mit einer riesigen Peitsche, die aus einem dicken Telefondraht von 1 cm Durchmesser bestand, bei uns durch und schlug nach Gutdünken damit in die Reihen" (Dr. rer. nat. Alfred Balachowski)
- "Ich sah auch häufig aus dem abgetrennten 'Revier', wo meine Arbeitsstelle lag, viele arbeitsunfähige Franzosen, die beim Holzhäufeln [Einsammeln und Aufschichten von Holz] waren, herauskommen. SS-Unteroffiziere, die ihnen entgegenkamen, versetzten ihnen Faustschläge, bis sie hinfielen. Wenn sie am Boden lagen, gaben sie ihnen Fusstritte auf die Brust" (Edouard-José Laval, Bürgermeister von Prèsles, Orthopäde)
- "Wenn ein Mensch beim Langsamgehen überrascht wurde, wurde er bestraft. Diese Bestrafungen bestanden immer in körperlichen Züchtigungen, die zwischen einigen Peitschenschlägen und langsam ausgeführten Turnübungen wechselten. Jede schlechte Arbeit wurde durch Peitschenschläge bestraft. Es gab ebenfalls die 25 Schläge auf das Gesäss; das Opfer, dem die Hose ausgezogen wurde, wurde von zwei von den SS-Leuten gerufenen Gefangenen gehalten und erhielt 25 Schläge, die es laut zählen musste" (Dr. rer. nat. Alfred Balachowski)
- "Es gab fast jede Woche Vollstreckungen aus den verschiedensten Gründen, vom Diebstahl eines Liters Suppe bis zur sogenannten Sabotage (Sabotage war im Tunnel unmöglich, jede Schraube wurde zweimal durch die Spezialisten der Luftwaffe kontrolliert). Es gab zahlreiche Erhängungen, aber was uns durch seine Schauerlichkeit am tiefsten beeindruckte, war das gleichzeitige Aufhängen von 32 Häftlingen (angeblich wegen Sabotage) mit einer elektrischen Aufziehvorrichtung. Wir wurden gezwungen, dazubleiben und zuzuschauen. Die Kapos und Vorarbeiter schlugen uns, wenn wir nicht zuschauten. Unsere Kameraden gingen mit einem Holzstück geknebelt zur Hinrichtung. Am nächsten Tag wurden 56 andere Häftlinge aus einem uns unbekannten Grunde gehängt" (Adolph Verheyn)
KZ Dachau
- "Die Schläge [mit dem Ochsenziemer] waren häufig mit anderen Massnahmen verbunden: Ein Internierter wurde in den Duschsaal geführt und mit auf dem Rücken gefesselten Händen zwei Stunden lang aufgehängt. Während dieser Zeit wurde er ins Gesicht und auf den ganzen Körper heftig mit dem Ochsenziemer geschlagen. Ins Büro des Rapportführers zurückgebracht, musste er eine Erklärung unterschreiben, und er wurde gezwungen, von 10 Uhr morgens bis zum nächsten Tag um 7 Uhr strammzustehen. Ein anderer wurde mit zwei seiner Kameraden in den Duschsaal gebracht; man versetzte ihm 25 Schläge mit einem durchnässten Ochsenziemer auf das Gesäss und das Kreuz. Wie die anderen Bestraften musste er die Schläge zählen. Wenn ein Bestrafter sich irrte, so begannen die beiden SS-Leute, die ihn schlugen, von vorne. Nach den 25 Schlägen wurde er gezwungen, solange sehr anstrengende Turnbewegungen zu machen, bis die beiden anderen ihre Bestrafung erhalten hatten. Wenn einer der Bestraften die Bewegungen nicht richtig ausführte oder umfiel, wurde er mit dem Ochsenziemer heftig auf jede beliebige Körperstelle geschlagen. Unter den beiden gleichzeitig mit H. bestraften Häftlingen befand sich ein Jude, der von den SS-Leuten geschlagen wurde, bis er starb; die anderen Häftlinge wurden gezwungen, die Leiche in den Bunker [= Lagergefängnis] mitzunehmen. H. wurde dann mit den beiden anderen Häftlingen (von denen der eine tot war) drei Tage und Nächte lang in den Bunker gesperrt; er musste stehenbleiben, da er sich wegen seiner Wunden weder setzen noch hinlegen konnte" (Amtliche Berichte)
