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Pariser Konservatorium

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Das Pariser Konservatorium ist heute Teil der Cité de la Musique
Früheres Gebäude des Konservatoriums in der rue du Conservatoire.
Heute ist dort das Conservatoire national supérieur d’art dramatique (CNSAD) mit dem Théâtre du Conservatoire untergebracht.

Das Pariser Konservatorium (Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris, CNSMDP, oder früher Conservatoire National de Musique et de Déclamation) hat in der Entwicklung der französischen und westeuropäischen Musik eine zentrale Rolle gespielt. Es wurde 1795 gegründet.

Geschichte

Das Pariser Konservatorium wurde per Dekret vom 3. Januar 1784 unter dem damaligen Namen École Royale de Chant et de Déclamation (Königlichen Schule für Gesang und Deklamation) gegründet und diente zunächst der Nachwuchsförderung für Operngesang. Direktor dieses Instituts war der Komponist François-Joseph Gossec, der italienische Opernkomponist Niccolò Piccinni unterrichtete in Gesang. Eine weitere Institution wurde als École de musique municipale im Jahre 1792 gegründet, um die Instrumentalisten der Nationalgarde zu schulen. Schon am 8. November 1793 wurden beide Schulen zusammengelegt und im Zuge der Revolution in Institut National de Musique umbenannt. Seinen heutigen Namen Conservatoire National de Musique erhielt es 1795 durch einen Verwaltungsrat aus den Musikern François-Joseph Gossec, Mehul und Cherubini, der von Bernard Sarrette geleitet wurde. Die vorherigen Schulen wurden dabei zusammengeführt.[1]

Am 22. Oktober 1796 zog das Konservatorium in die Gebäude der ehemaligen École royale de chant et de déclamation ein.[1] Zum Lehrpersonal dieses Hauses gehörten in der Folge die besten Musiker Frankreichs.[2] Zunächst wurde die Ausbildung im instrumentalen Bereich, insbesondere von Streichern und Cembalospielern favorisiert. So hat sich das Konservatorium international den Ruf einer speziellen Geigenschule erworben, die mit dem Namen seines Violinprofessors Rodolphe Kreutzer verbunden ist. Beethoven schrieb für ihn seine berühmte Kreutzersonate.

Ab 1800 war Sarrette der alleinige Direktor. Das Unterrichtsangebot wurde auf die Ausbildung im Bereich der Komischen Oper, des Italienischen Theaters und der Französischen Komödie erweitert. 1808 rief François-Antoine Habeneck das Orchester der Studenten ins Leben, mit dem er beispielsweise zum ersten Male in Frankreich Beethoven-Sinfonien aufführte.[1]

Grand Prix de Rome

Eine begehrte Auszeichnung des Instituts ist der Grand Prix de Rome, ein dreijähriger Studienaufenthalt in Italien auf Staatskosten mit der Verpflichtung, Kompositionen zu erstellen. Die dafür eingereichten und preisgekrönten Kompositionen werden in der Bibliothek des Konservatoriums aufbewahrt. Der Rompreis wurde erst ab 1908 auch für Frauen zugelassen.[3]

Aspekte der Geschichte

Studenten und Studentinnen waren in der Fächerwahl gleichberechtigt und es gab für weibliche Studierende keine Beschränkungen.[4] Schon 1795 wurden – damals noch eine absolute Ausnahme – zwei Professorinnen berufen: Für Klavier Hélène de Montgeroult und für Solfège (Gesangstechnik) Louise Rey.[5]

Neue Räume heute

1990, nach einer sechsjährigen Bauzeit, wurden die neuen Räume des Konservatoriums in der damals im Aufbau befindlichen Cité de la musique eingeweiht. Die Hochschule wird heute von über 1.200 Studenten besucht, die von 350 Lehrkräften in neun Abteilungen (Départements) unterrichtet werden.