- [Zwangsarbeit: ] "Auf den Feldern zogen wir wie Pferde grosse Wagen für die Kartoffeln. Wir luden sie auf und brachten sie ein" (Albert Durand)
KZ Majdanek
- "Sie rissen die Zähne der Gefangenen aus auf der Suche nach Diamanten, von denen sie sagten, sie könnten in den hohlen Zähnen versteckt sein" (Konstantin Simonow)
- "Die Flöhe, Wanzen und Läuse waren sehr zahlreich, sie verbreiteten den Typhus" (Victor Marbler)
- "Blockälteste und Kapos: Wir sind gemeinen deutschen Sträflingen unterstellt, die für ihre Verbrechen oder Diebstähle seit acht, zehn, zwölf Jahren in Lagern oder Gefängnissen sind ... und die, begünstigt durch die Nazis, ein Terrorregiment über uns führen" (Victor Marbler)
- "Ausserdem unterhielt man dort 200 deutsche Wolfshunde, die ein wichtiges Element der Lagerbewachung waren, ferner eine Kampfpolizei [=Kapos?] genannte Hilfspolizei, die aus gemeinen Verbrechern zusammengesetzt war" (Kommuniqué der polnisch-russischen Sonderkommission)
- "Die Häftlinge waren in Arbeitskommandos eingeteilt; an der Spitze jedes Kommandos war ein deutscher Häftling als Kapo. Das äussere Anzeichen seines Amtes war der Stock. Die Berufsverbrecher waren alle Kapos" (Victor Marbler)
- "Die Frauen lebten in den gleichen Verhältnissen wie die Männer, nur mit dem Unterschied, dass sie durch SS-Frauen bewacht waren" (Konstantin Simonow)
- "Den SS-Leuten, die über das Lager herrschten, verlieh vor allem Mut, dass alle im Lager befindlichen Gefangenen, Kriegsgefangene oder Häftlinge, Russen, Ukrainer, Polen, Weissrussen, Juden, Franzosen oder Griechen usw., früher oder später umgebracht würden, also nie berichten könnten, was geschah. Diese Sicherheit war vor allem für das Verhalten der Aufseher und die im Lager angewandten Vernichtungsmethoden bestimmend. Die Toten sind stumm und können nichts erzählen. Sie können Einzelheiten weder mitteilen noch durch Dokumente bestätigen. Daher würde niemals jemand Beweise in Händen haben, und das war für die Deutschen das Wesentliche" (Konstantin Simonow)
- "Die Lagerseerka war eine magere, widerwärtige Megäre. Sie zeichnete sich durch ihren Sadismus und ihre sexuelle Perversität aus; sie war halb verrückt. Beim Morgen- oder Abendappell suchte sie unter den erschöpften und abgemagerten Frauen die schönste aus, die noch einen mehr oder weniger menschlichen Anblick bot, und peitschte sie ohne jeden Grund auf die Hände. Wenn das Opfer zusammenbrach, so schlug sie es zwischen die Beine, zuerst mit ihrer Peitsche, dann mit ihren genagelten Stiefeln. Gewöhnlich liess die Frau eine blutige Spur hinter sich. Gewöhnlich wurde eine Frau nach ein oder zwei derartigen Misshandlungen krank und starb kurz darauf" (Konstantin Simonow)
- "Einer der SS-Leute, ein 19jähriger Junge, der zu den Aufsehern der Arbeitssklaven gehörte, überwachte die Sträflinge, die am Bau des verbesserten Verbrennungsofens arbeiteten. Er näherte sich einem der kräftigsten und schönsten Arbeiter, befahl ihm, den Kopf nach vorn zu neigen, und versetzte ihm aus voller Kraft einen Knüppelschlag auf den Nacken. Als der Mann zusammenbrach, befahl der SS-Mann zwei Häftlingen, ihn bei den Beinen zu packen und ihn mit dem Gesicht auf der Erde aufliegend wegzuschleifen, um ihn wieder zum Bewusstsein zu bringen. Nachdem sie ihn 100 Meter über den gefrorenen Boden gezerrt hatten, war er nicht wieder zum Bewusstsein gekommen und lag unbeweglich da. Da ergriff der SS-Mann eine Kanalisationsröhre aus Zement, hob sie auf und liess sie auf den Rücken des am Boden liegenden Opfers fallen. Das wiederholte er fünfmal. Beim erstenmal erzitterte der Körper des Opfers in Todeskrämpfen, beim zweitenmal wurde er steif. Beim fünftenmal befahl der SS-Mann, ihn mit dem Gesicht nach oben zu drehen, und spreizte ihm die Augenlider mit einem Stecken auf. Nachdem er festgestellt hatte, dass er tot war, spuckte der SS-Mann aus, zündete sich eine Zigarette an und ging weg, als ob nichts geschehen sei" (Konstantin Simonow)
- "Nach manchen Martern hatten die Kameraden nicht mehr die Kraft, die zehn Meter zurückzulegen, um in die Reihe zurückzukommen. Die auf dem Boden Liegenden wurden in den Hundezwinger des Lagers gebracht, wo sie die Beute der ausgehungerten Schäferhunde wurden. Diese Hunde zerrissen mit ihren scharfen Zähnen die Körper der noch lebenden Menschen, die in ihren Käfigen lagen. Die nach diesen Fressorgien übriggebliebenen Stücke menschlicher Körper wurden täglich in ein Krematorium gebracht, wie wir später erfuhren. Keine Spur darf bleiben. Jede Stelle des Lagers bleibt tadellos sauber und sogar gefällig" (Konstantin Simonow)
- [Unterscheidung zwischen Gefangenen:] "Jeder Häftling trug seine Nummer auf der linken Seite der Brust und auf dem rechten Schenkel. Direkt unter der Nummer befand sich ein Dreieck aus farbigem Stoff. Auf dem Dreieck war die Nationalität des Häftlings vermerkt: F für Franzosen, P für Polen, R oder SU für Russen. Die deutschen Häftlinge trugen keinerlei Angabe der Nationalität" (Victor Marbler)
- [Appell:] "Tote und Sterbende wurden jeden Morgen auf den Appellplatz geschleppt" (Victor Marbler)
- "Wenn einer bewusstlos wurde und beim Appell nicht antwortete, setzte man ihn auf die Liste der Toten und brachte ihn dann mit Stockschlägen um" (Kommuniqué der polnisch-russischen Sonderkommission)
- [Zwangsarbeit: ] "Die Deutschen liessen zahlreiche Gruppen (1200 Menschen) von Professoren, Ärzten, Ingenieuren und anderen aus Griechenland herbeigeschafften Spezialisten Arbeiten machen - Transport schwerer Steine -, die deren Kräfte überstiegen. Die SS-Leute schlugen die Gelehrten, die von der schweren Arbeit geschwächt umfielen, zu Tode. Die ganze Gruppe griechischer Gelehrter ist innerhalb fünf Wochen durch ein System von Aushungerung, erschöpfender Arbeit, Prügel und Mord umgebracht worden" (Kommuniqué der polnisch-russischen Sonderkommission)
KZ Mauthausen
- "Eine Lagerordnung existierte nicht. Nichts wurde verboten, zweifellos weil alles verboten war. Etwas, das an einem Tage erlaubt war, bedeutete am nächsten Tag stundenlange Misshandlungen durch die SS" (Frau Lajeneusse)
- "Die einzige Erklärung, die die SS-Leute den Häftlingen gaben, war die, dass kein Gefangener jemals lebend diesen Ort verlassen würde" (F. Lecuron, Paris)
- "Bei uns wurde ein Priester misshandelt. Man zwang ihn, niederzuknien, einen Ziegelstein in jeder Hand, und zu sagen, dass Jesus Christus nicht existiere und dass der alleinige Herrgott Hitler sei. Er wollte es niemals sagen, er wurde tagelang mit Knüppelschlägen, Fusstritten und Schlägen mit dem Revolverknauf misshandelt und starb an diesen Misshandlungen" (F. Lecuron, Paris)
- "Wenn sie die Lust packt, mähen die Nazis von den Schiessständen aus alles, was sich auf der Mittelallee des Lagers befindet, nieder, töten in den Baracken ohne Warnung, wenn sie zuviel Lärm hören, oder 30 Bestien stürzen mit dem Knüppel oder dem Revolver in der Faust herein und teilen nach rechts und links Schläge aus. Die Menschen springen aus den Fenstern und verfangen sich, gedrängt durch die Nachkommenden, in den unter Strom stehenden, zwei Meter weiter hinten befindlichen Drähten (F. Lecuron, Paris)