Chronologie dort tätiger Personen

Dauer Personen Tätigkeiten und Eigenschaften
1795–1826 Rodolphe Kreutzer Professor für Violine
1795–? Pierre Rode Professor für Violine
1795–? Pierre Baillot Professor(?) für Violine
1795–? Georg Friedrich Fuchs Professor für Klarinette
1795–1797 Hélène de Montgeroult Professorin der Herren-Klasse für Klavier
1795–? Hyacinthe Jadin Professor der Damen-Klasse für Klavier
1795–1797 Louise Rey Professorin für Solfège
1817 bis ? François-Adrien Boieldieu Professor für Komposition
1821–1832 François-Joseph Fétis Professor für Komposition und Harmonielehre
1853–1854 Ernest Guiraud Schüler von Jacques Fromental Halévy und Antoine François Marmontel
1868 bis ? Martin Marsick Schüler von Lambert Massart
1871–1905 Théodore Dubois Professor für Harmonielehre
1872–1890 César Franck Orgelprofessor
1876 bis ? Ernest Guiraud Professor für Harmonielehre, ab 1880 Komposition
1878 bis ? Paul Vidal Schüler von Jules Massenet und César Franck
1878–1893 Jules Massenet Professor für Komposition
1880 bis ? Léo Delibes Professor für Komposition
1884–1930? Paul Vidal Professur für Komposition
1890–1894 Carl Flesch Schüler von Eugène Sauzay und Martin Marsick
1890–1896 Charles-Marie Widor Professur für Orgel und Komposition (ab 1896)
1892–1900 Martin Marsick Professur für Violine
1893–1896 Jacques Thibaud Schüler von Martin Marsick
1894 bis ? Charles Lenepveu Professor für Komposition
1895–1899 George Enescu Schüler von André Gedalge, Jules Massenet, Gabriel Fauré und Martin Marsick
1896–1911 Alexandre Guilmant Professur für Orgel
1896 bis ? Xavier Leroux Professur für Harmonielehre
1896–1900 André Caplet Schüler von Charles Lenepveu, Xavier Leroux und Paul Vidal
1902 bis ? Marcel Dupré Schüler von Louis Diémer, Alexandre Guilmant, Charles-Marie Widor
1905–1925? André Gedalge Professur für Kontrapunkt und Fuge
1907 bis ? Camille Chevillard Professur für Kammermusik
1908/09–1936 Maurice Emmanuel Professur für Musikgeschichte
~1910 Lili Boulanger Schülerin von Georges Caussade und Paul Vidal
1910–1914 Jacques Ibert Schüler von Paul Vidal
1911–1925 Eugène Gigout Orgelprofessur
1911 Arthur Honegger Schüler von Lucien Capet und André Gédalge
1913 Enrique Mario Casella Schüler von Paul Vidal und Foucher
1913 Georges Auric Schüler von Georges Caussade
1919–1939 Charles Tournemire Professur für Kammermusik
1919–1949 Jean Gallon Professur für Harmonielehre
1919–1930 Olivier Messiaen Schüler von Maurice Emmanuel, Marcel Dupré, Paul Dukas
~1919–1925 Pierre Fournier Schüler von Paul Bazelaire, Anton Hekking, Camille Chevillard, Lucien Capet
1920er André Fleury Schüler von Eugène Gigout, Marcel Dupré, Paul Vidal
~1920–1940 Henri Rabaud Professur für Orchesterleitung
1920 bis ? Noël Gallon Professur für Solfège- und Kontrapunkt (seit 1926)
1921–1928? Henri Büsser Professur für Komposition
1926–1954 Marcel Dupré Orgelprofessur
1927–1929 Szymon Laks Schüler von Pierre (Paul?) Vidal, Henri Rabaud
1933–1938 Henri Dutilleux Schüler von Jean Gallon und Noël Gallon, Henri Büsser, Maurice Emmanuel
1939 Gabriel Grovlez Professor für Kammermusik
1939–1941 Charles Münch Professur Orchesterleitung
1941/42–1977/78 Olivier Messiaen Professor für Analyse und Komposition
1944 bis ? Maurice Duruflé Professor für Harmonielehre
1955–1986 Rolande Falcinelli Orgelprofessorin
1956–1985 Pierre Sancan Professor für Klavier
1958–1975 Jeanne-Marie Darré Klavier
1966–1970 André Jolivet Professor für Komposition
1986–1998 Gérard Grisey Professor für Komposition
1991–2000 François Jeanneau (erster) Leiter der Jazzabteilung
1999–2006 Marco Stroppa Professor für Komposition
Direktor Zeitraum
Bernard Sarrette 1795–1822
Luigi Cherubini 1822–1842
Daniel Auber 1842–1871
Ambroise Thomas 1871–1896
Théodore Dubois 1896–1905
Gabriel Fauré 1905–1920
Henri Rabaud 1921–1941
Claude Delvincourt 1941–1954
Marcel Dupré 1954–1956
Raymond Loucheur 1956–1962
Raymond Gallois-Montbrun 1962–1983
Marc Bleuse 1984–1986
Alain Louvier 1986–1991
Xavier Darasse 1991–1992
Marc-Olivier Dupin 1993–2000
Alain Poirier 2000–2009
Pascal Dumay 2009
Bruno Mantovani seit 2010