- "Wir waren zu 120 Frauen im Lager angekommen. Nach einem Monat hatten wir 30 Tote" (Yvonne Marquet)
- [Appell:] "Ich sah, wie einem russischen Mithäftling, der fünf Minuten zu spät zum Appell kam, der Kopf durch zwölf SS-Leute mit Fusstritten zermalmt wurde" (Gueroult)
- [Zwangsarbeit: ] "Anderswo bestand die Arbeit darin, Steine zu tragen und auf kleine Waggons zu laden, und zwar folgendermassen: Ein Tragkorb musste von zwei Häftlingen in zehn Minuten geladen werden. Dann musste, immer durch die selben zwei Häftlinge, der Waggon 100 m weit geschoben werden, um an die Lokomotive angehängt zu werden. Schätzungsweise sind mindestens 50 000 Häftlinge bei dieser Arbeit gestorben" (Octave Rabaté)
- "Die zu erledigende Arbeit ist häufig sinnlos. Sie besteht darin, sehr schwere Steine von einem Ende zum anderen des Steinbruches von unten nach oben zu tragen und im Laufschritt wieder herunterzutragen" (Octave Rabaté)
- "Der Pariser Rechtsanwalt B. wurde in folgender Weise getötet: Er wurde gezwungen, 50 kg schwere Zementsäcke zu tragen, zurückzukommen, einen neuen Sack zu nehmen und den Weg erneut zu machen. Er konnte diese Arbeit nicht länger als eine Stunde aushalten; man liess ihn einen Tag lang in Ruhe; am nächsten Tag riss ihm der SS-Mann, der das Kommando des Vortags beaufsichtigt hatte, die Brille herunter und zwang ihn wieder, mit dem Zementsack auf dem Rücken loszulaufen. Erschöpft und verzweifelt warf er den Sack fort und sagte zu seinen Kameraden: 'Ich gehe, auf Wiedersehen.' Er ging weg, überschritt die Wachtpostenlinie und wurde auf der Stelle niedergeschossen" (F. Lecuron, Paris)
- "Häftlinge, die als Juden galten, waren Gegenstand besonders furchtbarer Misshandlungen" (Octave Rabaté)
- "In einem Transport waren zwei von diesen unglücklichen Juden. Einer, von dem ich nur noch den Familiennamen weiss: C., der andere, ein junger Partisan, Medizinstudent im vierten Jahr, Jean R. Diese beiden Kameraden wurden mit den 20 schon anwesenden Juden zusammengelegt. Sie mussten unter den Betten schlafen, unter die man sie mit Fusstritten und Ochsenziemerschlägen stiess. Sie wurden dem Sonderkommando 'Lagerbauer' zugeteilt. Es handelte sich dabei um den Bau des Lazaretts. Der Führer dieses Kommandos, ein gemeiner Verbrecher, war unter dem Namen 'der schreckliche Jim' bekannt. Auf sein persönliches Konto geht der Tod aller ins Lager kommenden Juden bis zum Juli 1943, als er in die SS kam. Einer nach dem anderen wurden die Juden jeweils acht Tage zuvor über den Zeitpunkt ihrer Tötung verständigt. Wenn sie vor ihrer 'Liquidierung' durch Schläge geschwächt worden waren, wurde das Opfer während einiger Tage nicht geschlagen, damit es wieder zu Kräften kam. C. starb, wenn ich mich recht erinnere, gegen Ende Juni 1943. R., der widerstandsfähiger und dessen innere Haltung ausgezeichnet war, konnte bis Ende Juli, Anfang August durchhalten. Ich besuchte ihn jeden Abend nach der Rückkehr von meiner Arbeit. Zwei Tage vor seinem Tod teilte er mir mit, dass ihm die Kapos gesagt hatten, dass er am übernächsten Tage umgebracht werde. Die letzten zwei Tage wurden für ihn ein wahres Martyrium. Dem Befehl, zur Grenzlinie zu gehen, jenseits derer man erschossen wurde, widersetzte er sich; er wurde durch den Kapo hingeführt, und der Wachtposten schoss. Die zweite Kugel tötete ihn. Ich sah selbst, wie man seine Leiche brachte. Die Lagerkartei trägt den Vermerk: 'Auf der Flucht erschossen'. Andere wurden folgendermassen umgebracht: Man liess sie 100 Kilogramm schwere Steine in die Löcher hinabtragen und auf der Leiter wieder herauftragen, und nach ein oder zwei Tagen solcher Arbeit gab man ihnen einen Strick, um sich daran aufzuhängen. Wenn der Häftling sich aufzuhängen weigerte, half ihm der Kapo nach" (Octave Rabaté)