Weitere bekannte Lehrer und Schüler

Lehrer Schüler

Orgel

Im Konservatorium steht eine Orgel der österreichischen Firma Rieger Orgelbau aus dem Jahre 1991, die 2002 überholt und erweitert wurde.

Disposition
I Grand-Orgue C–c4
Montre 16′
Bourdon 16′
Montre 8′
Bourdon 8′
Gambe 8′
Flûte harmonique 8′
Prestant 4′
Flûte 4′
Doublette 2′
Deuxième trompette 8′
Fourniture V 11/3
Cymbale V 1′
Cornet V 8′
Bombarde 16′
Trompette 8′
Clairon 4′
II Positif (expr.) C–c4
Bourdon 16′
Montre 8′
Salicional 8′
Bourdon 8′
Prestant 4′
Flûte à cheminée 4′
Nazard 22/3
Doublette 2′
Tierce 13/5
Larigot 11/3
Sifflet 1′
Plein Jeu IV 1′
Trompette 8′
Cromorne 8′
Tremulant
III Récit C–c4
Quintatön 16′
Gambe 8′
Voix céleste 8′
Flûte harmonique 8′
Viole 4′
Flûte octaviante 4′
Nazard 22/3'
Octavin 2′
Cornet V 8′
Plein Jeu V 2′
Basson 16′
Trompette 8′
Hautbois 8′
Clairon 4′
Voix humaine 8′
Tremulant
Pédale C–g1
Soubasse 32′
Contrebasse 16′
Soubasse 16′
Flûte 8′
Violoncelle 8′
Bourdon 8′
Flûte 4′
Bombarde 16′
Trompette 8′
  • Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P.
  • Extras: Memory Card System

Siehe auch

Nachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Histoire auf conservatoiredeparis.fr, abgerufen am 17. Februar 2014. (französisch)
  2. Vergleiche: Friedrich Blume (Hrgr.): Musik in Geschichte und Gegenwart. Bärenreiter Verlag, Kassel u.a. 1949, Bd. 7, 1958, Artikel Konservatorium.
  3. Eva Weissweiler: Komponistinnen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 1999, S. 247.
  4. Eva Weissweiler: Komponistinnen vom Mittelalter bis zur Gegenwart 1999, S.247/48.
  5. Claudia Schweitzer: „…ist übrigens als Lehrerin höchst empfehlungswürdig. Kulturgeschichte der Clavierlehrerin.“ S. 74 ff.

Weblinks

 Commons: Musée de la Musique de Paris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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