- "Während meines Aufenthalts im Steinbruch, d. h. bis Juni 44, verging kein Tag, an dem die ins Lager zurückkehrenden Häftlinge nicht Totenbahren zu tragen hatten, deren Zahl zwischen zwei und zehn schwankte" (Octave Rabaté)
KZ Natzweiler-Struthof
- [Appell:] "Wecken um halbvier morgens" (Florimond Bonte)
- [Appell:] "Wenn es einem einfällt, sich noch eine Minute im Bett zu räkeln, so wird man mit Knüppelschlägen herausgetrieben und mit kaltem Wasser begossen" (Bericht des Generalstabs der französischen Armee)
- ["Strafen" und Foltern:] "Häufig fesselte man die Hände der Angeklagten mit Handschellen auf dem Rücken und hängte sie dann so an den Handgelenken an der Decke auf, wobei man sie ausserdem noch mit der Peitsche schlug. Einige wurden ohnmächtig, andere wurden verrückt und begannen zu singen" (Joseph Freismuth und andere namentlich genannte Zeugen)
- "Einmal gab es ungefähr 30 gefolterte Menschen. Die Wildheit der SS-Leute war umso grösser, als sie für ihre Arbeit Wein und Schnaps bekamen. In dem ganzen angrenzenden Schlafraum konnten die Häftlinge während der ganzen Nacht infolge der Schmerzensschreie der Gefolterten die Augen nicht schliessen. Die Marter dauerte bis zum Morgen-Appell und war so schwer, dass die meisten Opfer nicht aufstehen konnten. Sie wurden hingeschleift. Viele von ihnen waren infolge der Schläge ins Gesicht nicht mehr zu identifizieren. Vier Wochen lang wurden die Gemarterten allen Unbilden der Witterung ausgesetzt, die Hände immer auf dem Rücken gefesselt, selbst beim Verrichten ihrer Bedürfnisse, beim Essen und Trinken. Die Fesselung war so fest, dass die Arme zu verkümmern begannen. Zuletzt wurden sie gehängt" (Joseph Freismuth und andere namentlich genannte Zeugen)
- "Wenn der Bunkeraufseher zu einem Verhör schritt, zog er seinen Revolver und drohte dem Betreffenden, ihn zu erschiessen, wenn er keine Geständnisse machen würde; tatsächlich erschoss er manchmal Gefangene" (A. Monestier)
- "Jedem Akt der Grausamkeit musste eine bestimmte Anzahl von Häftlingen als Zuschauer beiwohnen. In diesem Lager des Todes waren die Schmerzensschreie manchmal so durchdringend, dass der Lagerkommandant gut daran zu tun glaubte, dem abzuhelfen, indem er die übrigen, nicht als Zuschauer dienenden Häftlinge auf einem kleinen Hügel in einigem Abstand vom Folterungsort versammelte und sie fröhliche Lieder singen liess" (Martin Winterberger; er gehörte zu den Befreiern von Struthof)
- [Zwangsarbeit: ] "Es ist natürlich, dass viele von ihnen völlig erschöpft umfallen. Für diese Unglücklichen bedeutete das das schnell herannahende Ende" (Martin Winterberger)
- "Die Häftlinge waren von SS-Leuten umringt, die das Recht hatten, sie zu schlagen, Hunde, die furchtbar bissen, auf sie zu hetzen und sie für jeden sogenannten Fluchtversuch niederzuschiessen. Die SS-Leute des Lagers wandten dieses Recht in brutaler Weise an" (A. Monestier)
- "Die Arbeit wurde durch den Kapo überwacht. Er war für die Leistung der Häftlinge in der Weise verantwortlich, dass er sie, nötigenfalls mit Stockschlägen, zur Arbeit antreiben musste. Wenn die vorgeschriebene Leistung nicht erreicht wurde, erhielt er selbst 25 Stockschläge, es sei denn, er bewies, dass er die Häftlinge bei der Arbeit geschlagen hatte, indem er die Spuren der Schläge auf den Körpern der Opfer zeigte" (Struthof, Natzweiler, Saar; Berichte über das Lager)
KZ Neuengamme
- [Zwangsarbeit: ] "Bei gewissen Arbeiten hagelte es ununterbrochen Schläge. Bei den Häftlingen z. B., die die Waggons schieben mussten, schlugen die SS-Leute bei jedem vorbeikommenden Waggon diejenigen, die ihn schoben. Bei den Erdarbeiten war es ebenso, die SS-Leute schlugen ohne Unterlass. Die diesen Kommandos zugeteilten Häftlinge hatten keine Aussicht, zurückzukommen" (Prof. Marcel Prenant)
KZ Ravensbrück
- "Als man uns die Haare schor, gab man uns eine beruhigende Versicherung: Die tierischen Webstoffe sind wärmer als die pflanzlichen. Also beruhigt Euch, nichts geht verloren, die deutsche Industrie verwertet alles, mit Euren Haaren werden wir Decken, Kleidungsstücke für die SS usw. machen. Tatsächlich trugen, während wir nichts anzuziehen hatten, die Hunde der SS Decken (mit der Aufschrift SS), die oft aus unseren Haaren gemacht worden waren" (Sylvie Paul)
- [zur Nahrungsaufnahme:] "Es war verboten, ein Messer zu haben, und zu einem bestimmten Zeitpunkt nahm man uns auch die Löffel. Wir waren dann gezwungen, unsere Suppe zu schlürfen ... Die Offizierinnen verkauften vor unseren Augen den Zivilarbeitern der Fabrik Pakete mit Lebensmitteln, die von unseren Rationen weggenommen waren" (Dr. iur. Henriette Cartier-Worms)
- "Um unser Essen zu bekommen, mussten wir im Hof anstehen, in Regen und Kälte, und manchmal 1.5 Stunden auf die Verteilung warten" (Gelis, Journalist)
- "Um unsere Suppe zu holen, mussten wir die Befehle der Unteroffiziere ausführen, die uns befahlen, uns in einer Reihe aufzustellen, 150 Meter von der Verteilungsstelle entfernt, und dann auf allen Vieren zu kriechen. Wenn wir ankamen, befahlen sie uns, zurückzulaufen und dann wieder hüpfend heranzukommen, alles von Schlägen begleitet. Wir wussten nicht, wo wir unsere Suppe essen sollten; wir gingen in die Gänge oder zu den Latrinen" (Dr. iur. Henriette Cartier-Worms)
- "Alle unsere Pakete wurden uns regelmässig gestohlen. Wir sahen die Oberaufseherinnen aus Frankreich kommende Sachen essen, und wir errieten ihre Herkunft. In den Abfalleimern fanden wir die leeren Sardinenbüchsen und die Verpackungen der kleinen rechteckigen, bei uns hergestellten Kekse" (Gelis, Journalist)
- "Ausgehungert stürzten wir uns auf die Gemüseabfälle, die im Schmutz lagen, auf weggeworfene Kohlstrünke, die für uns eine Wonne waren ... Eines Tages hatte man uns Frauen ausgeschickt, um ein Rapsfeld umzugraben; wir assen Raps. Nach unserem Weggang hätte man glauben können, dass ein Heuschreckenschwarm auf dem Feld niedergegangen war" (Gelis, Journalist)
- "Wir waren mitten im Monat August und hatten kein Trinkwasser. Wir bekamen etwas Wasser zum Geschirrwaschen, aber wir behielten es zum Trinken und für die Fälle absolut unentbehrlicher Reinigung der Frauen; wir gaben ihnen einen Viertelliter Wasser, auf den wir verzichteten" (Hodebert)
- [Appell:] Die kranken Frauen waren von dieser Marter nicht ausgenommen; viele Frauen habe ich gesehen, die vor Kälte ohnmächtig wurden, vom Stehen im Schnee und mitten im eisigen Wind. Da man übrigens 40 Grad Fieber haben musste, um ins Krankenhaus aufgenommen zu werden, muss man sich vorstellen, was das unterträgliche Warten einer Gefangenen bedeutet, die 39,5 Grad Fieber hat und die man brutal aus einem warmen oder doch halbwarmen Bett reisst. Unsere Aufseherinnen, weibliche Soldaten, die tierisch gegen uns waren, gestanden übrigens ohne Scham, dass das zu dem Zweck geschah, uns auszurotten. Ich bin einmal aus Schwäche ohnmächtig geworden und bin durch Zufall ohne jede Hilfe wieder zu mir gekommen" (Hodebert)
- "Beim ersten Appell war eine Freundin von mir krank. Sehr naiv, ging ich zu unserer Blockowa und fragte sie: "Verzeihen Sie die Störung, aber eine Freundin von mir ist sehr krank, kann sie nicht vom Appell befreit werden?" Sie antwortete: "Hier gehen auch die Sterbenden zum Appell"" (Gelis, Journalist)
- "Eines Tages wurde beschlossen, uns zu entlausen. Alle Frauen und Kinder mussten sich nackt ausziehen; man schmierte auf alle behaarten Körperteile eine Pomade, hernach wurden alle in einer Baracke zusammengepfercht, wo sie auf dem nackten Boden schliefen. In der Nacht wurden die Hunde losgelassen, und zahlreiche Kinder und Frauen wurden gebissen. Wer den Bissen entgehen wollte, musste auf die Schränke klettern. Nach zwei Tagen und einer Nacht, die wir so verbracht hatten, kamen wir in unsere Baracken zurück, nach einem Appell, bei dem wir zwei Stunden lang ganz nackt im Schneetreiben stehen mussten. Endlich zurück in den Baracken, fanden wir, dass die Hüllen der Strohsäcke sowie die Decken fehlten; wir schliefen auf verfaultem Stroh und Holzspänen, und es gab Läuse in einer Menge wie nie zuvor" (Sylvie Paul)
- "Es war zu sehen, wie eine mit ihrer Tochter eingesperrte Mutter deren Röcke hochzuheben gezwungen wurde, damit ein Hund das Mädchen bespringen konnte" (Bericht des Senders Annemasse)
- "Eines Tages erhielt ich einen gewaltigen Faustschlag von der "grünen Stute", weil mein Schuhzeug nicht geschnürt war. Wir hatten sie wegen ihrer vorstehenden Zähne die "grüne Stute" genannt: Sie verstand es besonders meisterhaft, einem einen Faustschlag mitten auf die Lippen zu versetzen, der einem den Kiefer brach oder die Zähne einschlug ... Eine andere Oberaufseherin hatten wir, die uns stets mit ihrem Revolver bedrohte; wir nannten sie "die Tierbändigerin", eine andere nannten wir "den Eber"" (Gelis, Journalist)
- "Oft amüsierten sich die SS-Frauen damit, sich gegenseitig die brutalste Art zu zeigen, mit der sie die internierten Frauen unter Kontrolle hielten. Man rief eine Gefangene, und mitten im Zimmer wurde sie von einer der SS-Frauen niedergeschlagen" (Sylvie Paul)
- "Die Offizierinnen waren meist selbst verurteilte Sträflinge. Diejenige, welche in unserem Block kommandierte, war zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Sie hatte ihre Eltern umgebracht. Bei uns machten zahlreiche junge Aufseherinnen ihre Lagerschule. Sie lernten, wie man weibliche Gefangene behandeln musste. Diese Aufsichtsschülerinnen waren gewöhnlich Deutsche; aber es gab auch zahlreiche Frauen aus annektierten Ländern: Rumänien, Holland, Griechenland, Tschechoslowakei. Diese Frauen waren zwangsweise eingestellt" (Suzanne Legran)
- "Ausserdem hatten unsere Offizierinnen besondere Neigungen und genierten sich keineswegs, sich auf den benachbarten Bettgestellen mit den Zigeunerinnen zu vergnügen, die deshalb eine Vorzugsbehandlung genossen" (Dr. jur. Henriette Cartier-Worms)
- "Hitler hatte in "Mein Kampf" seine Idee bekannt gegeben, Häftlinge durch andere Häftlinge bewachen zu lassen, ein ausgezeichnetes Mittel, die Opfer gegeneinander aufzubringen, Hass und Ekel zu schaffen, Denunzierungen zu begünstigen, kurz, den Menschen zu erniedrigen. Diejenigen, welche diese Befehle weitergaben, entwickelten diese Idee noch weiter: Sie übertrugen die Befehlsgewalt gemeinen Verbrechern; der Zuchthäusler wurde zum Kerkermeister" (Suzanne Legran)
- "Einmal fehlten den deutschen Behörden SS-Frauen. Man rekrutierte sie daher zwangsweise aus den Fabriken, ohne ihnen auch nur die Zeit zu lassen, ihre Familien zu benachrichtigen; sie wurden ins Lager gebracht, wo sie in Gruppen zu jeweils 50 eingeteilt wurden. Eines Tages machte man einen Versuch mit ihnen; man brachte sie vor eine willkürlich ausgesuchte Gefangene und befahl den 50 neuen SS-Frauen, sie zu schlagen. Ich erinnere mich, dass von mehreren Gruppen von SS-Frauen nur drei nach dem Grund fragten und nur eine sich weigerte, es zu tun, was ihr übrigens selbst Gefängnis eintrug. Alle anderen gewöhnten sich rasch an diese Beschäftigung, als ob sie sie immer ausgeübt hätten" (Sylvie Paul)
- "Zu unserem Transport gehörten Nonnen, die Deutschen warfen ihre Kleider unter Gelächter in den Schmutz" (Jeanne Sivadon, Sonderschulrektorin einer psychiatrischen Klinik in Ville Evrard)
- "Wir konnten sehen, wie die Gefangenen gezwungen wurden, mit gebundenen Füssen und Händen um das Schwimmbecken herumzuhüpfen. Die SS-Leute schlugen die Menschen, wenn sie nicht mehr konnten und nicht rasch genug aufstanden" (Hodebert)
- "B. kam mit dem Rad ins Lager; auf dem Weg stiess er die Gefangenen um; er hatte es immer besonders auf die Ältesten abgesehen und verteilte unter dem geringsten Vorwand Ohrfeigen" (Suzanne Legran)
- "Wenn eine Gefangene infolge ihrer gänzlichen Erschöpfung die verlangte Arbeit nicht leisten konnte, wurde sie als "rückfällig" betrachtet und in eine Zelle ohne Essen eingesperrt, bis sie starb" (Bericht des Leutnants Launay)
- "Manche wurden ausgepeitscht, bis sie starben. Manche wurden erdrosselt. Manchen wurde ihr ganzes Blut abgenommen." (Mina Lepadier)
- "Ich sah eine Frau, deren Kopf ein Henkersknecht in eine gefüllte Badewanne tauchte, bis sie ohnmächtig wurde; dann brachte der Folterknecht sie mit Faustschlägen auf die Schläfe wieder zu sich" (Hodebert)
- "Es wurden mir meine Finger in einem eigens dazu konstruierten Apparat zerquetscht; dann wurde ich in einen fassförmigen Holzapparat gesteckt, und durch den Mechanismus einer Stahlplatte wurde mein Körper zusammengequetscht; ich wurde erst herausgelassen, als ich Galle und Blut spie" (Sylvie Paul)
- "Ich sah fünf Elsässer, eine Hand mit einer Kette an die Wand gefesselt, die andere Hand auf dem Rücken; sie blieben so vier bis fünf Tage, weil sie nicht für Deutschland in den Krieg ziehen wollten" (Jeanne Sivadon)
- [Zwangsarbeit: ] "So wurde z. B. der Flugplatz des Kleinen Königsberges von 300 Deportierten hergerichtet, die das Gelände einebneten, indem sie es tagelang mit ihren Füssen einstampften. Nach Beendigung dieser Arbeit waren nur noch zehn von ihnen am Leben" (Bericht des Senders Annemasse)
- "Nach einem vernichtenden Arbeitstag in den Steinbrüchen müssen alle Häftlinge noch die Tortur eines zwei Stunden langen Appells mit Strammstehen aushalten" (Bericht des Leutnants Launay)
- "Keinerlei Erholung war für die Häftlinge vorgesehen. Es war ausdrücklich verboten, sich zwischen den Arbeitsstunden im Lagerhof zu setzen oder stehenzubleiben" (Bericht des Leutnants Launay)
- "Wieviel zerschundene Rippen und gespaltene Schädel habe ich gesehen!" (Dr. jur. Henriette Cartier-Worms)
- "Man musste immer in Bewegung sein" (Bericht des Leutnants Launay)